Das Altpapier am 09. April 2020 Staatlich finanzierte Mehrarbeit

Monika Grütters findet Kurzarbeit für Journalisten "fatal". Sascha Lobo analysiert die Berichterstattung über Atemmasken. Kai Gniffke begeht mal wieder eine Eselei. Ein SWR-Waffennarr podcastet für die Achse des Guten. Ein Altpapier von René Martens.

Teasergrafik Altpapier vom 09. April 2020: Porträt Autor René Martens
Bildrechte: MDR / MEDIEN360G

Was sie bei "Spiegel TV" witzig finden

Mit dem Kalauer der Woche steigen wir ja eher selten ein, aber da es allzu viele unernste Kolumnen-Einstiegsoptionen ja gerade nicht gibt, greife ich gern darauf zurück, was am Montagabend bei Spiegel TV ein Autor gesagt hat, der über ein Chemnitzer Frauengefängnis berichtet, dessen Insassinnen derzeit Atemschutzmasken nähen:

"Die bekannteste Insassin, Beate Zschäpe, näht nicht mit. Die denkt wohl an Mundlos statt an Mundschutz."

Diese "Stelle" - den Hinweis verdanke ich Florian Reis - kommt bei 20:05. Wahrscheinlich sollte ich öfter "Spiegel TV" gucken, wer weiß, wann man das so alles verpasst.

Der problematische Wunsch nach Plakativität

Schwenken wir nun rüber zu Kalauer-freiem Corona-Content. Gestern hatte ich hier zumindest in Aussicht gestellt, noch einmal einzugehen auf den Ultra-Longread Michael Hallers, in dem er eine Zwischenbilanz seiner rund zweieinhalbmonatigen Corona-Berichterstattungsbeobachtung zieht. Das sei hiermit eingelöst. Am Ende seiner 51.000 Zeichen bei Carta schreibt Haller:

"(D)ie tagesaktuellen Medien (produzierten) seit Januar eine Überfülle an redundanten, ungesicherten, sachfalschen und kurzlebigen Nachrichten (…) Auch ist es den Newsmedien nicht gelungen, auf die Gründe (Demontage unseres Gesundheitssystems) einzugehen und die Vorgänge so zu klären und zu deuten, dass Ängste und damit auch Misstrauen abgebaut würden."

Dieser "informatorische Leerlauf" mache es "vielen Menschen noch immer schwer, die als Existenzbedrohung erlebte Ungewissheit auszuhalten".

Während Haller auf die Makroebene blickt, widmet sich Sascha Lobo in seiner aktuellen Kolumne für den Spiegel der Mikroebene. Auch er blickt zurück bis in die frühe Phase der Informationsvermittlung in Sachen Corona, konzentriert sich dabei aber auf einen Aspekt: die missglückte "Kommunikation" beim Thema Atemschutz-Masken. Ein Beispiel:

"Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagt am 30. Januar der Bild-Zeitung: 'Ein Mundschutz ist nicht notwendig, weil der Virus gar nicht über den Atem übertragbar ist.' Die 'Bild'-Zeitung übersetzt: 'Bedeutet: Eine Maske bietet keinen zusätzlichen Schutz.' Aus heutiger Sicht kann man diese Äußerungen als Fake News empfinden."

Hier verbreitet also ein Medium eine, um es vornehm mit Haller zu sagen: sachfalsche Äußerung weiter bzw. spitzt sie in ihrer Falschheit noch zu. In einem anderen Fall sieht Lobo die Verantwortung für die Verbreitung eines falschen Eindrucks hauptsächlich auf redaktioneller Seite, weniger bei der zitierten Person:

