Das Altpapier am 12. Juli 2019 Paparazzi und Geisterfahrer

Was müssen wir über Angela Merkels Gesundheitszustand wissen? Und wie authentisch können Politiker überhaupt noch sein, wenn alles transparent ist? Das fragt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Hans-Georg Maaßen erklärt Gabor Steingart noch einmal seine Medienkritik – und dann hebt er ab. Ein Altpapier von Ralf Heimann.

Teasergrafik Altpapier vom 12. Juli 2019: Viele Hände mit Handys, Kameras, Diktiergeräten und Fotoapparaten.
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Angela Merkel hatte in dieser Woche zum dritten Mal einen Zitteranfall. Und während einige Medien lediglich die Bilder zeigten, wiedergaben, was sie selbst dazu sagte, und sonst auf Spekulationen verzichteten, klapperten die üblichen Verdächtigen unseriöse Ärzte ab, die aus der Ferne Mutmaßungen anstellten, was denn wohl los sein könnte mit ihr – und suggerierten, dass da möglicherweise jemand in höchster Verantwortung aus den letzten Löchern pfeift.

Einige Fragen scheinen dabei erstaunlich ungeklärt. Wie ist das denn jetzt eigentlich mit der Berichterstattung über den Gesundheitszustand der Bundeskanzlerin? Was dürfen Journalisten veröffentlichen? Was müssen sie? Wo beginnt Angela Merkels Privatsphäre? Was geht die Öffentlichkeit gar nichts an?

Dazu haben sich zum Ende der Woche unterschiedliche Fachleute geäußert, nicht alle sind Experten auf diesem Gebiet, aber wie wir wissen: Das stört ja nicht, wenn es darum geht, eine dezidierte Meinung zu vertreten. Zunächst zu denen, die tatsächlich aus gutem Grund gefragt wurden. Zum Beispiel der Politikpsychologe Thomas Kliche, der mit Sebastian Wellendorf für den Deutschlandfunk darüber gesprochen hat.

Er hält es für legitim, sich für den Gesundheitszustand der Regierungschefin zu interessieren, nur die Art der Berichterstattung gehe in die "falsche Richtung".

"Es ist ein bisschen wie Royals in der Politik: Man kriegt vermeintliche Nähe, man schaut vermeintlich hinter die Kulissen. Es ist eine Enthüllungsdramatik dabei und es ist einfach auch ein schlechtes Beispiel, wie man sich für die Gesundheit fremder Menschen interessieren soll: nämlich nicht einfühlend, sondern kontrollierend, im Grunde in einer Form von Tratsch als sozialer Kontrolle."

Der wichtigste Einwand aber ist: Bislang habe man anhand der Berichterstattung "nichts über ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit gelernt." Anders gesagt: Es gibt keine Hinweise darauf, dass ihr Gesundheitszustand ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Der zuständige Kirchenmann Volker Jung (Medienbischof) hält es dagegen gerade für "unangemessen", mit den Zitteranfällen "sofort grundsätzliche Fragen zur Leistungsfähigkeit" zu stellen und diese mit Fragen zur politischen Zukunft zu verbinden. Solche Fragen stelle man seinem Eindruck nach ohnehin eher Frauen als Männern, sagt er im Gespräch mit Karsten Frerichs für epd Medien. Als Beispiel nennt er die Hautkrebserkrankung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, wo das nicht passiert sei.

Ferndiagnosen sind Ferndiagnosen

Mir selbst fällt vor allem die Diskussion über Donald Trumps Gesundheitszustand ein, der sogar zum Thema von Büchern wurde, die Psychologen schrieben, um vor ihm zu warnen. Doch diese Warnungen führten bekanntlich nicht dazu, dass Trump sein Amt abgeben musste, sondern stattdessen zu der Einsicht, dass Ferndiagnosen eben doch nur Ferndiagnosen sind.

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen beschreibt in einem Beitrag für Zeit Online das Dilemma, in dem Journalisten sich befinden:

"(…) einerseits gilt es, die entwürdigende Bloßstellung zu vermeiden, andererseits wäre auch die betuliche Verschleierung tatsächlich bedeutsamer Sachverhalte falsch. Denn natürlich muss man wissen, wenn eine Kanzlerin nicht gesund sein sollte, ihr Amt nicht mehr auszufüllen vermag."

