1812 Der Russlandfeldzug Napoleons

Im Dezember 1812 startete Napoleon seinen Russlandfeldzug, der zur bis dahin größten militärischen Katastrophe wurde. 400.000 Angehörige von Napoleons internationaler Armee kehrten nie zurück. Der Historiker Adam Zamoyski hat bislang unbekannte Details über die Geschehnisse an der Front zusammengetragen.

Vor 200 Jahren, im Juni 1812, brach Napoleon mit der Grande Armée zu seinem Russlandfeldzug auf. Dieser wurde zur bis dahin größten militärischen Katastrophe. 400.000 Angehörige von Napoleons internationaler Armee, zusammengesetzt aus Soldaten der Rheinbundstaaten, Franzosen, Italienern, Polen, Spaniern, Österreichern, Bayern, Preußen und vielen mehr, kehrten von dem Feldzug nicht zurück. Auf russischer Seite gab es noch mehr Tote: 300.000 Soldaten und ebenso viele Zivilisten kamen ums Leben.

Feldzug unter extremen Bedingungen

Der Untergang der Grande Armée resultiert nicht nur aus dem Kampfeswillen der Russischen Armee: Napoleons Soldaten starben nicht nur im Gefecht. Vielmehr hatten sie extrem unter der russischen Kälte von bis zu minus 37 Grad zu leiden, hungerten aufgrund miserabler Logistik und die Verletzten wurden nicht versorgt. Diese historischen Fakten verbindet der Historiker Adam Zamoyski nun in seinem Buch "1812. Napoleons Feldzug in Russland" mit den persönlichen Erfahrungen der Soldaten.

Anhand von Zeitzeugenberichten, Zeichnungen und Briefen von Soldaten an Angehörige beschreibt er ihre erschütternden Erlebnisse, zeichnet das unvorstellbare Leiden im Kriegsalltag und das militärische Desaster nach. Außerdem behandelt er die Frage, was Napoleon genau geplant hatte. Wie konnte er die Truppen motivieren? Wer trägt Schuld daran, dass es keine Nahrungsmittel für die Soldaten gab, während die Lager voll waren? "artour" spricht mit dem Autor über die spannende und zugleich grausame Geschichte des Russlandfeldzugs, der zum Sieg führen sollte und in einer Katastrophe endete.

Buchtipp Adam Zamoyski:

"1812. Napoleons Feldzug in Russland"

720 Seiten,
München: Verlag C.H. Beck 2012,
ISBN: 978-3-406-63170-2
EUR 29,95

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2015, 11:36 Uhr