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Die Stiko empfiehlt nun Booster-Impfungen für alle ab 18 Jahren. (Themenbild) Bildrechte: imago images/Steinach

Auffrischung nach GrundimmunisierungStiko empfiehlt Booster-Impfungen für alle ab 18 Jahren

Stand: 18. November 2021, 12:43 Uhr

Immer mehr Studien zeigen nachlassenden Impfschutz gegen das Coronavirus. Und das in einer Zeit, in der die Fallzahlen rasant steigen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun für breiteres Auffrischen aus.

Die Corona-Infektionszahlen steigen immer weiter an - und das noch früher als vor einem Jahr. Die Warnungen vor erneuten Notlagen in den Kliniken werden deshalb zunehmend lauter. Das medizinische Personal sei an der Belastungsgrenze und niemand wolle erneut erleben, dass planbare Operationen abgesagt werden müssten, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt schon Anfang November.

Booster sechs Monate nach Grundimmunisierung

Um dem Trend entgegenzuwirken, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) nun allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Die Impfung solle mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff erfolgen. Das teilte die Stiko am Donnerstag (18.11.) in Berlin mit. Sie solle im Regelfall sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung verabreicht werden, im Einzelfall könne sie auch bereits nach fünf Monaten erwogen werden. Das Gremium verband seine Empfehlung zudem mit einem Aufruf an alle Ungeimpften, sich "dringend" impfen zu lassen

Was ist eine Booster-Impfung?Auffrischungsimpfungen oder Booster-Impfungen dienen dazu, einen langfristigen Immunschutz zu gewährleisten. Sie sind vor allem für Personengruppen sinnvoll, bei denen es zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen kann. Die Auffrischung kann in der Regel sechs Monate nach der Grundimmunisierung durchgeführt werden.

Empfehlung bisher für Menschen über 70

Eine Empfehlung für die sogenannten Booster-Impfungen gab es bisher in Deutschland nur für Geimpfte über 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten schweren Grunderkrankungen. Die Ausweitung diene dabei neben der Aufrechterhaltung des individuellen Impfschutzes auch dem Ziel, "Infektionswellen abzuschwächen und zusätzliche schwere Erkrankungs- und Todesfälle zu verhindern", erklärte das Gremium.

Gefährdete Menschen weiter bevorzugen

"Bereits jetzt führen die schweren Covid-19-Erkrankungen zu einer besorgniserregenden hohen Belastung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten", erklärte die Stiko. Zugleich bekräftigte sie, dass trotz genereller Empfehlung weiter bevorzugt besonders gefährdete Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten sollten. Dazu gehörten Menschen über 70 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit krankheitsbedingter Immunschwäche sowie Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Rahmen der Impfkampagne gegen die Pandemie sollten zudem weiterhin "vordringlich" Ungeimpfte immunisiert werden, die noch keinen vollen Grundimpfschutz hätten.

Lauterbach plädiert für erneute Öffnung der Impfzentren

Um das Tempo bei flächendeckenden Booster-Impfungen zu erhöhen, hat Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für eine Wiedereröffnung der Impfzentren plädiert. Bei Twitter schrieb er, es gebe "realistischerweise" derzeit nicht viele Möglichkeiten "mit großer Wirkung". Eine von zwei Möglichkeiten sei "eine viel schnellere Booster-Impfung", so Lauterbach. Dafür müsse man allerdings die Impfzentren wieder öffnen.

Nur mRNA-Impfstoffe als Booster

Die Booster-Impfungen werden in Deutschland für die betreffenden Gruppen mit einem der beiden mRNA-Vakzine empfohlen. Nach Angaben von Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sollte auf eine Grundimmunisierung mit Biontech/Pfizer ein Booster von Moderna erfolgen, nach der doppelten Moderna-Dosis eine dritte von Biontech/Pfizer. Diese Kombinationen würden den besten Schutz bieten. Im Falle von Biontech/Pfizer mehr als 95 Prozent.

(BRISANT/dpa/afp)

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 18. November 2021 | 17:15 Uhr