Interview Erfahrungen einer angehenden Film- und Videoeditorin

Claudia Pempel, die beim MDR eine Ausbildung als Film- und Videoeditorin gemacht hat, erzählt von ihren Erfahrungen.

Wie bist Du auf den Beruf Film- und Videoeditorin gekommen? Welche Kriterien spielten eine entscheidende Rolle bei Deiner Berufswahl?

Aufgrund meiner schulischen Bildung (Fachoberschule Technik) und meiner persönlichen Interessen wollte ich gerne einen technischen Beruf ergreifen. Bei der Agentur für Arbeit habe ich mir im Buch "Berufe aktuell" auch Informationen über Medienberufe beschafft und daraufhin eine Bewerbung als Mediengestalter Bild und Ton an den Mitteldeutschen Rundfunk gesandt. Nach dem Vorstellungsgespräch wurde ich gefragt, ob ich auch Film- und Videoeditorin lernen würde. Nach intensiver Information und Gesprächen habe ich mich dafür entschieden.

Kannst Du uns einen typischen Arbeitstag kurz beschreiben? Auf welchen Tätigkeiten liegt der Schwerpunkt?

Die Ausbildung findet in vielen verschiedenen Bereichen der Produktion statt, wie z.B. in der Grafik, im Umzeichnungskomplex, der Regie und hauptsächlich im Schnitt. Wenn ich in der Postproduktion bin, bringt mir ein Redakteur sein Rohmaterial, das er zuvor mit dem Kameramann gedreht hat. Ich digitalisiere es und bereite den Schnitt vor. Der Redakteur informiert mich weiterhin über das Thema des Beitrages und gibt den Text vor, denn zusammen mit den Bildern soll eine Geschichte erzählt werden. Ton und Musik werden von mir bearbeitet, der Sprecher spricht den Text, dann wird der Beitrag gemischt und ist sendefertig.

Welche Fähigkeiten und Interessen sind wichtig für eine erfolgreiche Ausbildung als Film- und Videoeditorin?

Technisches Verständnis ist sehr wichtig, man sollte körperlich und geistig belastbar sein, da oft unter hohen Termindruck Beiträge zur Sendung fertig gestellt werden müssen. Ich muss flexibel und schnell reagieren können, von Vorteil ist außerdem ein besonderes Gefühl für Bild und Ton.

Was findest Du besonders spannend an Deiner Ausbildung?

Der MDR ist ja ein relativ großer Medienbetrieb, dadurch habe ich die Gelegenheit, die verschiedenen technischen Bereiche und gleichzeitig unterschiedliche Berufsbilder kennen zu lernen. Ich bearbeite jeden Tag neue und aktuelle Themen, es ist für mich immer wieder spannend zu erfahren, was in der Region und der Welt passiert.

Was möchtest Du nach Deiner Ausbildung machen? Hast Du schon Pläne?

Auf jeden Fall möchte ich weiterhin in diesem Beruf arbeiten. Ich würde auch gerne Erfahrungen im Ausland sammeln.

Welche Tipps kannst Du Mädchen geben, die auch gern Film- und Videoeditorin werden möchten?

Ihr solltet Interesse an technischen Abläufen, vor allem an Computertechnik, mitbringen. Am besten ist es, sich beizeiten intensiv zu informieren und auszuprobieren. Versucht, im Schülerradio, einer Fotografie/Video AG, bei einem offenen Kanal oder Medienwerkstatt mitzumachen. Nutzt alle Chancen, in die Medienbranche reinzuschnuppern. Erstens seid Ihr euch dann sicher, ob Ihr den Beruf wirklich lernen wollt und zweitens habt Ihr bessere Chancen beim Bewerbungsprozess.