Boxen SES-Promoter Steinforth: "Lieber am Leben, aber ohne Kohle"

Das Coronavirus hat die Sportwelt lahmgelegt und macht auch nicht vor dem Boxen halt. Am Dienstag wurde der für Ende März in Magdeburg geplante WM-Fight zwischen Weltmeister Dominic Bösel und Herausforderer Zac Dunn auf unbestimmte Zeit verschoben. Im "Spio"-Talk hat sich SES-Promoter Ulf Steinforth zur aktuellen Situation geäußert.

Ulf Steinforth
SES-Promoter Ulf Steinforth. Bildrechte: imago images/Hartmut Bösener

Die Entscheidung, das Großevent in der Magdeburger GETEC-Arena abzusagen, fiel allen Beteiligten nicht leicht, ließ Ulf Steinforth durchblicken: "Wir haben lange versucht, mit allen Ämtern und Beteiligten das Ding irgendwie über die Runden zu bringen", so der 52-Jährige.

SpioTalk mit Eyk Galley 19 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mi 18.03.2020 14:02Uhr 19:06 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-392366.html

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Bösel tief enttäuscht, aber nicht überrascht

Dabei stand lange Zeit auch ein Duell ohne Zuschauer im Raum: "Darüber haben wir uns natürlich Gedanken gemacht", betonte der SES-Promoter und schob nach: "Zuschauer sind natürlich wichtig, aber mir ging es vor allem um die Sportler und den sportlichen Wettkampf."

Der Protagonist der Veranstaltung, Halbschwergewichtler Dominic Bösel, war laut Steinforth über die Entscheidung zwar "tieftraurig und enttäuscht, aber im Endeffekt nicht überrascht." Schließlich stehe die Gesundheit in dieser Situation an erster Stelle, so der 52-Jährige und betonte, dass der Sport aktuell ins zweite Glied rücken muss: "Jeder gesunde Mensch ist deutlich wichtiger – lieber am Leben, aber ohne Kohle."

Dominic Bösel
Halbschwergewichtsweltmeister Dominic Bösel. Bildrechte: imago images / VIADATA

"Niemand darf auf der Strecke bleiben"

Von möglichen Existenzsorgen im Zuge der Corona-Krise ist auch der Boxsport nicht befreit: "Uns betrifft das genauso wie alle anderen, egal ob Amateur- oder Profiklubs. Wir müssen jetzt alle solidarisch sein – niemand darf auf der Strecke bleiben", appellierte Steinforth. Mögliche Staatshilfen für den SES schließt er zum jetzigen Zeitpunkt jedoch aus.

Sorge bereitet dem gebürtigen Magdeburger aber vor allem der internationale Boxsport: "Wir sind in Deutschland soweit gut abgesichert, aber in anderen Ländern gestaltet sich die Lage deutlich schwieriger", sagte Steinforth und versprach, seinen Teil zur Krisenbewältigung beizutragen: "Ich werde in wirtschaftlicher Sicht für jeden Menschen mitkämpfen. Nun ist Solidarität gefragt. Dafür werde ich auf ganzer Linie eintreten."  

WM-Kampf: Neuer Termin steht noch aus

Wann ein neuer Termin für den WM-Kampf feststehen könnte, ist derzeit noch völlig offen. Man sei aber in engem Kontakt mit der Arena in Magdeburg und habe einige Termine geblockt. Steinforth persönlich hofft auf eine Verlegung in den Juni. Konkrete Äußerungen dazu, wollte er im jetzigen Moment aber nicht abgeben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. März 2020 | 17:45 Uhr