Und er stellt dies auch in einen Zusammenhang mit den Folgen, die eine Berichterstattung hat:

"Unter den aktuellen Bedingungen wird das Zeichen von Schwäche unvermeidlich zum globalen Drama, kann – filmisch fixiert – zum alles dominierenden Schlüsselbild werden. Transparenz ist dann kein instrumenteller Wert mehr, kein Mittel zum Zweck einer womöglich tatsächlich relevanten Enthüllung, sondern längst ein Faktum, eine mediale Gegebenheit, der ein eigener Schrecken innewohnt."

Pörksen erinnert an Franklin D. Roosevelt, der von 1933 bis 1945 amerikanischer Präsident war – und das vor allem sein konnte, ohne die amerikanische Bevölkerung darüber in Kenntnis zu setzen, dass er aufgrund einer Lähmung im Rollstuhl saß. Heute ließe sich das womöglich nicht einmal mehr eine halbe Woche vor der Öffentlichkeit verbergen.

"Medien revolutionieren unsere Wahrnehmung. Und verändern dadurch unsere Welt. Autorität und Charisma, Aura und Image sind elementar an die Möglichkeit gelingender Informationskontrolle geknüpft (…)"

Damit verbunden ist ein paradoxer Nebeneffekt. Die totale Transparenz, die das Ziel verfolgt, Politiker so wahrhaftig wie möglich zu zeigen, erreicht am Ende vor allem, dass in der Öffentlichkeit stehende Menschen sich noch mehr hinter der Inszenierung ihrer Rollenfigur verstecken, als sie es ohnehin schon tun. Ein letztes Mal Pörksen:

"Die Frage ist: Können politische Führungsfiguren den Absolutismus der Transparenz überleben, ohne selbst immer weiter hochzurüsten im Inszenierungsgeschäft?"

Ach ja, und da waren auch noch die Fachleute, die in dieser Frage über keine unmittelbare Expertise verfügen, aber dennoch keine Chance verpassen möchten, die Öffentlichkeit mit Ratschlägen zu versorgen. Und damit wären wir wieder beim ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, der bei Twitter schreibt:

"Der Gesundheitszustand eines Regierungschefs ist keine Privatsache. Die Menschen in Deutschland haben ein Recht zu erfahren, ob der Regierungschef gesundheitlich noch in der Lage ist, sein Amt mit ganzer Kraft auszuüben."

Ähnliches vermeldet auch der mutmaßliche Verband der Hauptstadtjournalisten oder wer auch immer hier spricht, wenn Bild.de schreibt"Hauptstadt-Journalisten fordern: Die Kanzlerin muss der Öffentlichkeit sagen, was sie wirklich hat."

Die Interessenlage scheint hier natürlich klar: Die Redaktionen wollen von den "Hauptstadtjournalisten" irgendwas über den Gesundheitszustand von Merkel haben, aber was sollen sie liefern, wenn Merkel nichts sagt?

Gespräche mit dem Staatsfunk

Bleiben wir noch kurz bei Hans-Georg Maaßen, der in den vergangenen Tagen anscheinend keine Chance ausgelassen hat, in ein Mikrofon oder eine Kamera zu sprechen. In einem am 8. Juli veröffentlichten Interview, auf das Daniel Bouhs bei Twitter hinweist, hat er sogar mit dem, so Bouhs, "ungarischen Staatsfunk" gesprochen. Die Bezeichnung sei hier durchaus angebracht, schreibt Bouhs. Er hat für das NDR-Medienmagazin "Zapp" im Januar 2018 einen Hintergrund-Beitrag über das ungarische Mediensystem produziert.

Und dass ein Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sich mit seinem Anliegen an einen ausländischen Sender wendet, auf den seine Kritik einer einseitigen Berichterstattung tatsächlich zutrifft, ist mindestens kurios.

Maaßen spricht in dem Interview betont gemäßigt, er wirkt überlegt und sachlich. Er lehnt es ab, darüber zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn die Regierung anders auf Terrorwarnungen reagiert hätte. Er äußert allerdings auch seine Sorge darüber, dass sich Deutschland zu einer "Meinungsdiktatur" entwickeln könnte.

