Tabuthema in der DDR: Sowjetische Speziallager

Speziallager Fünfeichen
Die Nazis hatten das ehemalige Gut Fünfeichen in Neubrandenburg zu einer Kasernenanlage umgebaut und erweiterten es ab 1939 als Kriegsgefangenenlager. Von April 1945 - bis Oktober 1948 diente es dem sowjetischen Geheimdienst NKWD als Speziallager. Etwa 15.400 Menschen - darunter 20 Prozent Jugendliche - werden interniert, bis zur Auflösung 1949 starben mehr als 4900 Inhaftierte. Anders als in den übrigen Lagern arbeiteten die Gefangenen in der Landwirtschaft. Seit April 1993 erinnert eine Mahn- und Gedenkstätte auch an die Opfer der sowjetischen Speziallagers. Bildrechte: dpa
Schematische Karte der ehemaligen Internierungslager der sowjetischen Besatzungsmacht auf dem Territorium der DDR, aufgenommen am 30.03.1990.
DDR-Karte der ehemaligen Internierungslager der sowjetischen Besatzungsmacht in der DDR. Bildrechte: dpa
Speziallager Fünfeichen
Die Nazis hatten das ehemalige Gut Fünfeichen in Neubrandenburg zu einer Kasernenanlage umgebaut und erweiterten es ab 1939 als Kriegsgefangenenlager. Von April 1945 - bis Oktober 1948 diente es dem sowjetischen Geheimdienst NKWD als Speziallager. Etwa 15.400 Menschen - darunter 20 Prozent Jugendliche - werden interniert, bis zur Auflösung 1949 starben mehr als 4900 Inhaftierte. Anders als in den übrigen Lagern arbeiteten die Gefangenen in der Landwirtschaft. Seit April 1993 erinnert eine Mahn- und Gedenkstätte auch an die Opfer der sowjetischen Speziallagers. Bildrechte: dpa
Die Gedenkkapelle auf dem Gräberfeld am Karnickelberg in Bautzen (Sachsen), aufgenommen am 19.11.2013.
Die sowjetische Besatzungsmacht nutzt das Gefängnis Bautzen von Mai 1945 - Februar 1950 als Speziallager. Von den insgesamt über 27.000 Insassen starben mindestens 3.000 durch Hunger und Krankheit. Die meisten von ihnen wurden auf dem benachbarten "Karnickelberg" verscharrt. Nachdem die sowjetische Besatzungsmacht 1950 das Lager auflöste und an die Behörden der DDR weitergab, wechselte für die mehr als 6.000 Eingesperrten nur der Bewacher. 330 wurden später ins Zuchthaus Waldheim überführt und mit mehr als 3000 anderen Häftlingen aus anderen Speziallgern in den Waldheimer Prozessen der DDR abgeurteilt. Bildrechte: dpa
Eine Gedenkstätte für die Stalin-Opfer, die als Internierte nach 1945 im Speziallager des ehemaligen KZ Sachsenhausen umgekommen sind, im Wald bei Schmachtenhagen.
Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Der sowjetische Geheimdienst NKWD nutzte das ehemalige Konzentrationslagers als "Speziallager Nr. 7", bzw als 1948 als Lager Nr. 1. Bis zur Auflösung im März 1950 waren im Speziallager Sachsenhausen mehr als 60.000 Personen inhaftiert. Mindestens 12.000 starben in der Zeit an Krankheiten, Hunger, Hunger, psychische und physische Entkräftung. Bildrechte: dpa
Holzkreuze stehen auf dem Areal des ehemaligen sowjetischen Speziallagers Nr. 2 in Buchenwald
Nach offiziellen sowjetischen Angaben waren im Speziallager Buchenwald 28.455 Menschen zwischen 1945 und Februar 1950 eingesperrt, darunter auch etwa 1.000 Frauen. Welcher Schuld der einzelne trug, wurde nicht gesondert festgestellt. Die DDR errichtete bei den Massengräbern des KZ am Südhang des Ettersberges 1958 ein weithin sichtbares KZ-Denkmal. Die Geschichte des sowjetischen Speziallagers wurde nicht erwähnt. Bildrechte: dpa
Torgau (Sachsen): Auf einer Tafel in der Justizvollzugsanstalt Torgau steht <Zur Erinnerung an die Opfer der Gewaltherrschaft im Fort - Zinna>.
Errichtet auf dem Gelände und den Baracken des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Lieberose, einem Außenlager des KZ Sachsenhausen, nördlich von Cottbus. Es bestand bis April 1947 und hatte etwa 3400 Insassen. Bildrechte: dpa
Gedenkstätte Speziallager Mühlberg
6.766 Namen stehen auf 32 Bronzeplatten. Sie erinnern an die Toten des sowjetischen Speziallagers Nr. 1 bei Mühlberg, einem kleinen Städtchen an der Elbe 80 Kilometer nordwestlich von Dresden. Von 1945 bis 1948 waren dort etwa 21.800 Personen inhaftiert.
Das ehemalige Kriegsgefangenenlager der Nazis hatten im Krieg etwa 300.000 Kriegsgefangene durchlaufen.
Bildrechte: dpa
Eine trauernde Frau bringt ein Blumengebinde zur neuen Gedenkstätte für die Opfer des NKWD, des sowjetischen Geheimdienstes vor Gründung des KGB, in Berlin-Hohenschönhausen.
Das sowjetische Speziallager Nr.3 war das einzige Lager seiner Art in Berlin. Zwischen Mai 1945 und Oktober 1946 waren dort schätzungsweise 20.000 Häftlinge inhaftiert, etwa 1000 starben in der Zeit im Lager. Bildrechte: dpa
Gedenkstein für die Opfer der Kriegsgefangenenlager in Ketschendorf.
Etwa 10.000 Zivilisten, Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche sind im Speziallager Ketschendorf eingesperrt und 4.620 sterben dort an Hunger und Krankheiten. Sie werden hinter dem Lager in Massengräbern verscharrt. Erst 1952, als dort ein neues Wohngebiet erschlossen werden soll, werden die Toten entdeckt und klammheimlich in einen nahegelegenen Kriegstotenfriedhof umgebettet. Ironie der Geschichte: An den ursprünglichen Besitzer des Geländes, der Berliner Industrielle Siegfried Hirschmann, der wegen seines jüdischen Glaubens seinen Besitz auch in Ketschendorf aufgeben musste, erinnert auf dem Gelände heute nichts mehr. Bildrechte: imago stock&people
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