Das Altpapier am 28. Juli 2022 Alles wohlfeil

Neues von den Führungspersönlichkeiten des RBB. Die Intendantin findet nicht viel Unterstützung. Der Rundfunkrat der Anstalt besitzt "Charme", bräuchte aber Professionalisierung. Außerdem heute dabei: Rewe, Obi und der NABU. Ein Altpapier von Christian Bartels.

Das Altpapier am 28. Juli 2022: Porträt des Altpapier-Autoren Christian Bartels
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Einkaufsprospekte, Zeitungsverlage, Fußabdruck

Alle sparen Energie, sogar Bundespräsident Steinmeier in seinem Berliner Schloss. Diese putzige dpa-Meldung schaffte es kürzlich auf Titelseiten niedersächsischer Regionalzeitungen. Das verdient nicht unbedingt deshalb Erwähnung, weil der mit knapp einem Viertel der Anteile größte Gesellschafter der Madsack-Zeitungen die ehemalige Steinmeier-Partei SPD ist. Aber vielleicht, weil zum selben Zeitpunkt nur zum Beispiel schwere Waldbrände außer im europäischen Aus- auch im Inland tobten und auch solche brisanteren Meldungen an derselben Stelle hätten erscheinen können.

Wer nun ebenfalls Energie spart: populäre Ladenketten wie Rewe.

"'Zum 1. Juli 2023 wird der Druck und die Verteilung der Prospekte eingestellt', teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Umstellung spare mehr als 73.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen CO2, 1,1 Millionen Tonnen Wasser und 380 Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr. Bereits im Juni hatte Deutschlands größte Baumarktkette Obi angekündigt, ab sofort auf Prospekte zu verzichten. Prospekte und Handzettel gehören zu den verbreitetsten Werbemitteln in Deutschland. Nach Branchenschätzungen landen über 28 Milliarden davon Jahr für Jahr ungefragt in den Briefkästen. Umweltschützer kritisieren, das führe zu Unmengen unnötigen Abfalls, vergeude Ressourcen und heize den Klimawandel an."

Das melden Werber-orientierte Medien wie meedia.de und wuv.de. Wobei das zitierte Lob des NABU-Bundesgeschäftsführers nicht von meedia.de eingeholt wurde, sondern bereits in der deutlich ausführlicheren Rewe-Pressemitteilung enthalten ist:

"Der NABU ist froh, dass REWE sich ernsthaft ihrer Verantwortung stellt und mit dem Ausstieg aus dem Handzettel vorangeht. Dies ist eine wichtige Entscheidung zum Wohle der Natur, der hoffentlich viele Wettbewerber im Lebensmitteleinzelhandel folgen werden",

wird Leif Miller da zitiert. Tatsächlich dürfte die durchaus weitreichende Entscheidung des Rewe-Konzerns von rein betriebswirtschaftlichen Gründen mitbeeinflusst worden sein. Schließlich waren schon im vorigen Herbst, als noch kein Krieg die Energie verteuerte, wegen Wald- und Weltmarkt-Faktoren "drastisch steigende Papierpreise" ein Problem für alle, die Papier zum Bedrucken kauften, also auch für Zeitungsverlage (Altpapier).

Sicher stimmen die von Rewe und Nabu verkündeten Zahlen. Vielleicht sollte man mit Lob aber warten, bis klar ist, was der Rewe-Konzern, der im dichtbesetzten deutschen Lebensmittelhandel-Markt ja im scharfen Wettbewerb steht, stattdessen mit den Werbemillionen anstellt, die nun nicht mehr an Papierhersteller und Druckereien, an Speditionen, deren Lkws das Papier hin und herfahren, und an regionale Tages- und Anzeigenzeitungen, die bislang noch beigelegte Rewe-Prospekte oft umhüllen, fließen werden. "Aufschnitt-Porno, mach’s gut", scherzt die "SZ" (der vermutlich selten Rewe-Prospekte beiliegen) auf ihrer heiteren Bunten Seite zwar, aber die Zeitungsverlage werden sich nicht freuen.

