Von Cranbarries, Äpfeln und Stollen Plötzlich Traditionsbäcker

David Bahrendt ist noch nicht einmal 30 und schon Chef einer Traditionsbäckerei mit fünf Filialen und 30 Angestellten. Geplant hatte er das nicht. Trotzdem hat er sich knall auf Fall verliebt – in das Handwerk.

Bäcker neben Regal mit Brot
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn David Bahrendt um zwei oder um drei Uhr nachts in sein Büro geht und den Tag beginnt, haben seine Mitarbeiter und Kollegen schon einige Brötchen und Brote gebacken. Um Mitternacht beginnen die Bäcker, Teigmacher und Konditoren ihre Schicht. 50 Kilo Sauerteig wollen verarbeitet werden, aus denen knapp 400 Brote gebacken werden.

Seit 1913 wird in der Backstube bereits gebacken, immer war der Betrieb in Familienhand. Bis 2008. Ganz plötzlich und unerwartet starb der Meister der Bäckerei Volker Düsedau, und es war nicht klar, wie es mit dem Traditionsbetrieb weitergehen könnte.

Tradition und immer etwas Neues auf Lager

 Frauen in der Backstube
Hochbetrieb in der Backstube. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach kurzem Überlegen entschied David Bahrendt, sich um den Traditionsbetrieb zu bemühen, machte seinen Meister und übernahm die Bäckerei 2012. Seitdem ist er der Chef und versucht, ganz wie er es von seinem Meister gelernt hat, Tradition und Neues zu verbinden.

In diesem Jahr gibt es Apfel-Cranbarry-Stollen, zum ersten Mal und als Experiment. Nicht alle Kollegen und Mitarbeiter sind damit einverstanden – da waren ja noch nie Cranbarries im Stollen. Außerdem sind die gefüllten Schiffchen auch beliebt. Und dann muss sich der junge Chef durchsetzen und tut das auch. Mit seinen 30 Mitarbeitern versorgt David Bahrendt fünf Filialen und einige Großkunden. 

Jeden Abend kümmert er sich persönlich um den Sauerteig für den nächsten Tag. Den Sauerteig hatte sein Vorgänger Otto Düsedau 1913 angesetzt, er ist auch jetzt noch die Grundlage für die Hefepilze, die das Brot so schön luftig und locker machen.

Mittelpunkt Backstube

Seit 2012 ist David Bahrendt der Inhaber des Traditionsbetriebes. Schon vorher, als er die Backstube geleitet hat, drehte sich sein Leben um die Bäckerei. Sein gutes Verhältnis zu seinem damaligen Meister und die Liebe zum Backen haben ihn dazu gebracht, seine ganze Kraft der Bäckerei zu widmen. Nur manchmal bricht er aus, dann geht er mit seinem Bruder zum Angeln und genießt die Stille und die Freiheit, auch mal nichts zu fangen.

           

Fotos Verliebt ins Handwerk

Mit 28 Traditionsbäcker. David Bahrendt hatte das eigentlich nicht vor, jetzt macht ihn seine Bäckerei sehr glücklich. Einen Blick hinter die Kulissen gibt es hier.

Brötchen auf einem Blech
Los geht es in der Bäckerei mitten in der Nacht. Dann werden Brot und Brötchen gefertigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Brötchen auf einem Blech
Los geht es in der Bäckerei mitten in der Nacht. Dann werden Brot und Brötchen gefertigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
In der Backstube
Oft gibt es Bestellungen. An diesem Tag sind es 1.400 Baguette-Brötchen, die die Mannschaft zusätzlich zum Tagesgeschäft bäckt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bäcker neben Regal mit Brot
Chef der Bäckerei ist David Bahrendt - mit nur 28 Jahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
 Frauen in der Backstube
Spezialität: In der Konditorei werden süße "Schiffchen" gebacken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frisch ausgestochene Kekse
Auf dem Weg: Kekse für Weihnachten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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