Corona-Impfstoff Trotz Nebenwirkungen: EMA empfiehlt weiterhin mit Astrazeneca zu impfen

Die Europäische Arzneimittelbhörde EMA hat ihre bisherige Einschätzung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bestätigt. Das Vakzin des schwedisch-britischen Herstellers sei wirksam und sicher. Zwar werden Hirnvenen-Thrombosen künftig als eine sehr seltene Nebenwirkung des Präparats gelistet, dennoch soll es uneingeschränkt weiter verimpft werden.

Ärztin in Magdeburg präpariert Spritze mit Astrazeneca-Impfstoff
Nutzen größer als Risiko: Die EMA empfiehlt weiterhin, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkungen zu verimpfen. Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht zwar einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca und sehr selten auftretenden Thrombosen bei Geimpften. Dennoch empfiehlt die Behörde, das Corona-Vakzin weiterhin uneingeschränkt zu verimpfen. Der Nutzen des Impfstoffs sei weitaus größer als sein Risiko.

Blutgerinnsel sind sehr seltene Nebenwirkung

Dennoch soll, so die Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde, bei künftigen Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca auf Blutgerinnsel als mögliche Nebenwirkung hingewiesen werden. Diese sollten als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufgeführt werden.

Spezifische Risikofaktoren für Blutgerinnsel nach einer Astrazeneca-Impfung wie etwa Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen seien laut EMA nicht festgestellt worden.

Eine mögliche Erklärung für diese seltenen Nebenwirkungen könnte eine Immunantwort auf den Impfstoff sein.

EMA-Chefin Emer Cooke AFP

Astrazeneca-Impfstoff - in Deutschland nur für über 60-Jährige

Nach einigen - auch tödlichen - Thrombosefällen hatten mehrere Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Kanada, den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs eingeschränkt. Andere Länder wie Dänemark und Norwegen setzten die Verwendung vorsichtshalber vollständig aus.

In Deutschland ist der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca zuletzt nur noch an Menschen über 60 Jahre verimpft worden. Für sie soll kein Risiko bestehen, an einer der seltenen Hirnvenen-Thrombosen zu erkranken. Daran soll trotz der Empfehlung der EMA auch künftig festgehalten werden.

Reuters/dpa/AFP/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. April 2021 | 17:15 Uhr

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