"Auch im Podcast mit (Christian) Drosten ist wegen des gigantischen Publikumsinteresses immer wieder die Rede von Masken: "Eine letzte Frage …, die uns massiv immer noch und immer wieder erreicht von Hörern, ist die Frage nach Atemschutzmasken." Im bearbeiteten Podcast-Transkript vom 17. März steht als zusammenfassende Zwischenüberschrift: "ATEMSCHUTZMASKEN HELFEN WENIG". Drosten selbst äußert sich viel differenzierter, aber hier ist wiederum mustergültig ein medialer Mechanismus zu erkennen, der Krisenkommunikation erschwert. Medien wollen und müssen erklären, vereinfachen, einordnen, und eines der Instrumente dafür ist die Zuspitzung. Die ist manchmal für die Vereindeutigung notwendig - aber genau dieser Wunsch nach Klarheit und Plakativität kann in heftigen Konflikt mit der Realität geraten, wenn der weitere Krisenverlauf schwer einschätzbar ist. Wissenschaft hat das Privileg des ständigen Zweifelns - aber das Publikum verlangt Eindeutigkeit, und zwar gefälligst genau jetzt! Dieses Spannungsfeld ist nur schwer aufzulösen, und dabei passieren Fehler."

Mit den Unterschieden zwischen Journalisten und Wissenschaftlern, die in der jetzigen Krise zu Tage treten, hat Ralf Heimann sich im Altpapier öfter befasst, zum Beispiel hier.

Kurzarbeit für Journalisten? Fatal!

Zum Dauerthema in dieser Kolumne - den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Medienbranche - äußert sich nun auch Monika Grütters, die Staatsministerien für Kultur und Medien. Jörg Häntzschel hat fürs SZ-Feuilleton unter anderem darüber mit ihr gesprochen. Er fragt:

"Die Anzeigen (brechen) weg, deshalb melden viele Verlage Kurzarbeit an. Finden Sie es richtig, dass der Staat ein vermeintliches Nichtstun von Journalisten finanziert, die voll beschäftigt sind? Gibt es nicht Hilfen, die die journalistische Arbeit nicht einschränken?"

Grütters’ Antwort wirkt zumindest in einer Hinsicht etwas befremdlich:

"Journalisten, die Hochkonjunktur haben, in Kurzarbeit zu schicken, wäre fatal."

Das heißt, sie tut so, als wäre das noch nicht passiert. Aber bereits ab dem 1. April haben Verlage Kurzarbeit angemeldet (siehe u.a. Altpapier). Andererseits hat sie mit "fatal" natürlich Recht: Wie sollen denn die Redaktionen unter Kurzarbeits-Bedingungen "die Corona-bedingte Mehrarbeit stemmen"?, hat Sissi Pitzer gerade mit Bezug auf die SZ gefragt (siehe Altpapier). 

Nun aber mehr zur Meinung, die Grütters zum Thema Verlage und Kurzarbeit hat:

"Das Kurzarbeitergeld des Staats dient als Überbrückung zur Entlastung der Arbeitgeber. Die Medienhäuser sollten aber Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium aufnehmen, denn auch für solche Unternehmen gibt es ja Rettungsschirme (…) (Und) grundsätzlich gilt natürlich auch jetzt: Unabhängigkeit und Staatsferne der Medien sind wichtige Errungenschaften."

Oops, Gniffke did it again!

Im November 2018 fand an dieser Stelle kurz ein Interview Kai Gniffkes Erwähnung, das der damals noch als Chefredakteur von "ARD aktuell" amtierende Medienbetriebs-Alphamann der Jungen Freiheit gegeben hat. Nun dürfte seitdem der eine oder andere Regalmeter über die Kommunikationsstrategie der Rechten und ihr bestenfalls taktisches Interesse am, äh, Diskurs, hinzugekommen sein, aber das ficht den jetzigen SWR-Intendanten nicht an, denn er hat es schon wieder getan. Die Wochenzeitung Kontext befasst sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit diesem neuen Interview:

"Ist das jetzt ein Skandal, wenn der SWR-Intendant der rechten Jungen Freiheit ein Interview gibt? (…) Nein, das regt kaum noch auf. Da scheint nur etwas normal, was nicht normal sein dürfte."