Ich hatte im Dezember mit dem Buchwissenschaftler Daniel Bellingradt über ökonomische und ökologische Aspekte Papier-basierter und digital-elektronischer Medien gesprochen. Dass digitale und Papier-Medien sich unter ökologischen Aspekten nicht grundsätzlich unterscheiden, lautet eine seiner Thesen, denn:

"Hardware und Software und Cloud gehören zusammen – die nicht ganz so sichtbare Infrastruktur unserer Kommunikationsströme und Mediennutzungen muss mitgedacht werden. Hinter dem Display brummen riesige Serverfarmen, die Unmengen an Strom verbrauchen, Wärme abgeben und gekühlt werden müssen und daher meistens in nördlichen Regionen stehen"

Voraus sagte er:

"Was die Klimadebatte derzeit an Themen andeutet, wird auch unsere Kommunikationsgewohnheiten erfassen. Dann werden wir uns überlegen, ob wir wirklich jedes Video auf TikTok hochladen müssen. Dann ist zu klären, ob Papier aus nachwachsenden und wiederverwertbaren textilen Rohstoffen beim CO2-Fußabdruck nicht besser abschneidet als Online-Kommunikationszusammenhänge."

Heißt: Falls Rewe oder seine Agenturen etwa auf die Idee kämen, nun umso mehr Kampagnen auf Tiktok oder Facebooks Instagram zu veranstalten, bei denen zufriedene Kunden Videos raufladen sollen, müsste der Nabu seine Haltung noch mal überdenken.

Jetzt aber zum Medienmedien-Topthema des Tages.

Reaktionen auf Schlesingers Interviews

Wer als kleine Anstalt so unterschiedliche Bundesländer wie Brandenburg und Berlin bespielen muss, hat's nicht janz leicht, doch der RBB besitzt durchaus Stärken. Das Sprüche-Klopfen gehört dazu, zumindest beim Junge-Leute-Sender "Fritz". Ob Erwachsenen-Sprüche à la "Wir lieben das Warum" oder "Bloß nicht langweilen" auch zünden oder wenigstens zutreffen – dazu dürfte es unterschiedliche Meinungen geben. Dass das Nicht-langweilen-Gebot von der Chefinetage seit Wochen in einer Weise übererfüllt wird, das nicht beabsichtigt gewesen sein dürfte, hatten neulich schon die RBB-Freien bemerkt.

Heute gibt's Neues von bzw. über diverse(n) Führungspersönlichkeiten des RBB. Die beiden Vorsitzenden der Anstalts-Freundeskrei..., pardon Aufsichtsgremien, äußern sich. Erst mal aber zur Intendantin Patricia Schlesinger, die derzeit auch ARD-Vorsitzende ist und gestern hier im Korb vorkam. Vergangene Woche hat Schlesinger nicht nur ein überraschendes Interview gegeben, also das hier knapp erwähnte aus dem "Tagesspiegel", sondern auch noch ein Audio-Interview, und zwar dem Inforadio ihres eigenen RBB. Hier lässt sich das hören und/oder (gekürzt) lesen.

Im Kern sagte Schlesinger sinnvollerweise jeweils das gleiche. Sie brachte einige, nennen wir es Sprüche, die offenkundig darauf zielten, Unterstützung zu finden – etwa indem sie vom "Kampagnencharakter" der zunächst von Springer-Medien gegen sie erhobenen Vorwürfe sprach, von "Kräften ..., die uns schaden wollen", und von sich selbst als "wohlfeilem Opfer" oder "Objekt" solcher Kampagnen.

Dieses Unterstützung-Finden hat nicht funktioniert, lässt sich nun sagen. Sowohl auf der "FAZ"-Medienseite als auch, überraschender, auf der der "SZ" wird Schlesinger heute noch schärfer kritisiert als bisher:

"Die 'Springer-Presse', aus Schlesingers Sicht und in Schlesingers Worten könnte man auch sagen: ein wohlfeiler Gegner",

schreibt Aurelie von Blazekovic in der "Süddeutschen", die tendenziell ja nicht zu den Springer-Freunden und Öffentlich-Rechtlichen-Gegnern zählt. Und:

