Corona Was kann der Antikörper-Test aus der Apotheke?

Antikörper-Tests sind derzeit das Thema in der Corona-Krise. Wer Antikörper im Blut hat, ist geschützt davor, erneut am Coronavirus zu erkranken oder andere anzustecken. In der Apotheke kann man sie ab 30 Euro kaufen. Doch wie verlässlich sind sie?

Antikörper-Bluttest für Coronavirus COVID-19
Antikörpertests auf das Coronavirus gibt es in der Apotheke schon für 30 Euro. Bildrechte: imago images/Future Image

Das Prinzip ähnelt einem Schwangerschaftstest - nur ohne Urin, dafür mit einem Tropfen Blut aus dem Finger. Innerhalb von Sekunden hat man das Ergebnis: Positiv bedeutet, dass Antikörper nachgewiesen sind.

Die Hersteller versprechen eine Sicherheit von fast 100 Prozent. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt allerdings vor den Schnelltests: Sie würden sich nur bedingt zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion eignen, ein negatives Ergebnis schließe eine Infektion nicht aus. Denn spezifische, gegen SARS-CoV-2 gerichtete Antikörper sind frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Tests weisen Mängel auf

Das Problem bei des Tests: Es fehlen Erfahrungen mit dem Virus und daher auch mit den Antikörpern. Derzeit gelten laut Robert-Koch-Institut rund 60.000 Menschen in Deutschland als genesen. Diese Zahl ist aber nur eine Schätzung. Studien zu menschlichen Antikörpern nach SARS-CoV-2 gibt es noch nicht oder erst in Ansätzen.

Außerdem sind die Tests nichts als Medizinprodukt zugelassen. Weil EU-weite Richtlinien erst noch erarbeitet werden, stellen die Hersteller sich einfach selbst eine Lizenz aus. Eine unabhängige Überprüfung findet nicht statt.  

Positiv ist nicht gleich immun

Viele Menschen denken, dass sie immun sind, wenn sie Corona-Antikörper im Blut haben. Das ist falsch! Denn auch mit nachgewiesenen Antikörpern kann man noch ansteckend sein.

Und nur weil das Teströhrchen "positiv auf Corona" anzeigt, bedeutet das nicht, dass Sie SARS-CoV-2 hatten. Es gibt sieben verschiedene Coronaviren, zu ihnen gehört auch der Erreger der SARS-Pandemie 2002/2003.

Ein medizinisch notwendiger Schnelltest (z.B. im Krankenhaus) ist noch immer die sicherste Methode, um zu überprüfen, ob Sie das neuartige Coronavirus in sich tragen oder nicht. Diesen muss ein Arzt verordnen.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Am besten schützt man sich laut RKI durch "gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten". Bedeutet: Häufig und gründlich Hände waschen. Beim Niesen und Husten nicht die Hand sondern die Armbeuge vor den Mund halten und wenn möglich den körperlichen Kontakt mit Erkrankten vermeiden. Diese Maßnahmen seien in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.

Informationen zum Coronavirus

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. April 2020 | 17:15 Uhr

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