Anstieg der Opferzahlen Kein Ende der Coronavirus-Krise in Sicht

Ein Rekordanstieg der Todesopfer- und Infektionszahlen sorgt nicht nur in China für Beunruhigung. So trafen jetzt die EU-Gesundheitsminister zusammen, um über mögliche Konsequenzen aus der Epidemie für Europa zu beraten.

Modell des Corona-Virus
Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Rasanter Anstieg der Opferzahlen in China

Im Kampf gegen das Coronavirus ist ein Ende der Krise noch lange nicht in Sicht. 242 weitere gemeldete Tote in der besonders hart getroffenen chinesischen Provinz Hubei waren der mit Abstand stärkste Anstieg der Todesfälle innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Epidemie im Dezember. In Festlandchina wurden damit nach Behördenangaben von Donnerstag (13.02.) insgesamt 1.355 Todesopfer gezählt sowie fast 60.000 Infektionen.

Die jüngste besonders deutliche Zunahme der Toten- und Infektionszahlen hängt nach Behördenangaben damit zusammen, dass das Virus in China mittlerweile nicht mehr unbedingt durch einen Nukleinsäure-Test nachgewiesen werden muss, sondern die Diagnose auch auf Grundlage von Röntgenbildern der Lunge gestellt werden kann. Infektionen können so schneller erkannt werden.

EU-Gesundheitsminister treffen zusammen

Nicht nur in China sorgt das Virus für Beunruhigung, sondern auch außerhalb. Es gibt inzwischen mehr als 400 Infektionsfälle in rund 25 Ländern, darunter 16 nachgewiesene Ansteckungen in Deutschland. Um über die Konsequenzen aus der Epidemie zu beraten, haben sich die EU-Gesundheitsminister am Donnerstag (13.02.) in Brüssel getroffen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schloss danach nicht aus, "dass aus der bisher regional begrenzten Epidemie in China eine weltweite Pandemie werden" könne.

Einen Alleingang Deutschlands bei der Einführung von Reisebeschränkungen und verschärften Flughafenkontrollen lehnte Spahn ab. Aufgrund der offenen Grenzen in Europa "macht eine Entscheidung national nur für Deutschland in dieser Frage keinen Sinn", sagte er. Tschechiens Gesundheitsminister Adam Vojtech schloss bei einer Verschärfung der Situation aber Reisebeschränkungen im Schengenraum nicht aus.

Keine Arzneimittel-Engpässe in Sicht

Ein weiteres zentrales Thema der Beratungen waren mögliche medizinische Versorgungsengpässe, die durch Produktionsunterbrechungen bei Pharmaherstellern in China entstehen könnten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sieht derzeit keine Engpässe, prüft aber das Risiko mittelfristiger Einschränkungen.

Die größte bekannte Verbreitung des Virus außerhalb Chinas gibt es bislang auf einem Kreuzfahrtschiff, das seit vergangener Woche in Japan unter Quarantäne steht. Unter den 3.711 Menschen auf der "Diamond Princess" wurden inzwischen 218 positiv auf den Erreger getestet, wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilte.

red/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Februar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2020, 18:36 Uhr

Das könnte sie auch interessieren