Das Altpapier am 21. November 2018 Das Gegenteil von True Media

Wir werden das Wort einfach nicht los. Und das Thema leider auch nicht. Nennen wir es hier Desinformation. Die B.Z. gibt ein Beispiel. Verlage gründen eine Initiative für Wahrheit – obwohl sie mit erfundenen Geschichten Geld verdienen. Und ein Chefredakteur sucht nach Erklärungen. Ein Altpapier von Ralf Heimann.

Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 21. November 2018: Wordcloud "Fake News"
Bildrechte: Collage MEDIEN360G

Wir hatten vor längerer Zeit schon mal festgestellt, dass es gar nicht so klug ist, Kampfbegriffe ständig zu wiederholen, weil sie sich nur immer weiter festsetzen – egal in welchem Zusammenhang man sie verwendet. Doch das scheint sich entweder nicht herumgesprochen zu haben, oder man hat es verworfen wie so vieles, weil Umschreibungen dann ja doch am Ende sehr umständlich sind. Und wie will man Meldungen denn auch nennen, wenn sie nicht richtig sind, vielleicht sogar vorsätzlich? Falschmeldungen etwa? Desinformation?

Ein Blick auf die Nachrichten der letzten Stunden und Tage zeigt: Zumindest, wenn es um diesen einen Punkt geht, hat Donald Trump wohl gewonnen.

Moment. Wie bekämpft man "Fake News" wirksam? Schauen wir da doch mal rein.

Paul-Josef Raue, der Autor der Kolumne, schreibt:

"Ist 'Fake News' überhaupt ein Begriff, den Journalisten nutzen können? Ist er nicht zum Kampfbegriff gegen seriösen Journalismus geworden? Haben ihn nicht Politiker wie Trump – oder bei uns Pegida und AfD – so negativ aufgeladen, dass er für eine sachliche Debatte untauglich geworden ist? 'Fake News' ist ein Oxymoron, ein sich widersprechender Begriff: Ein Teil des Begriffs bezeichnet Nachrichten, also Informationen, nach denen sich die Menschen richten können, die wahr sind; der zweite Teil des Worts bezeichnet das genaue Gegenteil. Der Begriff sollte also gemieden werden."

Er selbst verwendet die Formulierung dann auch tatsächlich nur an einer Stelle seines Textes. Aber sie ist Teil des Unesco-Handbuchs "Journalismus, 'Fake News' und Desinformation", um das es in der Kolumne geht.

Und mal ehrlich, wie klingt denn auch die Überschrift:

"Journalismus-Kolumne: Wie bekämpft man vorsätzliche Falschmeldungen?"

Eben.

Und das ist wahrscheinlich das Hauptproblem, das wir so schnell auch nicht loswerden. Der Begriff mag zweifelhaft sein. Das wissen wir. Er ist nicht mal exakt, weil er im Sinne des Mannes, der ihn geprägt hat, eben auch Fakten benennt, die gar nicht falsch sind, sondern nur unangenehm. Aber er ist griffig, und damit gewinnt er.

Inhaltlich findet sich in dem Handbuch, das Raue rezensiert, nicht viel Neues für Menschen, die schon länger in diesem Beruf arbeiten. Die Grundregeln lassen sich unter den Schlagworten Genauigkeit, Unabhängigkeit, Fairness, Vertraulichkeit, Menschlichkeit, Verantwortlichkeit und Transparenz zusammenfassen.

Zwei Zahlen und ihre Geschichte

In einem aktuellen Fall, den Moritz Tschermak Anfang der Woche fürs Bildblog aufgegriffen hat, scheint der Autor diese Grundregeln vor lauter Empörung vergessen zu haben. Das ist aus mehreren Gründen schlecht und gut eigentlich nur, weil sich so ein interessantes Beispiel dafür ergibt, wie Falschmeldungen wirken, wenn sie ein vorhandenes Gefühl treffen. Hier geht es um das diffuse Gefühl: "Mit frei herumlaufenden Straftätern gehen die Behörden viel zu nachlässig um."