Josef-Otto Freudenreich und Anna Hunger analysieren das Gespräch unter anderem mit folgenden Worten:

"(Es) beginnt mit der steilen Frage: 'Herr Professor Gniffke, die Spaltung unserer Gesellschaft vollzieht sich offensichtlich inzwischen an der Frage nach der AfD'. Das relativiert der promovierte Politikwissenschaftler mit dem Hinweis, dass auch Tradition und Moderne, Stadt und Land, Alt und Jung eine Rolle spielten. Arm und Reich, Kapital und Arbeit erwähnt er nicht. Aber alle sollen miteinander ins Gespräch kommen."

Äußert sich Gniffke denn wenigstens kritisch über das Milieu, aus dem die Interviewer stammen? Eher nö. Freudenreich/Hunger schreiben:

"'Das Opfernarrativ einer Partei zu betreiben ist falsch', merkt er an, und das ist schon das Höchstmaß an Angriffslust. Der frühere Tagesschau-Chef, einst als Rauhbein wahrgenommen, hat in seinem neuen Büro offenbar eine Kiste Kreide versteckt, die er bei Bedarf auspackt."

Allein dadurch, dass er das Interview gibt, wertet Gniffke die Zeitung auf. Er selbst kann keinen Vorteil daraus ziehen, außer dass er mit "Herr Professor Gniffke" angeschleimt wird - eine Anrede, die er von solide linksversifften Journalisten wahrscheinlich nicht zu hören bekommen wird. Gniffkes Verhalten fällt in die Kategorie Eselei, ein anderer SWR-Fall, den Kontext unter der Überschrift "Die Grenzen verschwimmen" beschreibt, hat da noch eine andere Qualität. Es geht um den Radiomoderator Burkhardt Müller-Ullrich, der sich nicht nur beim SWR zu Hause fühlt, sondern auch bei einer rechten Rabauken-Plattform:

"Seit Neuem macht er täglich mit 'Indubio' (…) für die Achse des Guten einen Podcast. 'Wenn er mal mit Worten nicht trifft, dann nimmt er seine Walther PPQ Kaliber .45s+w', steht dort in seinem Autorenprofil."

In seiner öffentlich-rechtlichen Sendung parliert Müller-Ullrich auch mal gern mit Gestalten aus der Welt der Achsenmenschen, Norbert Bolz etwa. Dazu noch mal Kontext:   

"Auf Anfrage, wie man mit einem schießwütigen 'Achgut'-Autor wie Burkhardt Müller-Ullrich umzugehen gedenke, der seine 'medienkritischen' Kumpels aus dem Broder-Umfeld zu Diskussionen im öffentlich-rechtlichen Hause einlädt, mag der SWR keine Stellung nehmen.

Warum beruft sich ein MDR-Geschichtsmagazin auf einen Geschichtsrevisionisten?

Da wir schon beim Thema "verschwimmende Grenzen" sind: Gibt’s die etwa auch beim MDR? Beim Web-Ableger des Geschichtsmagazins "MDR Zeitreise" ist jedenfalls gerade ein Beitrag über den "Bombenangriff auf Halberstadt" im April 1945 erschienen, bei dem am Ende als, hüstel, "Quelle", ein Artikel genannt ist, "der auf der Website der extrem rechten Zeitschrift Sezession veröffentlicht wurde".

Darauf weist Tim Mönch hin. Der Autor des von den MDR-Kollegen genannten Quellenartikels marschiert, wenn er keine Textverarbeitungsprogramme nutzt, schon mal auf neonazistischen bzw. "geschichtsrevisionistischen" Demos mit, die entsprechenden Bilder liefert Mönch gleich mit

Funkes dubioses Pseudo-Journalismusangebot

Ein ganz anderer Fall der Grenzverschwimmung beschäftigt Stefan Niggemeier (Übermedien). Es geht um Funkes Der Westen. Dahinter, so Niggemeier, stehe

"ein zutiefst unjournalistisches, unethisches Geschäftsmodell, und das Schockierende daran ist, dass die Branche das toleriert. Die Funke-Mediengruppe produziert sowohl soliden, seriösen Journalismus als auch die Sorte Müll, gegen die solide, seriöse Journalisten regelmäßig ankämpfen müssen."

