Ein Verkehrsschild zur Höchstgeschwindigkeit von 120 kmh
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Auto weg, Haftstrafe droht Deutscher Raser mit 249 km/h in der Schweiz geblitzt

BRISANT | 12.02.2019 | 17:15 Uhr

Statt der erlaubten 120 Kilometer pro Stunde ist ein deutscher Autofahrer in der Schweiz fast 250 gefahren – und erwischt worden. Eine Straftat in der Schweiz, die mit bis zu vier Jahren Haft geahndet werden kann!

Ein Verkehrsschild zur Höchstgeschwindigkeit von 120 kmh
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Schweizer Polizisten haben südlich des Bodensees einen deutschen Autofahrer geblitzt. Der Mann, der in der Nähe von Basel lebt, war laut Polizei auf der Autobahn 7 bei Frauenfeld südlich des Bodensees in Richtung Deutschland unterwegs, als er in die mobile Kontrolle geriet. Er wurde gestoppt, vorläufig festgenommen und musste seinen Führerschein abgeben. Das Auto wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

Eine Straftat

Dem 34-Jährigen droht nun eine empfindliche Strafe. Denn wer in der Schweiz innerorts mehr als 50 oder außerorts mehr als 60 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, begeht eine Straftat. Diese kann mit 60 Tagessätzen oder mehr geahndet werden. Das bedeutet zwei Monatsgehälter, vom Einkommen abhängig. Darüber hinaus drohen eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr und ein Führerscheinentzug zwischen zwei Jahren und lebenslang. Und das Fahrzeug kann eingezogen werden.

Bußgelder in Deutschland vergleichsweise gering

Deutschland müsse bei der Höhe der Bußgelder im europäischen Vergleich deutlich zu den anderen Ländern aufschließen, um die Gefahren durch das oft bagatellisierte Rasen zu unterstreichen, sagt der Berliner Oberamtsanwalt Andreas Winkelmann. Tatsächlich sind, neben der Schweiz, auch unsere niederländischen Nachbarn deutlich strenger. Der höchste Bußgeldsatz von 316 Euro wird hier schon bei einer innerörtlichen Tempoüberschreitung von 30 Kilometer pro Stunde fällig. Und wer in Italien mehr als 50 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, der muss 530 Euro berappen. Eine Anhebung der Bußgelder könne allerdings nur dann die gewünschte Wirkung zeigen, wenn auch die polizeilichen Kontrollen weiter ausgebaut werden, so Winkelmann.

Von Seiten der Verkehrsteilnehmer wird das Risiko als zu gering wahrgenommen, da sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit (also das Erwischtwerden) als auch das Schadensausmaß (also die Schwere der Sanktionierung) zu gering sind. Hier gilt es also, durch verstärkte Kontrollen und schwerere Sanktionierungen das Risiko für den Verkehrsteilnehmer beim Regelverstoß deutlich zu erhöhen.

Andreas Winkelmann | Berliner Oberamtsanwalt

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Februar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 16:48 Uhr

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