Projekt "Wohnen für Hilfe" Senioren-Studenten-WG begegnet Wohnraumnot

Senioren bieten jungen Menschen günstigen Wohnraum und bekommen gleichzeitig Hilfe bei schwierigen Aufgaben im Alltag. Dafür zahlen die Studenten nur die Nebenkosten und gelten den restlichen Teil der Miete mit Hilfe ab. Das ist das Prinzip von "Wohnen für Hilfe".

Alle Beteiligten sollen profitieren

Beim Projekt "Wohnen für Hilfe" sollen alle Beteiligten vom gegenseitigen Geben und Nehmen profitieren. Dabei wird großer Wert auf das soziale Engagement, Aufgeschlossenheit und Solidarität gelegt. Das Angebot richtet sich an Menschen, die freien Wohnraum in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus haben und diesen einem anderen Menschen (oftmals Studenten) gegen Hilfeleistung zur Verfügung stellen möchten.

Jeder Quadratmeter ist eine Stunde Hilfe im Monat

Diese Hilfeleistung kann unter anderem Haushaltshilfe, Gartenarbeit, Kinderbetreuung, Tierpflege und gemeinsame Unternehmungen umfassen. Pflegeleistungen jeglicher Art sind hingegen ausgeschlossen. Nur die Nebenkosten tragen die jungen Menschen selbst, den restlichen Teil der Miete gelten sie mit ihrer Hilfe ab. Es gilt die Regel: die Quadratmeterzahl der bewohnten Fläche wird in Stunden umgewandelt, die im Monat gearbeitet werden müssen. So leistet der Wohnraumnehmende für 24 qm überlassenen persönlichen Wohnraum 24 Stunde Hilfe im Monat. Ein Kooperationsvertrag regelt die individuellen Absprachen zwischen den beiden Wohnpartnern bzw. Wohnpartnerinnen.

Projekt in zahlreichen Städten bereits vertreten

Das Projekt startete vor 20 Jahren. In zahlreichen Städten Deutschlands gibt es "Wohnen für Hilfe". Als bisher letzte Stadt in Deutschland hat sich Kassel beteiligt. Welche Städte dabei sind und alle Antworten auf ihre Fragen finden sie hier. Auch außerhalb des Bundesgebietes findet man in zahlreichen Ländern Ableger: Australien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, Österreich, Schweiz, Spanien und den USA.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2019, 18:01 Uhr

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