Wie sieht dieses "Geschäftsmodell" nun konkret aus?

"Der Westen verbreitet kalkuliert irreführende Schlagzeilen, die konkrete Trennungen, Dramen, Todesfälle suggerieren, die es nicht gibt. Es ist natürlich das etablierte Lügenmodell der gedruckten Regenbogenpresse, aber online wirkt es ungleich stärker – nicht zuletzt dank Angeboten wie Google News, die auch nicht so genau hingucken bei einem Lügenangebot aus seriösem Haus und jede Manipulation tolerieren."

20 Jahre 11 Freunde

Was an dieser Stelle, möglicherweise aufgrund der Aufmerksamkeit für alles rund um Corona bisher untergegangen ist: das 20-jährige Jubiläum des Fußball-Magazins 11 Freunde. Dank eines am Mittwoch auf der SZ-Medienseite veröffentlichten Interviews mit Gründer und Chefredakteur Philipp Köster können wir diese Unterlassungssünde jetzt kompensieren.

Zu den Gründen für den eigenen Erfolg sagt Köster:

"Vielleicht haben wir als eines der ersten Magazine erkannt, dass es nicht nur darum geht, die Geschehnisse auf dem Rasen zu beschreiben, sondern auch das Drumherum, das große Spektakel, das dieses Spiel so besonders macht. Es ist ja so: Viele Menschen sind dem Fußball verfallen. In unserem Magazin finden sie den Trost, dass es anderen genauso geht. Wenn man so will, sind wir eine Art Selbsthilfegruppe."

Und was macht ein Fußballmagazin in fußballfreien Zeiten?

"In unserer nächsten Ausgabe werden wir erzählen, wie viel Kraft der Fußball selbst in Kriegs- oder Krisenzeiten hat",

sagt Köster. Die Ausgabe kaufe ich mir ganz bestimmt, aber mehr als Heft lässt sich mit diesem Schwerpunkt vermutlich nicht bestreiten. Wie das Magazin damit umgehen wird, dass es das "Drumherum, das große Spektakel" in diesem Jahr nicht mehr geben wird, sondern allenfalls die "Geschehnisse auf dem Rasen" ohne Drumherum (nämlich Geisterspiele) - das ist eine interessante Frage. Die sich auch bei vielen anderen Medien stellt, die mittelbar davon abhängig sind, dass Großveranstaltungen stattfinden.

Werner Höfers Klamottenvorlieben

35 Jahre lang existiert hat der vom WDR verantwortete "Internationale Frühschoppen", also "die Mutter aller heutigen politischen Talkshows", wie Torsten Körner es formuliert. In seinem im Februar erschienenen Buch "In der Männer-Republik. Wie Frauen die Politik eroberten" widmet er sich in einem Kapitel der frauenpolitischen Haltung der Sendung, und diesen Teil hat nun die Medienkorrespondenz republiziert. Körner schreibt:

"In den 50er und 60er Jahren waren Frauen sehr seltene Gäste, und selbst wenn eine vereinzelte Frau unter den Männern saß, sprach der Gastgeber die Runde gerne mit 'Meine Herren' an (….) Im Jahr 1969 beispielsweise lag der Frauenanteil der eingeladenen Journalisten knapp unter fünf Prozent. Das lag auch daran, dass die Sendung männliche Rituale kopierte: den Stammtisch und den Frühschoppen. Den Journalisten wurde Rheinwein gereicht und im Bedarfsfall reichlich nachgeschenkt. Wie im Gasthaus waren es Schürzen tragende Frauen, die den Herren den Wein servierten."

