Gummipuppe in einem Bordell
Die Sexdolls im "Dollhaus" Speyer haben sich mit Keimen infiziert (Symbolbild) Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Mangelnde Hygiene? Wegen Keimen: Erstes deutsches Sexpuppen-Bordell geschlossen

BRISANT | 09.10.2019 | 17:15 Uhr

Deutschlands erstes reines Sexdoll-Bordell hat seine Pforten geschlossen: die Damen aus Plastik und Silikon haben sich mit Keimen infiziert. Ist die fehlende Kondompflicht Ursache für die Verunreinigungen - oder gar das Wasser? Der Betreiber des "Dollhaus" pocht auf die Einhaltung der hygienischen Standards, das Gesundheitsamt sieht das anders. Aber was ist überhaupt dran, am neuen Sex-Trend mit Puppen?

Gummipuppe in einem Bordell
Die Sexdolls im "Dollhaus" Speyer haben sich mit Keimen infiziert (Symbolbild) Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Nicole, Katsumi und Alexa sind krank, haben sich mit Keimen infiziert. Das "Problem": Die betroffenen Damen sind nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Plastik und Silikon. Sexpuppen im "Dollhaus" Speyer, dem ersten reinen Sexdoll-Bordell Deutschlands. Und das hat jetzt (vorerst) seine Tore geschlossen. Gleich mehrere Male hatte das Gesundheitsamt die Einhaltung der Hygienevorgaben für den Betrieb des Hauses überprüft - und war auf Mängel gestoßen. Die konnte der Betreiber trotz intensiver Bemühungen nicht beheben.

Wasser oder mangelnde Hygiene? Ursache für Keime unklar

Gummipuppe in Bordell
Über die Ursache der Keime an den Puppen sind sich Bordell-Betreiber Abelmann und das Gesundheitsamt uneinig. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Woher die Keime stammen, darüber herrscht Uneinigkeit zwischen Gesundheitsamt und Bordell-Inhaber Raphael Abelmann. Der sieht die Ursache für den Ekel-Faktor nämlich im Wasser, wie er seine Kundschaft via Facebook wissen lässt. Man habe auf medizinischem Standard und nach einem offiziellen Hygieneplan gereinigt. Schuld seien entweder die alten Hausinstallationen - oder das Leitungswasser der Stadt Speyer. Eine Theorie, die eine Sprecherin des Gesundheitsamts ausschließt: "Diese Mängel (Keime), die an den Puppen vorhanden waren, stammen definitiv nicht vom Trinkwasser".

"Dollhouse" - erstes deutsches Sexdoll-Bordell

Das "Dollhaus" gibt es im pfälzischen Speyer seit September 2018. Für 30 Minuten Sex mit einer der künstlichen Damen berappen die Besucher 60 Euro, am Wochenende gibt es schon mal 90 Minuten Spaß für 100 Euro. Ein echtes Schnäppchen. Den ausschließlich männlichen Gästen scheint es zu gefallen. Denn obgleich der Sex-Trend mit Puppen kritisch beäugt wird, war das "Dollhouse" stets gut besucht.

Was ist riskant am Sexdoll-Sex?

Gummipuppen in einem Bordell
Ist Sexdoll-Sex ohne Berührungsängste und Tabus riskant? (Symbolbild) Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Kritiker bezeichnen den neuen Sex-Trend mit so genannten Sexdolls als riskant. Denn Sex ohne Berührungsängste und Tabus lässt Männerphantasien Wirklichkeit werden, die sie mit einer realen Partnerin nicht ausleben könnten. Verführt er gar dazu, auch reale Frauen als Gegenstände zu betrachten? Schürt er Vergewaltigungsphanatsien? Auch die nicht vorhandene Kondompflicht ist Stein des Anstoßes: aus hygienischen wie gesundheitlichen Gründen. Genau die haben jetzt zur Schließung des ersten Sexpuppen-Bordells Deutschlands geführt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. Oktober 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 12:00 Uhr

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