"Sicher, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat viele Gegner, sie lauern in Landtagen nicht nur in Ostdeutschland, in Leserbriefspalten, in den vielen deutschen Wohnzimmern, wenn mal wieder eine 'Tatort'-Wiederholung läuft. Sie lauern auch dort, wo die vormals unbeteiligt augenklimpernde Maus zur superprogressiven Umerziehungsinstanz stilisiert wird. Wer von allen Genannten aber hängt aber Patricia Schlesinger eine Berateraffäre an? Die Unschuldsvermutung gilt. Doch dafür, dass es sich hier nun um nichts als eine feindliche Kampagne handeln soll, haben die Vorwürfe bereits ziemlich ernsthafte Konsequenzen in der beitragsfinanzierten Rundfunkanstalt."

Bei Springers businessinsider.de hat von Blazekovic nach den vom RBB früh angekündigten presserechtlichen Schritten gegen das Medium gefragt und von Chefredakteur Kayhan Özgenç, erfahren, dass bislang nur "eine Aufforderung zur Unterlassung von fünf Behauptungen" am 8. Juli einging, die das Springer-Medium gerne selbst bekannt machte (Altpapier) und nicht einhält. Tatsächlich zeigt sich businessinsider.de nicht eingeschüchtert. "RBB will neues Medienzentrum mit Hilfe des Betriebsrenten-Topfs finanzieren", heiß ein vorgestern erschienener Artikel.

Auf der "FAZ"-Medienseite (€) wirft heute Dirk Metz ("von 1999 bis 2010 Staatssekretär und Regierungssprecher in Hessen" sowie Geschäftsführer einer nach ihm benannten Agentur) Schlesinger "Flapsig"-keit, "Selbstmitleid" und noch mehr vor, einerseits wegen des "Tagesspiegel"-Interviews, andererseits anhand ihrer eigenen Karriere:

"Was mich allerdings ebenso beeindruckt wie verstört, ist der larmoyante Ton von Schlesingers Verteidigung. Sie beklagt sich darüber, dass an allem gezweifelt werde, dass jeden Tag etwas Neues komme – 'und wir gehen davon aus, dass das noch eine Weile so weitergeht'. War sie doch in den Neunzigerjahren und im Jahrzehnt darauf selbst Reporterin und Moderatorin von 'Panorama' – bis heute eines der kritischsten Magazine des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und einer der Eckpfeiler des investigativen Journalismus in Deutschland –, bevor sie zur Intendantin des RBB ... gewählt wurde. Somit ist sie selbst ein Kind des investigativen Magazin-Journalismus ..."

und müsste das "für sie unschöne Strickmuster der Angriffe" kennen.

RBB-Aufsichtsgremien-Vorsitzende sagen auch was

Ebenfalls geäußert haben sich nun die Vorsitzenden der RBB-Aufsichtsgremien. Erstens ist da ja Wolf-Dieter Wolf, der Vorsitzende des (kleineren, wichtigeren) RBB-Verwaltungsrats, der dieses Amt inzwischen ruhen lässt, weil einige der Vorwürfe ihm selbst gelten. Wolf sprach, nicht in Form eines Wortlaut-Interviews, mit der "Berliner Morgenpost" und kündigte an, auch seinen Aufsichtsratschefposten bei der Messe Berlin "im Herbst abzugeben", was aber aus Altersgründen geschehe, "lange geplant gewesen" und "ausdrücklich keine Reaktion auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe" sei.

Der Vorsitzenden des RBB-Rundfunkrats gelten keine Vorwürfe im Rahmen der Affäre. Bloß, dass sie genau wie Wolf und Schlesinger vergangene Woche nicht bei der Brandenburger Landtags-Sondersitzung erschienen war, wäre vielleicht einer. Nun hat Friederike von Kirchbach, die für die Evangelische Kirche in den Rundfunkrat einzog, dem "Tagesspiegel" ein ähnlich freundliches wie langes Interview gegeben. Vielleicht am interessantesten ist die Antwort auf die Frage "Wie groß ist die Nähe, wie groß die Distanz zwischen Rundfunkratsvorsitzender und Intendantin?". Sie lautet:

