v.l.: Sandro Viroli, Ines Meinhardt, Wolf-Dieter Jacobi, Karola Wille, Georg Schmolz, Anette Reiß und Lucie Lisiewicz-Barth
v.l.: Sandro Viroli, Ines Meinhardt, Wolf-Dieter Jacobi, Karola Wille, Georg Schmolz, Anette Reiß und Lucie Lisiewicz-Barth Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Barrierefreiheit Behindertenverbände loben den MDR für seine barrierefreien Angebote

Auf dem 7. Spitzentreffen von MDR, Behindertenverbänden und der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) wurden neue Partnerschaften und programmbegleitende Technologien vorgestellt. Auch der Ruf nach einem Sitz von Behindertenverbänden im MDR-Rundfunkrat wurde laut.

v.l.: Sandro Viroli, Ines Meinhardt, Wolf-Dieter Jacobi, Karola Wille, Georg Schmolz, Anette Reiß und Lucie Lisiewicz-Barth
v.l.: Sandro Viroli, Ines Meinhardt, Wolf-Dieter Jacobi, Karola Wille, Georg Schmolz, Anette Reiß und Lucie Lisiewicz-Barth Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Beim 7. Spitzentreffen der MDR-Intendantin Karola Wille mit den Behindertenverbänden wurde das Team der MDR-Barrierefreiheit für den ständigen Austausch zwischen Sender und den Zielgruppen von den Teilnehmern gelobt. Nur dadurch wäre es dem MDR möglich, seine barrierefreien Angebote an die Bedürfnisse der Nutzergruppen anzupassen, hieß es. Außerdem wurde der hohe Anteil der barrierefreien Angebote des Senders von den Verbänden hervorgehoben. Der MDR sendet knapp 90 Prozent seiner Fernsehsendungen mit Untertiteln (UT). Im Vergleich mit allen anderen ARD-Anstalten belegt er damit Platz 1.

Eine Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt in einer Konferenz.
Die Wortbeiträge wurden in Gebärdensprache übersetzt. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Auch die Anzahl von Sendungen wächst, die mit Gebärdensprache (DGS) oder einer Audiodeskription (AD) ausgestattet sind. Als erste Landesrundfunkanstalt bietet der MDR jetzt fast sechs Prozent seines Programms mit Gebärdensprache an - abrufbar im Fernsehen über HbbTV, im Livestream und in der Mediathek. Zudem sendet der MDR täglich durchschnittlich 3,5 Stunden mit einer Hörbildbeschreibung, der sogenannten Audiodeskription. Der Großteil der Sendungen mit einer Hörbildbeschreibung wird vorproduziert. Seit diesem Jahr werden aber auch wichtige Sportübertragungen live audiodeskribiert.

 "Für den MDR hat das Thema Barrierefreiheit hohe Priorität", so die Intendantin der Dreiländeranstalt, Prof. Dr. Karola Wille, auf dem diesjährigen Spitzentreffen, "der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist für alle Menschen da."

Neue Medienpartnerschaft zum "Louis Braille Festival"

von links nach rechts: Georg Schmolz, Prof. Dr. Karola Wille und Prof. Dr. Thomas Kahlisch
v.l.: Georg Schmolz, Prof. Dr. Karola Wille und Prof. Dr. Thomas Kahlisch Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Der MDR geht eine exklusive Medienpartnerschaft für das kommende Jahr zum "Louis Braille Festival" in Leipzig ein. Das Festival ist europaweit das größte Treffen von sehbehinderten Menschen. Erwartet werden circa 4.000 Gäste aus ganz Europa. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) im Jahr 2019 wird der MDR das "Louis-Braille-Festival", das die DZB zusammen mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband vom 5. bis 7. Juli 2019 in Leipzig ausrichtet, unterstützen.

Die Organisatoren richten das Treffen "inklusiv" aus. Eingeladen sind also auch hör- oder anderweitig eingeschränkte Menschen ebenso wie Menschen ohne Einschränkungen. Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB), freut sich neben dieser Medienpartnerschaft auch über die MDR-Audio App und "das hoffentlich noch weiterhin wachsende Angebot an Audiodeskriptionen im Fernsehen".

Premiere für erste vollbarrierefreie Sendung

Blick in einen Konferenzsaal. Von links nach rechts sitzend: Sandro Viroli, Ines Meinhardt, Wolf-Dieter Jacobi, Karola Wille, Georg Schmolz, Anette Reiß und Lucie Lisiewicz-Barth
Blick in den Konferenzsaal Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Für das Weihnachtsprogramm des MDR-Fernsehens hat die Intendantin die erste vollbarrierefreie Sendung im MDR-Fernsehen angekündigt. Die Reportage "Weihnachten in St. Petersburg" wird am 24. Dezember um 19 Uhr erstmals mit allen verfügbaren barrierefreien Programmzugängen - Untertitel, Gebärdensprache und Audiodeskription - angeboten.

Im nächsten Jahr plant der MDR weitere herausragende Dokumentationen vollbarrierefrei zugänglich zu machen. Auch Nachrichten in Leichter Sprache gewinnen beim MDR immer mehr an Bedeutung. So sollen 2019 täglich von Montag bis Freitag Nachrichten in Leichter Sprache über verschiedene Ausspielwege publiziert werden.

Forderung nach Sitz von Behindertenverbänden im Rundfunkrat

Der Beauftragte der sächsischen Regierung für Menschen mit Behinderungen, Stephan Pöhler, macht auf die immer größer werdende Gruppe aufmerksam, die auf barrierefreie Angebote angewiesen ist. Allein in Sachsen betreffe das etwa 650.000 Personen. Deshalb fordert Pöhler eine bessere Vertretung dieser Menschen im MDR-Rundfunkrat

Eine ähnliche Position vertritt Birgit Diezel vom MDR-Verwaltungsrat. Diezel sieht die Landesregierungen und Landtage in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in der Verantwortung, bei den Verhandlungen zum nächsten Rundfunkstaatsvertrag die Behindertenverbände mit einem Sitz im MDR-Rundfunkrat zu berücksichtigen. Nur so könne die Breite des gesellschaftlichen Lebens in diesem Gremium dargestellt werden.

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2018, 13:45 Uhr