Gunnar Schupelius hat sich in seiner Kolumne "Mein Ärger" im Boulevardblatt B.Z. vor anderthalb Wochen – natürlich – darüber geärgert, dass zwei Zahlen nicht zusammenpassen – eine, die er vom Berliner Justizsenator auf seine Frage bekommen hat, wie viele Menschen in Berlin per Haftbefehl gesucht werden (1633), und eine andere, die die Bundesregierung veröffentlicht hat (8585).

Wenn zwei Zahlen so weit auseinanderliegen, könnte man sich als Journalist ein paar Fragen stellen: Habe ich etwas übersehen? Meinen die Zahlen etwas ganz anderes?

Schupelius hat das möglicherweise auch getan, aber erst mal hat er seine Recherche veröffentlicht. Klassisches Anreiz-Problem in dieser Standardsituation ist leider, dass solche Versäumnisse sich oft eher positiv als negativ auf den Erfolg einer Nachricht auswirken. So auch in diesem Fall:

"Die 'Bild'-Redaktion verbreitete den Beitrag unter ihren knapp 2,5 Millionen Fans bei Facebook. AfD-Abgeordnete teilten ihn, genauso AfD-Kreisverbände, AfD-Stadtverbände, 'BadenWürttemberg freiheitlich-patriotisch-traditionsbewusst', 'Viktor Orban Fanclub', 'Aus Liebe zu Deutschland', 'Reale Verschwörungen!', 'Völker dieser Welt erheben sich !!', 'Die Patrioten für Deutschland'" und so weiter. Der zornige Gunnar Schupelius und die 'B.Z.' haben ihnen allen mit falschen Fakten neues Futter für ihre Stimmungsmache gegen Staat und Politik geliefert. Schupelius' Fehler schafften es sogar ins Berliner Abgeordnetenhaus."

Henryk M. Broder war Ende vergangener Woche auf die Kolumne gestoßen. Seitdem ist auf der Website Achgut.com auch sein Kommentar zum Thema zu finden:

"Gunnar Schupelius hat bei zwei Berliner Senatoren nachgefragt, wie viele Haftbefehle in Berlin nicht vollstreckt werden. Die Antworten der Amtsinhaber offenbarten ein profundes Nichtwissen. Wie kann es sein, dass diese beiden Versager noch nicht einsitzen? So inkompetent, wie sie sind, könnten sie auch durch zwei Opossums aus dem Beriner ZOO ersetzt werden."

Eine Korrektur habe ich nicht entdeckt, auch nicht unter der Kolumne von Gunnar Schupelius, die immer noch unverändert im Netz steht und mit der Frage endet: "Weiß in diesem Senat eine Hand überhaupt noch, was die andere tut?"

Die Narrative der Echokammer

Man könnte es witzig finden, wenn es nicht zum Verzweifeln wäre – ebenso wie das, was Marc Felix Serrao in seinem Interview für die NZZ von Torsten Kleditzsch erfahren hat, dem Chefredakteur der "Freien Presse" in Chemnitz. Kleditzsch hatte Angela Merkel zu einer Diskussion zu Gast. Nun kursiert im Internet das Gerücht, die Zeitung habe das Publikum selbst zusammengestellt und die Regierung habe inhaltliche Vorgaben gemacht.

Den ersten Vorwurf nennt Kleditzsch "einfach nicht wahr", den zweiten "Unsinn". Er kritisiert auch die "Ungenauigkeit einiger etablierte Medien", die in ihrer Berichterstattung von "ausgewählten Teilnehmern" gesprochen hätten. Als Beispiel nennt er auch die Tagesschau.

"Das war sicher keine böse Absicht, sondern einfach ungenauer Sprachgebrauch. Aber es hilft denen, die dieses Casting-Narrativ verbreiten",

sagt Kleditzsch. Und er sagt noch einige interessante Dinge, zum Beispiel über die Gründe für die Anfeindungen gegen ihn:

"Ich vermute, dass die Kampagne gegen uns etwas damit zu tun hat, dass solche Veranstaltungen (die Diskussion mit Angela Merkel, Anm. Altpapier) die eingeübten Narrative der Echokammer stören. Deshalb ist die Energie so gross, schnell eine eigene Erzählung dagegenzusetzen."

Auf ihrer Medienseite berichtet die FAZ heute über eine neue Studie, in der es darum geht, wie sich diese Energie im Netz noch multiplizieren lässt. Vermutet hatte man es eh schon. Jetzt haben Wissenschaftler es auch nachgewiesen: "Social Bots verbreiten Falschinformationen in außergewöhnlichem Maß."

