Weltblutspendetag 2022 Wer darf spenden - wer nicht? Alles was Sie übers Blutspenden wissen müssen

Ausgerechnet anlässlich des heutigen Weltblutspendetages gibt es ernste Nachrichten vom Deutschen Roten Kreuz: Die Vorräte an Blut und Blutplasma sind knapp, Spenden werden dringend benötigt. Doch wer darf Blut spenden und wer nicht? Antworten auf alle Fragen gibt es hier:

Blutkonserven werden im Zentrallabor des DRK-Blutspendedienstes für Krankenhäuser und Praxen gefiltert und aufbereitet.
Das Deutsche Rote Kreuz appeliert zum Weltblutspendetag an potentielle Spender. Denn: Die Vorräte sind knapper denn je. Bildrechte: dpa

Der 14. Juni ist offizieller Weltblutspendetag - und dieses Jahr so aktuell wie vielleicht noch nie zuvor. Denn: Das kostbare Lebenselixier wird dringend benötigt. Allein in Deutschland werden nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes täglich etwa 14.000 Blutspenden für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs benötigt. Doch vor allem in der Corona-Krise war es schwierig, nur den Normalbedarf an Blutkonserven zu decken. Auch die Sommermonate bringen in der Regel ein Blutspende-Tief mit sich. 

Spannend: Mit nur einer Vollblutspende können bis zu drei Menschenleben gerettet werden. Doch Blutkonserven halten nur maximal 42 Tage, manche Konzentrate sogar noch kürzer - in Kombination mit der ohnehin aktuell niedrigen Spendenbereitschaft ein großes Problem. "Viele Leute haben nach zwei Jahren Pandemie Dinge nachzuholen - und da ist die Blutspende nicht der erste Punkt, den sie abzuhaken haben", so Nico Feldmann, Leiter des DRK-Blutspendedienstes für Thüringen, gegenüber der dpa.

Blutkonserven
Blut- und Blutplasmaspenden werden immer knapper, dabei kann man mit nur einer Konserve drei Menschenleben retten. Bildrechte: dpa

Wer also noch nie Blut gespendet hat: Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt dafür. Doch was vor allem viele Blutspende-Neulinge nicht wissen: Nicht jede Person darf spenden.

Blutspende - alles was man wissen muss: Die wichtigsten Fakten 

Nach einer Studie des Versicherungsunternehmens Clark hat bereits jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben Blut gespendet. Doch nur sechs Prozent täten dies regelmäßig - eindeutig zu wenig, findet das DRK.

Dabei darf grundsätzlich in Deutschland jede Person zwischen 18 und 68 Jahren Blut spenden, die mindestens 50 Kilogramm wiegt und bei der es der Gesundheitszustand zulässt – das wird vor der Spende geprüft. Spendet man jedoch zum ersten Mal, darf man nicht älter als 60 sein. Zwischen zwei Blutspenden muss zudem jeweils ein Zeitraum von mindestens acht Wochen liegen.  

Kleine Motivation am Rande: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat errechnet, dass der Körper bei einer Vollblutspende zwischen 2.000 und 3.000 Kalorien verliert. Das entspricht dem Tagesbedarf einer erwachsenen Person. Wenn das kein zusätzlicher Ansporn ist …

Die Silhouetten von joggenden Personen sind vor einer nebeligen Landschaft zu sehen.
2000 Kalorien verbrennt man beim Blutspenden. Dafür müsste man mindestens drei Stunden locker joggen. Bildrechte: dpa

Darum dürfen Frauen nicht so oft Blut spenden wie Männer

Frauen dürfen jährlich maximal vier Mal spenden, Männer dafür ganze sechs Mal. Grund dafür ist, dass der Körper eines Menschen die Blutzellen zwar bereits in zwei Wochen erneuert, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert aber rund zwei Monate - bei Frauen sogar etwas länger.

Wer darf spenden und wer nicht?

Gut zu wissen, bevor man sich zu seiner ersten Blutspende auf den Weg macht: Menschen mit Erkältungssymptomen dürfen nicht spenden. Auch wer an Corona erkrankt war, muss zwei Wochen bis nach seiner Genesung aussetzen. Frauen dürfen während der Schwangerschaft und nach der Geburt vorübergehend nicht spenden. Eine Pause ist zudem nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit Hepatitis-Risiko nötig. 

Schwangere Frau
Dürfen nicht Spenden: Schwangere Frauen und frisch gebackene Mütter. Bildrechte: dpa

Auch nach Akupunkturbehandlungen, die nicht nachweislich steril durchgeführt wurden, Piercings und Tätowierungen muss in der Regel mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet werden, um Infektionen auszuschließen.

Tattoo-Farben stehen auf einem Tisch in dem Tätowierstudio «Älteste Tätowierstube in Deutschland» im Stadtteil St. Pauli.
Gut zu wissen: Auch wer frisch vom Tätowierer kommt, darf nicht spenden. Bildrechte: dpa

Medikamente und Drogen

Auch bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten darf nicht gespendet werden - was direkt zum nächsten Punkt führt. Wie sieht es mit Blutspenden und Cannabis aus? Erlaubt und ungefährlich?

Keineswegs: Zwar dürfen Ärzte medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben, trotzdem sind grundsätzlich Personen von der Spende ausgeschlossen, die regelmäßig Drogen konsumieren. Und da gehört Cannabis dazu.

Darum durften schwule Männer lange kein Blut spenden:

Lange Zeit waren auch Männer, die mit anderen Männern Sex haben, von der Blutspende ausgeschlossen. Ursprung war die Aids-Krise in den 1980er Jahren. Man nahm an, dass mit Sex unter Männern ein erhöhtes Übertragungsrisiko für verschiedene Infektionen wie HIV einhergeht. Seit 2017 dürfen schwule, bisexuelle und transsexuelle Männer zwar wieder Blut spenden, aber nur nach einer Wartefrist von zwölf Monaten seit dem letzten Sexualverkehr.

Mittlerweile gilt jedoch laut Homepage des Robert-Koch-Instituts: Für Männer, die Sex mit Männern haben, "die seit mindestens vier Monaten in einer sexuell exklusiven Partnerschaft leben, besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko." Auch sie können also Blut spenden.

Blutspende: Hier gibt's die Checklist

Noch Fragen offen? Für Interessenten hat das Deutsche Rote Kreuz auf seiner Website eine Checklist bereitgestellt. Hier erfährt man anhand von 21 Fragen, ob man für eine Blutspende infrage kommt oder nicht.

BRISANT

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