Wörtlich sagt er (ab 15.30 min):

"Mein Großvater war von den Nazis misshandelt worden. Mein Onkel war verfolgt worden, und all das, was er damals geschildert hatte, führte jetzt zu der Erinnerung: Totalitarismus und Meinungsdiktatur kann auch heute möglich sein. Ich sage nicht, dass es in Deutschland der Fall ist, aber das muss verhindert werden, und deshalb muss man den Mut auch haben, Sachen auszusprechen, die vielleicht von anderen nicht gemocht werden."

Ganz anders klingt der ehemalige Verfassungsschutzchef im Interview mit Gabor Steingart, das am Donnerstagmorgen für Steingarts Podcast entstanden ist. Dort streitet Maaßen ab, dass er mit seinem "Westfernsehen"-Tweet Deutschland und die deutschen Medien mit der DDR und den Medien dort verglichen habe ("habe ja keinen Vergleich gezogen mit der DDR und keinen Vergleich gezogen mit DDR-Medien.").

Er raunt über Politiker, die das, was sie wirklich denken, in der Öffentlichkeit nicht aussprächen ("wo ich viele Politiker kennengelernt habe, die eher lau sind. Die eher mir unter vier oder sechs Augen ihre Meinung sagen, aber wenn ein Mikrofon vorgehalten wird, etwas anderes sagen").

Er fragt: "Wo haben wir hier die Meinungsvielfalt? Wo haben wir hier wenigstens Versuche eines objektiven Journalismus in Deutschland?"

Er berichtet über Journalisten, die ihm hinter vorgehaltener Hand verraten hätten, "dass die deutschen Redaktionsstuben zu einem großen Teil von Rot-Grün beherrscht werden und dass da auch bestimmte Meinungen gebildet werden. Und das empfinde ich jedenfalls als eine Gefahr für die Objektivität der deutschen Medien, insbesondere im öffentlich-rechtlichen Rundfunk."

Und dorthin richtet sich seine Kritik im Kern.

"Meine Hauptzielrichtung geht in Richtung öffentlich-rechtliche Medien. Nach Paragraph 11 des Rundfunkstaatsvertrages sind sie zur Objektivität verpflichtet. Sie sind keine Tendenz-Betriebe. Anders als Tageszeitungen. Und was ich jedenfalls im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermisse, ist dieser Anspruch, objektiv zu sein und ihrer ganzen Breite auch die Meinungsvielfalt, auch die Diversität in Deutschland darzustellen."

Mit "Diversität" meint er hier vermutlich aber nicht die Berücksichtigung von Menschen aus ethnischen, religiösen oder sexuellen Minderheiten, sondern vor allem Menschen, die seine politische Meinung teilen.

Auf Gabor Steingarts Einwand, dass dies ja auch eine Kritik an den eigenen Parteifreunden sei, die in den öffentlich-rechtlichen Aufsichtsgremien ja durchaus Einfluss darauf hätten, was die Sender so machen, sagt Maaßen:

"Also, ich sehe natürlich auch ein Versagen der Aufsichtsgremien. Aber ich sehe natürlich auch eine Inzucht in den Redaktionsstuben – dass bestimmte Netzwerke ihre Leute weiter fördern und nach oben bringen."

Und hier ("Inzucht"hebt Maaßen nun endgültig ab vom festen Grund der Sachlichkeit, auf dem er vorher noch so halb gestanden hatte. Schließlich lässt er sich sogar zu der Aussage hinreißen, er sei "der festen Überzeugung", "Stichwort Relotius", "dass das nicht der Einzelfall war, sondern dass wir kleine oder größere Relotiusse auch in anderen Redaktionen gehabt haben."

Es folgt eine etwas absurd anmutende Ausführung darüber, dass Spiegel-Leser seiner Meinung nach den Verlag auf Schadenersatz verklagen sollten. Und irgendwann sagt er den Satz:

"Nicht ich bin der Geisterfahrer mit meiner Position, sondern die anderen, die gar nicht wahrnehmen wollen, dass die Bevölkerung eine andere Politik will – und nicht ein 'Weiter so'."

Man möchte ihm gern zurufen: "Es sind doch bald wieder Wahlen, Herr Maaßen. Vielleicht gewinnt ihre Partei dann ja wie beim letzten Mal und stellt weiter die Regierung." Aber es würde vermutlich alles nichts nützen.

