Axel Schulz lächelt in die Kamera
Bildrechte: IMAGO

Boxen Axel Schulz wird 50

Eine Niederlage machte ihn groß und unvergessen. Axel Schulz unterlag 1995 in Las Vegas dem damals schon 46 Jahre alten George Foreman sehr umstritten nach Punkten. Am Freitag wird Schulz 50.

Axel Schulz lächelt in die Kamera
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Keine große Feier

Der weiche Riese wird 50. Axel Schulz ist immer noch der stets freundliche, breit berlinernde Koloss mit der unvermeidlichen Baseball-Kappe. Am Freitag (09.11.2018) feiert der ehemalige Schwergewichts-Boxer, dessen Manager der Ex-Riesaer Oberbürgermeister Wolfram Köhler ist, in seinem Haus in Frankfurt/Oder seinen runden Geburtstag im engsten Familienkreis. Auch beim 50. soll der Rahmen eher übersichtlich bleiben. Schulz sagte: "Seit meine Mutter vor Jahren an meinem Geburtstag verstarb, feiere ich diesen Tag nicht mehr groß."

"Ich bin mehr als zufrieden mit dem Leben, das ich heute führen darf. Ich habe alles richtig gemacht", zog der Vater von zwei Töchtern eine kleine Bilanz. Die ältere besucht als großes Schwimm-Talent das Potsdamer Sport-Gymnasium. Dass Schulz nie einen wichtigen internationalen Titel gewann und in drei WM-Kämpfen dreimal den Kürzeren zog, wurmt ihn in der Nachbetrachtung angeblich überhaupt nicht.

Axel Schulz mit seiner Tochter und Ralf Schumacher mit Sohn.
Axel Schulz (li.) mit seiner Tochter Paulina (2. v. re.). Daneben Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher (re.) und dessen Sohn. Bildrechte: imago/HochZwei

Schulz: Foremans Punktsieg ein Witz

Die Niederlage, die ihn berühmt machte, analysierte er 23 Jahre nach seinem Kampf gegen den Muhammad-Ali-Gegner George Foreman im MGM-Grand-Hotel von Las Vegas kühl. Schulz erklärte: "Natürlich war Georges Punktsieg ein Witz. Aber, wenn man mit so einer Legende im Ring steht, muss man seinen Gegner für einen Sieg eben umhauen. Das ist mir nicht gelungen - Punkt."

Axel Schulz trifft mit seiner Rechten George Foreman am Kopf,  1995
1995: Axel Schulz trifft mit seiner Rechten George Foreman (li.). Bildrechte: imago/Mausolf

Das Foreman-Management hatte sich damals mit dem mutmaßlich ungefährlichen Herausforderer Schulz, der zusammen mit Henry Maske in einem Eisenbahnschuppen in Frankfurt/Oder trainierte, auf eine Verteidigung des IBF-Titels geeinigt. Die Box-Legende war beim Schulz-Kampf am 22. April 1995 bereits 46 Jahre alt. Der "Rumble in the Jungle" mit Ali, der Foreman 1974 in der achten Runde spektakulär k.o. geschlagen hatte, lag über 20 Jahre zurück.

Axel Schulz (li.) und Henry Maske Joggen gemeinsam
Axel Schulz (li.) und Henry Maske trainierten einst zusammen. Bildrechte: IMAGO

Der nicht sehr schlagstarke Schulz überraschte den gealterten Platzhirsch Foreman im Titelkampf mit einem beherzten Kampf. Nach seinem mehr als schmeichelhaften Punktsieg in Las Vegas erschien der im Gesicht stark gezeichnete Foreman auf der Pressekonferenz mit einer dunklen Sonnenbrille. Die vom Verband angeordnete Revanche gegen Schulz lehnte Foreman ab und verlor so seinen IBF-Titel.

Kampf gegen Klitschko um die Europameisterschaft

Dessen mutiger damaliger Gegner, der in Bad Saarow geborene Boxer (26 Siege, 5 Niederlagen), kämpfte vier Jahre später gegen Wladimir Klitschko um die Europameisterschaft. Schulz kassierte eine Niederlage durch technischen K.o. in der achten Runde. Er beendete seine Karriere nach einem missglückten Comeback 2006.

Axel Schulz (vorn, Deutschland) geht zu Boden, li. Wladimir Klitschko (Ukraine)
Axel Schulz (vorn) hängt im Kampf gegen Wladimir Klitschko in den Seilen. Bildrechte: imago/Sven Simon

Beruflich hat der Ex-Schwergewichtler als TV-Box-Experte Fuß gefasst. Er ist gern gebuchter TV-Gast in Talk- und Quiz-Shows. Das Image des bodenständigen Boxers, der auch im Schatten des einst groß inszenierten Gentleman-Boxers Maske genügend öffentliche Aufmerksamkeit genoss, hält schon jahrzehntelang. Er besitzt mit durchschnittlich knapp 18 Millionen Zuschauern im Skandalkampf gegen den danach des Dopings überführten Südafrikaner Francis Botha immer noch den deutschen Box-TV-Rekord.

Ihn befalle ein "komisches Gefühl", wenn er an die Zahl 50 denkt, sagte Schulz Tage vor seinem Ehrentag. Bei "Sport im Osten" erklärte er, er fühle sich morgens "manchmal wie 70, 80". Doch abgesehen von seinen Knieproblemen sei er fit. Der Jubilar berichtete: "Im Keller meines Hauses hängt ein Sandsack und manchmal stemme ich noch ein paar Gewichte."

dpa/mkö

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. November 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2018, 08:22 Uhr

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2 Kommentare

09.11.2018 23:29 Sportler 43 2

Man muss auf dem Podest nicht immer oben stehen um ein Sieger zu sein. Alles Gute zum Geburtstag Axel. Bleib wie du bist!

09.11.2018 08:28 woody 1

Glückwunsch Axel&dass du uns noch lange erhalten bleibst-----------