Interessant ist dabei der Einfluss von etablierten Medien. Im Text heißt es:

"Als wenig glaubwürdig bezeichnen die Forscher jene Quellen und Websites, die von 'angesehenen' Medien als solche eingestuft werden."

Immerhin gäbe es in diesem Fall auch eine konkrete Lösung:

"Es reichte aus, zehn Prozent der Bots auszuschalten, um zu verhindern, dass Falschinformationen in beträchtlichem Maße geteilt werden."

Initiative für innere Wahrheit

Vor diesem Hintergrund ist die folgende Nachricht besonders ärgerlich. Fünf Verlage wollen der Realität ihre eigene Erzählung entgegenstellen. Und wahrscheinlich wird das sogar gelingen, denn es handelt sich um fünf der größten Medienkonzerne in Deutschland. Petra Schwegler schreibt in der Werben & Verkaufen:

"In Zeiten von 'Fake News' nimmt das Misstrauen gegenüber klassischen Medien zu. Dem wollen fünf Verlage etwas entgegensetzen: 'True Media'. Die Medienkonzerne Axel Springer, Bauer Media Group, Gruner und Jahr, Funke Mediengruppe und Hubert Burda Media haben diese Agenda in fünf Punkten (…) präsentiert – unmittelbar vor der OWM-Fachtagung der wichtigsten Werbekunden." 

Auch das könnte witzig sein, wenn es nicht so absurd wäre. Springer gibt, wie wir wissen, unter anderem die Bild-Zeitung heraus, in der es sicher auch um eine Wahrheit geht, oft aber wohl um eine andere, als wir sie hier meinen – eine "innere Wahrheit", wie wir noch vor ein paar Tagen vom Chefredakteur Julian Reichelt im Interview mit der Schülerzeitung "Go Public" erfahren haben (Altpapier).

Im Falle der übrigen Verlage ist es noch etwas frappierender, denn dort verdient man Geld mit einer Mediengruppe, die ungefähr das Gegenteil von "True Media" ist. Sowohl Gruner und Jahr als auch Bauer, Funke und Burda haben Yellow-Press-Titel im Angebot, in denen Redakteure sich Monat für Monat Geschichten über Prominente ausdenken oder sie so frisieren, dass sie sich mit vielen Attributen belegen lassen – nur eben nicht mit dem Wort "wahr".

Eine wirklich sinnvolle Initiative, die dem Misstrauen gegenüber Medien etwas entgegensetzen würde, wäre, all diese Titel vom Markt zu nehmen – am besten noch heute.

Kehren wir aber noch einmal zur gemeinsamen Erklärung der fünf Verlage zurück. In Punkt 3 steht:

"Wir investieren in die Wahrheit: Unsere publizistische Verantwortung nehmen wir sehr ernst – in Print und Digital. Wir recherchieren, wir überprüfen und wir separieren die Wahrheit, auch die unbequeme, von der Falschinformation – ob es um politische, inspirierende oder unterhaltende Inhalte geht."

Na, dann.

Das Flüstern der eigenen Empfindung

Auch in der Diskussion um das Leistungsschutzrecht gibt es sicher einige Parallelen. Wenn es um die eigenen Futtertröge geht, kann Wahrheit ja schon mal das sein, was das eigene Empfinden von Gerechtigkeit einem zuflüstert: "Es ist so ungerecht, dass Google so viel Geld verdient und wir immer weniger. Die sollen auch was abgeben – wie auch immer wir das begründen."

Das Ergebnis kennen wir. Und während Zeitungen wie die FAZ in ihrer Berichterstattung gerne so tun, als gäbe es dazu nur eine einzige Sichtweise – nämlich ihre, dass Google ein Raubritter sei –, hat die Welt jetzt den Schriftsteller Ingo Schulze gebeten, einen Text über das Urheberrecht zu schreiben, bei dem das Ergebnis möglicherweise nicht ganz absehbar war. Beim Lesen hat man jedenfalls ein bisschen das Gefühl, dass die Redaktion sich am Ende gefragt hat, ob man den Auftrag nicht vielleicht doch besser jemand anderem gegeben hätte.

