Eine Ärztin kontrolliert den Blutdruck des Patienten.
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Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Bluthochdruck: Das müssen Sie wissen!

BRISANT | 17.05.2018 | 17:15 Uhr

Eine Ärztin kontrolliert den Blutdruck des Patienten.
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Zu hoher Blutdruck ist gefährlich und kann lebensbedrohlich sein. Er ist der wichtigste Risikofaktor überhaupt. 25 bis 30 Millionen Deutsche haben zu hohen Blutdruck. Ab einem dauerhaften Wert von 140/90 mmHG sprechen Mediziner von Bluthochdruck.  

Das droht bei dauerhaft schlechten Werten

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, tut nicht weh. Betroffene merken die Krankheit in der Regel nicht. Nur in wenigen Fällen, wenn der Druck hochschnellt, kann es unter anderem zu Schwindel oder Benommenheit kommen. Stehen die Gefäße dauerhaft unter zu hohem Druck, können winzig kleine Verletzungen entstehen. Der Körper repariert sie mit bestimmten Eiweißverbindungen, die wie ein Kleber funktionieren. Daran können sich wieder andere Stoffe anlagern, sodass sich das Gefäß mit der Zeit verengt und die Durchblutung gestört wird. Das kann zu weiteren massiven Schäden an den Blutgefäßen führen. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren können so besonders Herz, Gehirn und andere Organe wie die Nieren Schaden nehmen. Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen drohen. Auch Schäden an den Augen können auftreten.

Nicht immer kann eine direkte Verbindung zum Bluthochdruck festgestellt werden: Experten schätzen, dass in Deutschland etwa 140.000 Menschen pro Jahr an einer Folgekrankheit des Bluthochdrucks sterben!

Bluthochdruck ist verantwortlich für das Gros an Schlaganfällen, ist die wichtigste Ursache für eine starke Herzschwäche, ist eine wichtige Ursache für Herzkranzgefäßerkrankungen, für Nierenerkrankungen, für Erkrankungen an der Körperschlagader, wo es zu Aussackungen, zu Einrissen kommt, also für viele lebensgefährliche Krankheitsbilder.

Prof. Dr. Bernhard K. Krämer, Universitätsklinikum Mannheim

Die Ursachen von Bluthochdruck

Viele Faktoren wirken auf den Blutdruck ein. Nervensystem, Organe, Blutgefäße und biochemische Botenstoffe spielen dabei zusammen. Noch immer weiß man nicht genau wie. Fakt ist, dass nur etwa zehn Prozent aller Erkrankungen erblich bedingt sind. Der Rest hängt unmittelbar mit unserem Leben und Erleben zusammen. Zu viel und dauerhafter Stress treibt den Blutdruck hoch. Auch Rauchen, zu wenig Bewegung, falsche Ernährung und Übergewicht wirken sich hinderlich aus. Das Risiko, unter Bluthochdruck zu leiden, wächst mit dem Alter. Die Gefäße verlieren mehr und mehr ihre Elastizität, der Stoffwechsel wird allgemein schlechter.

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Behandlung mit Medikamenten

Zunächst ist wichtig, dass Bluthochdruck möglichst früh erkannt wird. Deshalb sollten auch gesunde Menschen wenigstens zweimal im Jahr ihren Blutdruck messen lassen. Diagnostiziert ein Arzt schließlich Bluthochdruck, wird derzeit mit fünf unterschiedlichen Wirkstoffen an verschiedenen Stellen im Blutkreislauf behandelt. Welches Medikament für den jeweiligen Patienten in Frage kommt, kann nur ein Facharzt klären. Oft braucht auch der Spezialist mehrere Wochen und verschiedene Medikamenten-Kombinationen, bis der Blutdruck des Patienten richtig eingestellt ist. Geduld und ein enges Zusammenspiel zwischen Arzt und Patient sind hier notwendig.

Stichwort: Blutdruck Um nährstoff- und sauerstoffreiches Blut durch den Körper zu transportieren, bedarf es eines bestimmten Blutdruckes. Angegeben wird dieser in mmHG (Millimeter Quecksilbersäule). Gemessen werden immer zwei Werte: der Druck vom Herzen weg und der wieder zum Herzen zurück. Normal ist ein Blutdruck von etwa 120/80 mmHG. Ist man aufgeregt oder im Urmenschensinne kampf- und fluchtbereit, erhöht sich der Blutdruck, damit in dieser Situation mehr Sauerstoff und Nährstoffe die Zellen erreichen. Außerdem sinkt das Schmerzempfinden. Über kurze Zeit ist ein höherer Blutdruck also durchaus normal, ja sogar wichtig. Problematisch wird es, wenn der Blutdruck über längere Zeit oben ist oder nur sehr selten den Normalzustand erreicht.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Schröpftöpfe auf dem Rücken eines Mannes
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In der alternativen Medizin wird versucht, positiv auf die Gefäßgesundheit einzuwirken. Das kann beispielsweise mit simplem Wassertreten nach Kneipp geschehen. Wechselgüsse mit warmem und kaltem Wasser sind ebenso gesund. All das trainiert die Elastizität der Gefäße. Mittelalterlich anmutende Methoden wie etwa der Aderlass oder das Schröpfen werden gerade an großen Krankenhäusern wie der Charité Berlin erforscht. In ersten Studien wurden von den Medizinern überraschende Erfolge erzielt. Beim Aderlass wurden den Patienten aller zwei Monate rund ein halber Liter Blut abgenommen. Das führte über ein Jahr zu einem dauerhaft niedrigeren Blutdruck auch ohne Medikamente. Die Experten vermuten, dass Schröpfen und Aderlass wie eine Frischzellenkur für die Blutgefäße wirkt. Der Körper wird altes, belastetes Blut los und bildet neues. Selbst eine Blutspende aller drei Monate kann diesen Effekt haben.

Im Leipziger Krankenhaus Sankt Georg wird ein Blutdruckschrittmacher erprobt. Er kommt nur dann zum Einsatz, wenn kein Medikament mehr hilft. Der Schrittmacher gaukelt dem Körper über elektrische Signale einen noch höheren Blutdruck vor. Der Körper versucht mit allen eigenen Mitteln, den Druck zu senken.

Das kann jeder tun

Jede Maßnahme zu einem gesunden Leben fördert einen normalen Blutdruck. Viel Bewegung, gesunde Ernährung und ein ausgeglichenes Berufs- und Privatleben gehören dazu. Auch gezielter Sport, Yoga und Entspannungsübungen können zu einer Senkung des Blutdruckes beitragen.

Fazit

Wenn Sie einen erhöhten Blutdruck feststellen, gehen Sie zum Arzt. Nur der Fachmann kann Ihre Lage genau einschätzen und eine sinnvolle Behandlung planen. Nehmen Sie auf keinen Fall in Eigenregie Nahrungsergänzungsmittel oder andere Medikamente zu sich. Nehmen Sie einen hohen Blutdruck ernst und versuchen Sie, neben der medizinischen Behandlung auch Ihre sonstige Lebensweise so umzustellen, dass der Blutdruck sinkt. Auch junge, scheinbar gesunde Menschen können unter einem zu hohen Blutdruck leiden. Unbehandelt drohen schwere Folgeerkrankungen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. Mai 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2018, 18:36 Uhr

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