"Ich bin seit 2013 Rundfunkratsvorsitzende. Im Jahr 2016 haben wir unter meiner Leitung Frau Schlesinger als Intendantin gewählt. Seitdem arbeiten wir zusammen und das ist ein intensives Geschäft. Aber Sie dürfen nicht vergessen: Ich mache dieses Amt im Ehrenamt. Bis vor einem Jahr war ich hauptberuflich Pfarrerin in Kreuzberg. Das war mein Kontext. Im beruflichen Kontext sind wir uns eigentlich nie begegnet. Wenn rundfunkratsspezifische oder RBB-Spezifische Fragen aufgekommen sind, haben wir zusammengearbeitet. Und ansonsten hatte jeder von uns ein sehr unterschiedliches Leben. Das ist ja auch der Charme des Rundfunkrates: Alle 28 Menschen, die derzeit entsandt sind, kommen aus unterschiedlichen Kontexten. Deswegen glaube ich, dass so ein Gremium nicht nur für den RBB bereichernd ist. Wir sind nicht der coole Aufsichtsrat, der materiell von seinem Amt profitiert: Wir sind im Ehrenamt unterwegs, ich und alle anderen auch."

Das "bereichernd" bitte auf keine Goldwaage legen! Das ist eindeutig immateriell gemeint, zeigt ja schon der folgende Satz. Anschließend werden sich Interviewer Benjamin Lassiwe und von Kirchbach schnell einig, dass "mehr Fachlichkeit und Professionalität" für die ehrenamtlichen Anstalten-Kontrolleure gut wären. Niemand, der das Interview gelesen hat, dürfte widersprechen wollen. Die Freundlichkeit zeigt sich etwa darin, wie wortreich von Kirchbach die vom Rundfunkrat genehmigte 16-prozentige Gehaltserhöhung für die Intendantin verteidigt. "Es ist aber wohlfeil, das jetzt mit in den Korb der allgemeinen Vorwürfe zu werfen" sagt sie u.a. – endlich übernimmt mal jemand Patricia Schlesingers Framing!

Die aktuellen Intendanten-Gehalts-Charts

Intendantinnen- und Intendanten-Gehälter werden von der ARD inzwischen unspektakulär, aber transparent veröffentlicht. Ob "als Reaktion auf die Welt-Berichterstattung", wie Springers "Welt" unter diesem Artikel aus dem Juni schreibt, sei dahingestellt. Jedenfalls zirkulieren "Was die Chefs von ARD und ZDF verdienen"-Aufbereitungen ziemlich zeitlos, als ähnlich wie "So schützen Sie sich gegen Zecken!" (und 2022 natürlich "So sparen Sie Energie"!) wiederverwertbarer bzw. wohlfeiler Internet-Content in sämtlichen Publikumsportale im Internet. Außer bei tagesschau.de.

Gerade machen die Gehälter als Agenturmeldung und dank businessinsider.de die Online-Runde. Im Vergleich zeigt sich, dass RBB-Chefin Schlesinger trotz der beschlossenen Erhöhung (über die nun ja alle noch mal beratschlagen wollen) mit 303.000 Euro im Jahr gar nicht in der Spitzengruppe, sondern immer noch weit hinter ihrem Vorgänger als ARD-Vorsitzendem, dem prominenten WDR-Intendanten Tom Buhrow liegt. Aktuell übertrifft Buhrow als einziger im Kolleginnen- und Kollegenkreis souverän die 400.000-Euro-Marke.

Im Sinne des konstruktiven Journalismus zitieren wir hier zwei positive Beiträge, die zeigen, dass es auch anders geht:

"Katja Wildermuth übernahm ihr Amt beim BR im Februar 2021, mit einem Einstiegsgehalt von 340.000 Euro. Bei ihrem Vorgänger, Ulrich Wilhelm, lag das Salär allerdings noch bei 403.000 Euro. Grund sei, dass Wildermuth sich noch in der ersten Amtsperiode befinde, teilte der BR auf Anfrage der 'Welt'  mit. Auch der Saarländischen Rundfunk hat im vergangenen Jahr das Intendantengehalt um etwa fünf Prozent auf 245.000 Euro gekürzt."

