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Die "Barber Angels" im Einsatz. (Archiv) Bildrechte: Viola Hedtke Decker / Emotion-Fotos.eu

Ehrenamtliche Friseure"Barber Angels Brotherhood" - Kostenloser Haarschnitt für Obdachlose und Bedürftige

Stand: 02. Dezember 2022, 18:35 Uhr

Für obdachlose oder bedürftige Menschen ist ein Besuch beim Friseur meist unerschwinglicher Luxus. Hier setzen die "Barber Angels" an und geben Menschen, die sich teure Haarschnitte nicht leisten können, ein Stück ihrer Würde zurück - und zwar kostenlos.

Nicht jeder Mensch kann sich einen Besuch beim Friseur leisten. Vor allem Obdachlosen und Bedürftigen fehlt meist das Geld für einen professionellen Haarschnitt. Um dennoch in den Genuss von frisch frisiertem Haar zu kommen, gibt es den Wohltätigkeitsverein "Barber Angels Brotherhood".

Die "Barber Angels" schneiden bedürftigen Menschen kostenlos die Haare. (Archiv) Bildrechte: imago/epd

Lederkutten für die richtige Augenhöhe

Der Name klingt nach einem waschechten Biker-Club und die Mitglieder sehen mit ihren Lederkutten auch danach aus. Das war es aber mit den Gemeinsamkeiten. In Wahrheit sind die "Barber Angels" leidenschaftliche Friseure, die mittellosen Menschen in ihrer Freizeit ehrenamtlich die Haare schneiden. Sie helfen denen, die Hilfe am dringendsten brauchen.

Hinter dem harten Rocker-Image verbirgt sich eine einfache Idee: Im Interview mit BRISANT erklärt Heidi Voigtsberger von den "Barber Angels", dass die schwarzen Kutten und das coole Auftreten dazu dienen, die Hemmschwellen der Gäste abzubauen. So könne man sich ohne Schickimicki auf Augenhöhe begegnen.

Die Lederkutte soll Hemmschwellen bei den Gästen abbauen. (Archiv) Bildrechte: Jean-Paul Assandri

Haare schneiden, wo es gebraucht wird

Diese Augenhöhe sei wichtig, denn für manche sei es eine unüberwindbare Hürde, einen Friseursalon zu besuchen - entweder aus Geldmangel, aber oft auch aus Scham. Deshalb reisen die "Barber Angels" dorthin, wo ihre Kunden sind: zu karitativen Vereinen, Bahnhofsmissionen oder Diakonischen Werken in ganz Deutschland.

Vor Ort verschenken die "Barber Angels" ihre Zeit, ihre Handwerkskunst und ein offenes Ohr. Für die Gäste bedeutet das einen ganz normalen Friseur-Besuch, den sie ohne die "Barber Angels" nicht erleben würden. Waschen, schneiden, föhnen, rasieren oder schminken und am Ende oft noch eine Goodie-Bag mit Hygiene-Artikeln zum Mitnehmen.

Menschen, die sich Friseurbesuche nicht leisten können, können durch die "Barber Angels" trotzdem auf einem Friseurstuhl Platz nehmen. (Archiv) Bildrechte: imago/epd

Immer mehr "Barber Angels" in Europa

Gegründet wurden die "Barber Angels" 2016 in Baden-Württemberg. Nach Angaben von Heidi Voigtsberger sei der Verein seitdem stetig gewachsen und die Nachfrage sei groß. Mittlerweile gibt es mehr als 500 Mitglieder in Deutschland und sogar "Chapter" in Spanien, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Norwegen.

Wenn karitative Verbände oder soziale Einrichtungen Interesse an einem Einsatz der "Barber Angels" haben, können Sie sich hier an den Verein wenden. Anfragen sind ausdrücklich erwünscht.


BRISANT

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 02. Dezember 2022 | 17:15 Uhr