Kohlenmonoxid-Vergiftung in Bremen
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Party-Unglück in Bremen-Farge Grillen im Keller: 8 Menschen erleiden Kohlenmonoxid-Vergiftung

BRISANT | 10.02.2018 | 17:10 Uhr

Ein Holzkohlegrill im Keller eines Hauses in Bremen löste einen Rettungseinsatz aus: Kohlenmonoxid-Vergiftung statt Party mit leckeren Würstchen - acht Menschen in Lebensgefahr.

Kohlenmonoxid-Vergiftung in Bremen
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Die tödliche Gefahr: glimmende Holzkohle in einem Grill im Keller. Kohlenmonoxid (CO) breitet sich aus und verletzt acht Menschen teils lebensgefährlich, darunter auch drei Kinder. Sie erleiden CO-Vergiftungen, wie der Einsatzleiter der Bremer Feuerwehr, Michael Siemers, BRISANT mitteilte.

Stichwort: Kohlenmonoxid Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchsloses Gas, das bei Verbrennungsprozessen entsteht. Über die Atemwege gerät es in den Blutkreislauf. Im Blut blockiert es den Sauerstofftransport im Körper und kann so zum Tod führen.

Einsatzleiter Michael Siemers, Feuerwehr Bremen
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Grillen im Keller macht nicht viel Sinn, wenn man Holzkohle verwendet. Dadurch wird der Sauerstoffgehalt erheblich minimiert. Der Gehalt an Kohlenmonoxid erhöht sich. Das nimmt die Luft zum Atmen.

Michael Siemers, Einsatzleiter Feuerwehr Bremen

Lebensgefahr noch nicht gebannt

Bis Samstagmittag hatte sich der Zustand der lebensgefährlich Verletzten noch nicht stabilisiert, hieß es. Sieben der acht Verletzten wurden in zwei Bremer Krankenhäuser gebracht. Einer der Betroffenen habe die Behandlung nach der Aufklärung durch die Rettungskräfte verweigert. Die Gefahr aus dem Grill war den Mitgliedern der Großfamilie offenbar nicht bewusst.

Spezial-Therapie für zwei Verletzte nötig

Zwei Verletzte kamen für eine Überdruck-Therapie in eine Spezialklinik nach Halle/Saale in Sachsen-Anhalt. Dort wird den Patienten reiner Sauerstoff verabreicht. Die Gruppe hatte den Rettungsdienst benachrichtigt, nachdem einer der Beteiligten einen Krampfanfall erlitten hatte, teilte die Feuerwehr mit. CO-Warngeräte, die die Rettungskräfte als Teil der Standardausrüstung mitführten, hätten sofort nach dem Eintreffen Alarm ausgelöst, hieß es. Etwa 60 Rettungskräfte waren an dem Einsatz beteiligt.

Kohlenmonoxid-Vergiftung in Bremen
Rettungskräfte der Bremer Feuerwehr im Einsatz vor dem Unglückshaus in Farge. Bildrechte: MDR/TNN

Immer wieder Unglücke mit giftigem Gas

Immer wieder kommt es zu Unglücken mit Kohlenmonoxid. In einem Wohnhaus in Esslingen in Baden-Württemberg waren Anfang Februar vier Menschen tot aufgefunden worden. Die Polizei ging davon aus, dass sie durch Kohlenmonoxid vergiftet wurden. Angehörige hatten die leblosen Körper entdeckt. Im Januar hatte sich eine Familie in Ludwigsburg beim Heizen mit CO vergiftet. Vor etwa einem Jahr waren sechs Teenager nach einer Party in einem Gartenhäuschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben.

Bei Betroffenen kommt es durch das Gas zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit – und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Februar 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2018, 21:09 Uhr

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