Nach Verleumdungsprozess Amber Heard kann Strafe nicht zahlen und will Urteil anfechten

Amber Heard muss Johnny Depp 10,35 Millionen Dollar Strafe zahlen und soll von ihm zwei Millionen bekommen. Doch die Schauspielerin hat das Geld nicht, so ihre Anwältin Elaine Bredehoft.

Amber Heard umarmt ihre Anwältin Elaine Bredehoft
Amber Heard und ihr Anwaltsteam sollen in Berufung gehen wollen. Bildrechte: dpa

Das Urteil im Verleumdungsprozess um Johnny Depp und Amber Heard ist gefallen. Beide sind schuldig gesprochen worden, beiden müssen viel Geld bezahlen. Während Depp von seiner Ex-Frau 15 Millionen Dollar bekommen soll - 10 Millionen Dollar Schadenersatz und 5 Millionen Dollar Strafe -, muss er ihr zwei Millionen Dollar Schadenersetz zahlen. Weil die Strafzahlungen im Bundesstaat Virginia aber gedeckelt sind, fällt der Betrag dafür geringer aus und Heard muss "nur" 350.000 Dollar Strafe zahlen - insgesamt also 10,35 Millionen.

Doch Amber Heard kann auch die nicht aufbringen. Das sagte ihre Anwältin Elaine Bredehoft dem Fernsehsender NBC. Heard könne die Summe von 8,35 Millionen Dollar "absolut nicht" bezahlen, sie wolle aber "absolut" Berufung gegen das Urteil einlegen.

Elaine Bredehoft
Im Prozess fehlten "bedeutsame" Beweise, findet Amber Heards Anwältin Elaine Bredehoft. Bildrechte: dpa

Amber Heard will in Berufung gehen

Und laut der Juristin habe die Schauspielerin auch "einige hervorragende Gründe" dafür. "Es gibt so viele Beweise, die nicht zum Prozess zugelassen wurden". So zum Beispiel Heards Krankenakten, die "sehr bedeutsam" seien, weil sie "ein Muster zeigten, das bis ins Jahr 2012 zurückreicht, das Amber seitdem immer wieder ihrem Therapeuten gemeldet hatte".

Außerdem habe das Team der Jury nicht mitteilen dürfen, dass das Gericht Johnny Depp im Prozess gegen das Boulevard-Blatt "The Sun" bereits in 12 Fällen von häuslicher Gewalt schuldig befunden hatte. "Es gab eine enorme Menge an Beweisen aus dem englischen Verfahren, die in diesem Verfahren nicht zugelassen wurden", so Bredehoft.

Ob das Anwaltsteam um Amber Heard bereits die nötigen Schritte für eine Anfechtung des Urteil eingeleitet hat, ist nicht bekannt.

Johnny Depp auf dem Weg der Rehabilitation?

Johnny Depp freut sich derweil über seinen "Sieg". Obwohl auch er in zwei Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde, kann er sich wie schon während des Prozesses über Unterstützung aus seinem Fanlager freuen - aber auch von Prominenten. Model Naomi Campbell kommentierte auf Instagram Depps Statement zum Urteil mit vier roten Herzen. Ähnlich reagierte auch die Schauspielerin Ashley Benson. Sie postete Emojis von klatschenden Händen und Herzchen.

Mittlerweile ist sogar die Rede davon, dass Depp in seiner Paraderolle als Captain Jack Sparrow aus den "Fluch der Karibik"-Filmen zurückkehren könnte. Ein ehemaliger Manager des "Disney"-Konzerns, zum dem auch das "Fluch der Karibik"-Universum gehört, sagte "People"-Magazin: "Ich bin nach dem Urteil absolut davon überzeugt, dass "Pirates" für einen Neustart mit Johnny als Captain Jack bereit ist." Der Produzent der Filme, Jerry Bruckheimer, hatte sich im Mai noch gegen ein Comeback ausgesprochen, aber auch gesagt: "Die Zukunft ist noch nicht entschieden."

Johnny Depp hatte Amber Heard nach einem Artikel über häusliche Gewalt wegen Verleumding verklagt, obwohl sie ihn in dem Gastbeitrag nicht namentlich erwähnt hatte. Daraufhin hatte ihn die Schauspielerin ebenfalls verklagt, auf 100 Millionen Dollar - dem doppelten Betrag von Depps Klage.

BRISANT/AFP/dpa/PEOPLE

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Juni 2022 | 17:10 Uhr

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