An einer Stelle korrigiert die Redaktion Schulze sogar noch im Text.

Schulze schreibt:

"(…) Das 2013 in Deutschland eingeführte Verlegerleistungsschutzrecht hat kurioserweise dazu geführt, dass große Verlage wie Axel Springer Google freiwillig eine 'Null-Euro-Lizenz' erteilt haben, damit Google weiterhin kostenlos die entsprechenden Zeitungsartikel verlinkt."

Die Redaktion ergänzt:

"Anmerkung der Redaktion: nicht 'freiwillig', sondern weil die Axel Springer SE wegen der Marktbeherrschung Googles und dem daraus folgenden wirtschaftlichen Druck keine andere Möglichkeit sah."

Zum geplanten europäischen Leistungsschutzrecht schreibt Schulze:

"Wie dieses Modell mit einer längeren Schutzfrist europaweit funktionieren soll, da es schon in Deutschland nicht funktioniert, bleibt ein Rätsel." 

Und das Rätsel würde noch etwas größer werden, wenn es kommen würde, wie Google-Manager Richard Gingras im Gespräch mit dem Guardian skizziert hat.

"He told the Guardian that the future of Google News could depend on whether the EU was willing to alter the phrasing of the legislation."

Für den Fall, dass Google den Dienst dann abstellen sollte und die Klickzahlen in der Folge so dramatisch einbrechen, dass die Verlage noch tiefer in den Abgrund gezogen werden, kann man sich auch schon jetzt denken, welche Erzählung dann wieder herhalten müsste, um die ganze Misere der Branche zu erklären. Natürlich, mal wieder: Google ist schuld.


Altpapierkorb (Medienforum auf 365 Tage erweitert, britischer Großverlag wankt, neuer Boom: gemeinsame Recherche)

+++ Die NRW-Landesregierung hat dem Branchentreff Medienforum den Geldhahn abgedreht und verkauft das, wie Hans Hoff auf der SZ-Medienseite erklärt, wie man es eben verkauft, wenn man gerade ein PR-Lehrbuch gelesen hat: "Medienforum NRW ist künftig das ganze Jahr." Das sagt der zuständige Staatssekretär Nathanael Liminski. In Zukunft will die Landesregierung das Global Media Forum in Bonn mit 600.000 Euro fördern.

+++ Moritz Baumstieger bespricht auf der SZ-Medienseite den Thriller "Saat des Terrors", der heute Abend um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen ist. So wirklich überzeugt ist er nicht: "In manchen Momenten wirkt die Produktion jedoch eher wie eine Art verfilmter TKKG-Roman: Böse schauen grundsätzlich sehr böse, Zwielichtige lächeln immer sehr zwielichtig – und Verdächtige halten in ihren Gemächern eben Handreichungen mit Beweisen gegen sich selbst vorrätig." Matthias Hannemann schreibt auf der FAZ-Medienseite: "Ins Mark geht 'Saat des Terrors' erst zum Ende."

+++Außerdem auf der FAZ-Medienseite: In der Videospiel-Szene wehren sich Gamer via Twitter gegen Sexismus und Rassismus. Darüber berichtet Axel Weidemann (45 Cent bei Blendle). Und Anna Schudt gewinnt den International Emmy Award. Hier die Meldung.

+++ Der britische Verlag Johnston Press hat am Wochenende Konkurs angemeldet, kurz darauf kam die Meldung, er sei übernommen worden, berichtet Franz Scheele für die Werben & Verkaufen. Der Londoner Verlag gibt etwa 200 lokale und regionale Tages- und Wochenzeitungen heraus. Wie viele es in Zukunft sein werden, ist noch nicht klar.

+++ Nachtrag zur Debatte um den gelöschten Anti-AfD-Sticker im Polizeiruf von vorletzter Woche. Die Stellungnahme des Medienrechtsanwalts Christian Schertz im Deutschlandfunk hatte ich gestern aus Versehen unterschlagen. Schertz sagt: "Ich finde, dies ist ein massiver Eingriff in die Kunst- und Pressefreiheit, die Rundfunkfreiheit, dass man, nur weil hier die Proteste der AfD kommen, so reagiert. (…) Man kann ja nur heute einen politischen Krimi machen, indem man auf die Realität Bezug nimmt. Fiktonale Parteien gibt es eben nicht."