Und zum Abschluss hier noch mal der Hinweis: Diese Kolumne ist ein öffentlich-rechtlich finanziertes Angebot. Ich kann zwar nicht mit der gleichen Meinung dienen wie Hans-Georg Maaßen, aber ich habe ihm hier sehr viel Platz eingeräumt und all jene Stellen verlinkt, auf denen man sich seine Meinung ansehen und anhören kann.

Das Sommerinterview

Schließlich noch kurz zum Sommerinterview, das Stefan Winterbauer für Meedia mit dem ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm geführt hat. Wilhelm erklärt, warum gute Dokus oft erst so spät erscheinen (also, im Grunde erklärt er das nicht, sondern sagt, das sei mittlerweile ja nicht mehr so schlimm, man könne sie ja auch in der Mediathek abrufen), er spricht über die Finanzierungsfrage ("Der Ball liegt bei den Ländern"), die Supermediathek ("Wir laufen den Dingen massiv hinterher") und die Frage, wie man die Jugend zurückgewinnt ("Ganz anders produzieren" und auf die Mediatheken hoffen).

Zum Thema Diversität bei öffentlich-rechtlichen Sendern vertritt Wilhelm erwartungsgemäß eine andere Meinung als Hans-Georg Maaßen. Auf Winterbauers Frage dazu sagt er einerseits:

"Wir sind nie divers genug. Die Gesellschaft wird ja immer vielfältiger durch unterschiedlichste Faktoren, und es ist ein ständiger Prozess, weil wir ja auch sehr lange Jahre bestehende Arbeitsverhältnisse haben mit unseren Mitarbeitern, ein ständiger Prozess, zu überlegen, wo können wir noch vielfältiger werden."

Aber er sagt auch:

"(…) ich halte nichts davon, so zu tun, als seien alle Medien und alle Journalisten letztlich Teil einer Filterblase. Wir bemühen uns, durch Checks and Balances in der Darstellung vieler Themen, glaube ich, als Gesamtheit der Medien vielen Aspekten gerecht zu werden. Natürlich gibt’s eine gewisse Dominanz von Geisteswissenschaftlern, von Kollegen, die auch in Städten zu Hause sind. Da heißt’s gegenhalten, sich selbst immer wieder überprüfen, aber die Vielfalt in der deutschen Medienlandschaft ist im Verhältnis zu vielen Ländern in der Welt wirklich ausgesprochen ausgeprägt."

Wenn man sich nun daran erinnert, dass Wilhelm einmal Sprecher einer Bundesregierung war, die von der Partei geführt wurde, in der auch Hans-Georg Maaßen Mitglied ist, und wenn man dann vielleicht noch ein paar Tweets von Ruprecht Polenz liest, ist es doch bei allem Ärger über eine drohende "Meinungsdiktatur" in Deutschland doch wirklich ganz erstaunlich, wie viel Meinungsvielfalt mittlerweile im Umfeld einer einzigen konservativen deutschen Partei möglich ist.

Altpapierkorb (Zukunft der Welt, Hayali bricht Dreh ab, Social Listing beim BR, Abschied von Spiegel Online)

+++ Gestern schwebten zeitweise Fragezeichen über der Zukunft von Springers Welt (Altpapier). Vorstandschef Mathias Döpfner und "News Media National"-Vorstand Stephanie Caspar haben am Donnerstag mit einer E-Mail an die Mitarbeiter versucht, daran etwas zu ändern. Man habe für die Welt einen "Ergebniskorridor definiert", schreibt Marc Bartl für Kress. Der sei "sehr großzügig und kommt faktisch einer Bestandsgarantie für die Welt gleich, die für Bild genauso gilt."

+++ Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten bei einem Neonazi-Festival abbrechenberichtet die Welt – allerdings nicht, weil sie bedroht wurde, sondern weil die Polizei das Konzert einer Band beenden musste, die – das ist leider kein Witz – Nazi-Lieder gespielt hat.

+++ Claus Strunz ist das Sat1-Magazin "Akte" nach zwei Jahren wieder los, berichtet Timo Niemeier für DWDL. Seine Nachfolgerin wird Claudia von Brauchitsch, die vor zehn Jahren bei Sat1 schon die Nacht-News moderiert und zuletzt unter anderem für die CDU gearbeitet hat. Im September 2018 hatte der Sender einen Neustart angekündigt. So richtig überzeugt ist Timo Niemeier vom neuen Konzept aber nicht. "Ein Neustart klingt jedenfalls anders", schreibt er.