Den Begriff Diversität benutzte damals vermutlich noch niemand. Körner weiter:

"In den 70er und 80er Jahren nahm der Anteil von Journalistinnen zwar deutlich zu, aber die Frau blieb dennoch eine exotische Figur im Männerclub. In doppelter Weise machten diese Erfahrung die indische Journalistin Navina Sundaram und ihre Kollegin Roshan Dhunjibhoy, die eine der seltenen weiblichen Stammgäste wurde. In einem Artikel für die taz beschrieb Navina Sundaram, welche Rolle ihr zugewiesen wurde: 'Die pakistanische Journalistin Roshan Dhunjibhoy und ich wechselten uns als die vorzeigbaren Repräsentantinnen der anderen Welt ab. Da konnten wir nicht fremd genug aussehen. Ich kann mich erinnern, dass ich grundsätzlich nur in europäischer Kleidung erschien, zur ewigen Enttäuschung des Gastgebers Werner Höfer.'"

Die von Körner erwähnten "männlichen Rituale" gibt es in den heutigen Talksendungen eher nicht mehr, was natürlich auch damit zusammen hängt, dass auf dem Gastgebersessel Frauen sitzen. Andererseits sind die Gästelisten solcher Sendungen in punkto Diversität - "Frauen sind zwar weiterhin unterrepräsentiert, aber nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren" (Fabian Goldmann) - weiterhin verbesserungsfähig.


Altpapierkorb (Gewerkschaftsprotest gegen Polizeigewalt gegen Journalisten, mehr zum OBS-Arbeitspapier zur Armutsberichterstattung im TV, 70 Jahre Gerhard Stadelmaier)

+++ "Uns liegen inzwischen mehrere Berichte von Kolleginnen und Kollegen vor, die trotz Vorzeigen ihres Presseausweises zum Teil mit körperlicher Gewalt von Polizisten daran gehindert worden sind, ihrer journalistischen Arbeit nachzugehen" - unter anderem mit diesen Worten protestiert die Journalistengewerkschaft dju gegen polizeiliche Angriffe auf Journalisten bei der "Seebrücke"-Demonstration am Sonntag in Frankfurt (siehe Altpapier von Mittwoch und dieses Video des Medienkollektivs Frankfurt).

+++ Inwiefern "Regierungen Informationen über Ansteckungs- und Todesfälle zurück halten und versuchen, die Berichterstattung zu manipulieren" (Reporter ohne Grenzen), und zwar nicht nur die Regierungen undemokratischer Staaten - darüber schreibt Steffen Grimberg nebenan im Rahmen der Serie "Medien im Krisenmodus".

+++ Ausführlich mit dem ebenfalls am Mittwoch bereits erwähnten Otto-Brenner-Stiftungs-Arbeitspapier "Armutszeugnis. Wie das Fernsehen die Unterschichten vorführt" beschäftigt sich die taz. Konkretr unter anderem mit der "seit knapp vier Jahren" laufenden Show "Armes Deutschland" (RTL 2): "Darin sind die Protagonist:innen vor allem eines: arm. Viel mehr zeichnet die Familien und alleinerziehenden Mütter in der Show nicht aus – höchstens noch, dass sie entweder stinkfaul sind oder hart arbeitende Menschen, die trotz mehrerer Jobs unter der Armutsgrenze leben. Eins von beiden. Das Leben der vermeintlichen Rabenmutter Nathalie und des aggressiven Marcel kontrastiert die Sendung mit dem von Tina und ihrem Mann Heiko, der neben der Stütze minijobbt, um den drei Kindern etwas bieten zu können (Leuten, die Hartz IV beziehen und nicht arbeiten wollen, denen würde ich sagen, euch sollte man das Geld streichen, weil ihr seid’s nicht wert!’). So spielt 'Armes Deutschland' seine Protagonist:innen gegeneinander aus."

+++ Die FAZ (€) würdigt ihren früheren Theaterredakteur Gerhard Stadelmaier, der am Ostersamstag 70 Jahre alt wird: "Mit seinen gewitzten, nie eindeutig pathetischen oder eigentlich sensiblen Texten schließt er an die Tradition des Wiener Feuilletons an, vor allem aber an die trommelfeuernden Rezensionen Alfred Kerrs, auch dadurch, dass er den Schmerz über einen gescheiterten Abend hinter beißendem Hohn versteckt", schreibt Simon Strauß.

Neues Altpapier gibt es wieder am kommenden Dienstag. Frohe Ostern!

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