Boxen | SES-Gala in Magdeburg Keine Giftpfeile zwischen Schwarz und Fernandez

Es war ein ruhiges erstes Aufeinandertreffen zwischen Schwergewichtler Tom Schwarz und seinem mexikanischen Kontrahenten Julian Fernandez. Beide gaben sich zwar siegessicher, aber auf große Sprüche wurde auf der Pressekonferenz vor dem SES-Kampfabend verzichtet. Auch Adam Deines hat sich von der Trainerrochade im Vorfeld nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Tom Schwarz (li.) und sein Kontrahent Julian Fernadez blicken sich in die Augen.
Tom Schwarz (li.) und sein Kontrahent Julian Fernadez blicken sich in die Augen. Bildrechte: MDR/Raphael Honndorf

Tom Schwarz sieht dem anstehenden Kampfabend am kommenden Samstag (22:25 Uhr live im MDR FERNSEHEN und im Stream) entspannt entgegen. Auf der Pressekonferenz vor dem Duell gegen den ungeschlagenen Mexikaner Julian Fernandez gab sich der SES-Boxer ungewohnt zurückhaltend.

Schwarz weiter mit viel Selbstbewusstsein

Man könnte meinen, Schwarz sei auf Grund des Trainerwechsels in der Vorbereitung zu Ulli Kaden eventuell nicht richtig vorbereitet und ist deshalb diesmal nicht so angriffslustig. Dem ist aber nicht so. Der ebenfalls noch unbesiegte SES-Boxer hat nichts von seinem Selbstvertrauen eingebüßt und sich mit Rene Friese noch einen zusätzlichen Technik-Trainer ins Boot geholt. "Ich bin in guter körperlicher Verfassung und fühle mich in Topform. Ich bin bereit für den Kampf", erklärt der 24-Jährige.

Trainer Ulli Kaden, Tom Schwarz und SES-Promoter Ulf Steinforth (v.l.) auf dem Podium der Pressekonferenz
Trainer Ulli Kaden, Tom Schwarz und SES-Promoter Ulf Steinforth (v.l.) auf dem Podium der Pressekonferenz. Bildrechte: MDR/Raphael Honndorf

Sein Kontrahent am Wochenende ist diesmal fast gleich groß, damit hatte Schwarz in der Vergangenheit ein paar Probleme. Durch das Training mit dem "Riesen" Ulli Kaden konnte er sich besser auf seinen Gegner einstellen. "Tom wird das meistern", ist sich sein Trainer sicher. Angesprochen auf die aggressive Kampfweise mexikanischer Boxer sagte Kaden: "Fighten können wir auch, aber wir wollen boxen."

Fernandez-Trainer lobt Schwarz' Technik

Tom Schwarz und Julian Fernandez zeigen ihre Fäuste
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Für Fernandez ist es nicht nur der erste Auftritt in Deutschland, er ist zum ersten Mal außerhalb von Mexiko. Wegen seinem Vater, der ebenfalls im Boxgeschäft tätig ist, trägt er den Spitznamen "Pit Bull junior". Wirklich aggressiv war er deswegen aber nicht, dass soll sich im Ring ändern. "Wir haben eine der besten Trainingseinheiten im Vorfeld gehabt. Wir sind sicher, dass wir den Gürtel nach Mexiko mitnehmen", erklärte der 1,93 Meter große Fernandez.

Trainer José Contreras glaubt ebenfalls, dass sein Schützling siegreich sein wird und Schwarz in seinem 22. Kampf die erste Niederlage kassieren wird. "Julian ist nicht nur als Profi ungeschlagen – sogar in seiner Amateurkarriere konnte ihn niemand schlagen. Ich gehe fest davon aus, dass wir siegen", sagte er. Aber er hat auch Lob für Schwarz über. Auf die Frage nach den unterschiedlichen Kampfstilen sagte Contreras: "Wir haben Respekt vor der Technik von Schwarz. Er geht fast immer nach vorn und nur sehr selten zurück."

Schwergewichtler Julian Fernandez (li.) und Trainer José Contreras (re.) auf dem Podium der Pressekonferenz.
Schwergewichtler Julian Fernandez (li.) und Trainer José Contreras (re.). Bildrechte: MDR/Raphael Honndorf

Deines will ganz nach oben

Auch Adam Deines wird am Samstag im Ring und im Scheinwerferlicht stehen. Für ihn geht es um den WBC-International-Silver-Titel gegen den Spanier Mustafa Chadlioui (12 Siege - 3 Niederlagen - 2 Unentschieden). Deines, der amtierende deutsche Meister im Halb-Schwergewicht, hat es inzwischen unter die besten 25 der Welt geschafft und will weiter nach oben.

"Es bleibt dabei, ich bin hungrig. Ziel ist es, die Nummer 1 in Deutschland, dann die Nummer 1 in Europa und später natürlich auch die Nummer 1 in der Welt zu werden. Mein spanischer Gegner ist unkonventionell im Boxstil und boxt unsauber. Daraufhin haben wir trainiert, so dass ich ruhig und besonnen bleibe", so Deines.

Wie Schwarz musste auch der 27-Jährige wegen der Verletzung von Dirk Dzemski in der Vorbereitung den Trainer wechseln. So hat Ex-Weltmeister Robert Stieglitz die Pratzen im Training gehalten. "Von Robert Stieglitz kann ich viel lernen - er ist so korrekt und penibel, das wird sich auszahlen", so Deines. Am Kampfabend könnte es aber bereits zu einem Blitz-Comeback von Dzemski kommen - dank einer Ausnahmegenehmigung der Berufsgenossenschaft.

SES-Trainer Robert Stieglitz mit Adam Deines bei der Pressekonferenz (v.l.).
SES-Trainer Robert Stieglitz mit Adam Deines. Bildrechte: MDR/Raphael Honndorf

Steinforth freut sich auf ersten Auftritt in der Stadthalle

Promoter Ulf Steinforth freut sich nicht nur auf die Duelle seiner Boxer, sondern auch auf den ersten SES-Boxabend in der Stadthalle Magdeburg. "Ich mag es auf die Geschichte unserer Stadt hinzuweisen. Die Stadthalle ist ein Wahrzeichen von Magdeburg. Wir haben bisher jede Location in dieser Stadt, wo Boxen möglich ist, bespielt, aber dort waren wir noch nie gewesen", sagte Steinforth. Überhaupt werden zum ersten Mal seit 83 Jahren wieder Boxhandschuhe in der Stadthalle übergestreift.

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Zuletzt aktualisiert: 11. September 2018, 20:53 Uhr

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Ein Mann mit Helm und Gurt schaut auf etwas. Ein Frau steht vor ihm und befestigt ein Sicherungsseil.
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