Man könnte jetzt noch, wenn wir bei Zahlen sind, anfügen, dass die von RBB-Management und -Aufsichtsgremien gespannt beschworene extern-anwaltskanzleiliche "Compliance"-Untersuchung, ob denn an den Vorwürfen was dran sei, bereits mit gewaltiger Manpower angelaufen ist:

"Sechs Anwälte sind in Marsch gesetzt, um jeden Anwalt herum gruppiert sich ein Team. Die an die 30 Aufklärerinnen und Aufklärer brauchen Material",

berichtete wiederum der "Tagesspiegel" und will dann auf die Pointe hinaus, dass dafür noch Studentische Hilfskräfte gesucht würden, die bereits jetzt mit dem erst ab 1. Oktober geltenden gesetzlichen Mindestlohn entlohnt werden sollen... Aber nun reicht es erst mal mit RBB-Stoff. Die Berlin-Brandenburger Rundfunkanstalt dürfte auch in den kommenden Wochen und Monaten noch für so gute oder zumindest so ausdauernd für Unterhaltung sorgen wie ... wie Dieter Nuhr (um das im ARD-Ersten wohl populärste RBB-Aushängeschild zu nennen). 

Altpapierkorb (Kritik am EuGH, Sekt in Kiew, Zorn@Germany, Bertelsmann in Frankreich, Rundfunkfreiheit ist nicht Pressefreiheit)

+++ Das liest man nicht oft: Kritik am Europäischen Gerichtshof. "Ärgerlich ist ... weniger die Kompetenzanmaßung, sondern vor allem das falsche innenpolitische Signal. Hier werden präventiv Sender stillgelegt, statt wie üblich auf die Kraft des Diskurses zu vertrauen und Verbote auf konkrete Straftaten und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten zu beschränken", schreibt Christian Rath in der "taz" zur EuGH-Entscheidung, dass grundsätzliche Sendeverbote für russische Staatsmedien wie RT Deutsch rechtens sind. +++

+++ Prominente deutsche Sozialdemokraten zeigten sich in Kiew medienöffentlich in Posen, die sie länger begleiten, ihnen aber kaum zum Vorteil gereichen werden. "Ist es kleinlich, sich wie Twitter-Nutzer unter #Kriegstourismus darüber zu echauffieren, dass ein paar Politiker mit Sekt anstoßen, während im Ukrainekrieg jeden Tag zahllose Zivilisten und Soldaten sterben?", fragt Melanie Mühl in der "FAZ". "Laschet-Moment?", fragte Medienwissenschaftlter Hermann Rotermund. +++

+++ Werner Zorn empfing am 3. August 1984 10.14 Uhr in Karlsruhe unter der Adresse "Zorn@Germany" "die erste E-Mail, die jemals hierzulande ankam". Was er über den anschließenden Fortgang der digitalen Entwicklung in Deutschland sagt, steht heute in einem Seite-3-Stück der "SZ" (€). +++

+++ Bertelsmanns Plan, sein französisches Fernsehgeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Marktführer TF1 einzubringen und so Anteilseigner eines "nationalen Champions" in Frankreich zu werden, könnte wider Erwarten verboten werden, schreibt meedia.de: "Ein Aus der Senderfusion in Paris würde [Bertelsmann-Chef] Rabes gesamte Firmenstrategie schwer ins Wanken bringen". +++

+++ Mit Bundespräsident Steinmeier begann diese Kolumne, am Ende kommt er mit "seiner Rede zum 30-jährigen Bestehen des MDR am 29. Juni in Leipzig" nochmals vor. "Viele begrüßenswerte und zum Nachdenken anregende Überlegungen", meint Dieter Dörr, einer der führenden Medienrechtler, bei "epd medien". Allerdings, den MDR als "Bastion der Pressefreiheit" zu bezeichnen, gehe gar nicht – wie Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 im Grundgesetz zeigt. "Die Rundfunkfreiheit stellt weder einen Unterfall der Pressefreiheit dar noch ist sie mit dieser deckungsgleich", argumentiert Dörr.

Neues Altpapier gibt's wieder am Freitag.

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