+++ Sehr schönes Fundstück von Lorenz Meyer: Kress meldet bei Twitter: "Warum Johannes Kuhn von der SZ zum Deutschlandfunk wechselt." Johannes Kuhn kommentiert unter dem Tweet: "Die Antwort steht nicht im Text, ich kann deshalb nur raten. Vielleicht: Damit Kress meinen Namen für Clickbait-Überschriften verwendet und sich mein Foto von der @SZ-Homepage zieht?"

+++ Senta Krasser hat sich für die Medienkorrespondenz intensiv mit "Joko und Klaas gegen Pro Sieben" beschäftigt. Im Großen und Ganzen gefällt die Show ihr sehr gut.

+++ Nicht nur Amazon wertet die Gespräche seiner Sprachassistenten aus, sondern auch Google. Wie Patrick Beuth für Spiegel Online berichtet, gelang es dem flämischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender VRT, dem Mitschnitte zugespielt wurden, sogar, mit den Gesprächsfetzen Menschen zu identifizieren und zu finden.

+++ Der BR versucht mithilfe von "Social Listing" sehr früh herauszufinden, was zu einem Thema werden könnte. Wie das funktioniert, erklärt der Sender hier.

+++ Der WDR hat in der dritten Runde der Tarifverhandlungen laut DJV noch immer kein verbessertes Angebot vorlegt. Die Tarifverhandlungen und der Streik infolge dessen waren der Grund dafür, dass das ARD-Morgenmagazin am Dienstag eine Stunde lang aus der Konserve kam (Altpapier).

+++ Und noch einmal WDR: Den ehemaligen Intendanten Fritz Pleitgen schmerzt, dass die Konkurrenz aus Mainz quotenmäßig weit vor der ARD liegt. Im Interview mit Catrin Bialek und Hans-Jürgen Jakobs für das Handelsblatt sagt er: "Die ARD sollte sich trotzdem Mühe geben, um wieder in Führung zu gehen. Ein kultivierter Wettbewerb kann weder dem Programm noch dem Publikum schaden. Wer sich Erster nennt, sollte nicht Vierter sein."

+++ Spiegel-Chefredakteurin Barbara Hans hat für das Magazin Journalist einen großartigen Text über vermeintlich gute Ratschläge geschrieben.

+++ Laura Hertreiter und Uwe Ritzer berichten auf der SZ-Medienseite darüber, wie der ADAC sein Magazin "ADAC Motorwelt" umkrempelt. Das ist auch interessant für Menschen, die kein Interesse an Autos haben. Im Moment liegen die Kosten für das Magazin bei 90 Millionen Euro jährlich, allein 50 Millionen davon machen die Versandkosten aus. Das soll sich in Zukunft dadurch ändern, dass die 21 Millionen ADAC-Mitglieder das Magazin nicht mehr im Briefkasten finden, sondern gegen Vorlage ihres Mitgliedsausweises in einem Supermarkt abholen können.

+++ Die Deutsche Welle wehrt sich mit einem Brief des Intendanten Peter Limbourg an die türkische Regierung gegen eine schwarze Liste, die die der türkischen Regierung nahestehende Organisation "Stiftung für politische, wirtschaftliche und soziale Forschung" veröffentlicht hat. Auf der Liste werden auch einzelne Journalisten namentlich erwähnt, unter anderem ein Kolumnist der FAZ. Die FAZ berichtet darüber auf ihrer Medienseite (45 Cent bei Blendle).

+++ Ebenfalls auf der FAZ-Medienseite (45 Cent bei Blendle): Nora Sefa schreibt über ein Treffen von Regierungs- und Medienvertretern sowie NGOs, die darüber beraten, wie Journalisten besser geschützt werden können. Zu Gast sind auch Minister aus Ländern, die auf der Pressefreiheitsliste relativ weit unten stehen, zum Beispiel der Außenminister von Ruanda (Platz 155 von 180).

+++ Kai-Hinrich Renner berichtet in seiner Funke-Medienkolumne, dass Spiegel Online und Spiegel eins werden, was bekannt war, und im nächsten Jahr das "Online" dann aus dem Namen verschwindet, was neu ist.

+++ In der aktuellen ZEIT schreibt Manfred Bissinger einen lesenswerten Nachruf auf seinen Freund Michael Jürgs, der vor einer Woche starb.

Neues Altpapier gibt es am Montag.

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