+++ Peter Stawowy hat für sein Dresdner Medienmagazin Flurfunk den neuen Newsroom der Sächsischen Zeitung besucht. Die Zeitung wolle auf lange Sicht "online ausreichend Erlöse zu erzielen, die derzeit noch die verkauften Abos (Print und ePaper) einbringen. Langfristig könnte es dann 'Online only' heißen, schreibt Stawowy. Am Freitag geht das neue Portal saechsisch.de online. 

+++ Die Nachrichtenagentur dpa strukturiert ihren spanischsprachigen Dienst um. Etwa 40 von 50 Stellen fallen weg, meldet Tatjana Kerschbaumer Turi2. "Grund für den Umbau und die Stellenkürzungen beim spanischsprachigen Dienst sei vor allem die schwierige Marktsituation im lateinamerikanischen Raum." Turi2-Reporter Jens Twiehaus kommentiert das bei Twitter: "Beförderungen, Innovationen und Awards meldet die @dpa gerne via Tochtergesellschaft @na_presseportal. Wenn sie aber 40 Stellen für Journalisten streicht, gibt es nicht mal eine dürre Pressemitteilung. Schade, auch für die Kollegen, @dpa_unternehmen."

+++ Eine Personalie: Der bisherige Kicker-Chefredakteur Jean-Julien Beer wird Chefreporter im Sportteil des Weser-Kuriers, berichtet Horizont.

+++ Es hält sich ja hartnäckig die Legende, Stromausfälle würden sich noch neun Monate später in den Geburtenraten niederschlagen. Stimmt wahrscheinlich alles nicht. Ich habe mir den 20. August 2019 vorsichtshalber trotzdem mal im Kalender angestrichen. Facebook hatte gestern technische Probleme, wie unter anderem Spiegel Online schreibt.

+++ Türkische Medien haben Zitate aus Tonaufnahmen veröffentlicht, die die letzten Minuten des Journalisten Jamal Khashoggi dokumentieren sollen. Wie die FAZ berichtet, soll die Stimme eines regelmäßigen Begleiters von Kronprinz Muhammad Bin Salman identifiziert worden sein. Das würde für den Verdacht sprechen, dass der Kronprinz hinter dem Mord steht, den die CIA hat. US-Präsident Donald Trump hat unterdessen, wie ebenfalls die FAZ schreibt, Saudi-Arabien die Treue geschworen und sich zur Frage geäußert, ob der Kronprinz von der Ermordung Kenntnis gehabt haben könnte. Sein Statement: "Vielleicht hatte er dies und vielleicht auch nicht." Wie auch immer die Sache ausgeht, in dem Fall wird man Trump jedenfalls nicht vorwerfen können, er habe gelogen.

+++ Twitter-Chef Jack Dorsey besucht Indien. Dort fliegt ihm sein eigener Kurznachrichtendienst fast um die Ohren. Darüber berichtet Laura Höflinger für Spiegel Online.

+++ Daniel Bouhs schreibt für den Deutschlandfunk über ein Genre, das hier im Altpapier nicht allzu oft vorkommt: Verbraucher-Journalismus – und über einen neuen "Boom" den es laut Bouhs gibt: "die gemeinsame Recherche mit dem Publikum. 'Zeit Online' hat etwa über die Leser die Dispo-Zinsen der deutschen Banken zusammengetragen, Tageszeitungen wie das 'Hamburger Abendblatt' die Eigentumsverhältnisse von Miethäusern."

+++ Das kremlkritische Magazin "New Times" soll über 300.000 Euro zahlen, die höchste Strafe, die jemals gegen ein russisches Medium verhängt wurde, weil die Redaktion es versäumt hatte, Unterlagen bei der Aufsichtsbehörde für Kommunikation rechtzeitig einzureichen. Und die Leser helfen dem Magazin aus der Patsche. Klaus-Helge Donath berichtet für die taz.

+++ Der Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ist vergeben worden. Hier alle Preisträger auf einen Blick.

Offenlegung: Ich schreibe gelegentlich Texte fürs Bildblog.

Neues Altpapier gibt’s am Donnerstag.