Waldbrand Erhöhte Radiaktivität nach Brand in Sperrzone von Tschernobyl?

Am 26. April jährt sich das Reaktorunglück von Tschernobyl zum 34. Mal. Bis heute gilt dieser GAU als der bisher schwerste Atomunfall in der Geschichte der Kernenergie. Jetzt sollen in der Sperrzone rund um den Reaktor bis zu 100 Hektar Wald in Flammen stehen. Die Angaben der Behörden bezüglich einer gestiegenen Radioaktivität sind widersprüchlich. Szenen, die an die erfolgreiche Miniserie "Tschernobyl" aus dem vergangenen Jahr erinnern.

Ein verbrannter Wald bei Lomatschi, 2016
Verbrannter Wald in der Sperrzone rund um den Reaktor von Tschernobyl im Jahr 2016. Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

Am 26. April jährt sich das Reaktorunglück von Tschernobyl zum 34. Mal. Ein Reaktorblock des Atomkraftwerks war im Jahr 1986 bei einem Sicherheitstest explodiert. Bis heute gilt dieser GAU als schwester Atomunfall in der Geschichte der Kernenergie. Und nach wie vor soll die Sperrzone in einem Radius von 30 Kilometern rund um den Reaktor stark verstrahlt sein. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. In umliegenden Ortschaften ist kommerzielle Landwirtschaft bis heute streng verboten. Dennoch gibt es Touristen, die nach Tschernobyl reisen, um sich ein Bild von der Reaktorkatastrophe zu machen.

Touristen in Tschernobyl
Touristen in Tschernobyl Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Waldbrand in Sperrzone von Tschernobyl

Jetzt ist Tschernobyl erneut in die Schlagzeilen geraten. Denn am Wochenende ist in einem radioaktiv belasteten Waldstück innerhalb der Sperrzone ein Brand ausgebrochen - und der ist bis heute nicht gelöscht. Es würden weiterhin etwa 25 Hektar Wald brennen. Rund 140 Feuerwehrleute seien im Einsatz, würden durch zwei Löschflugzeuge und einen Hubschrauber unterstützt, teilte der ukrainische Katastrophenschutz am Montag mit.

Unterschiedliche Behördenangaben über radioaktive Belastung

Welche Auswirkungen dieser Brand für Natur und Menschen hat, darüber sind sich die ukrainischen Behörden allerdings uneinig.

Während der Katastrophenschutz wissen lässt, dass die radioaktive Hintergrundstrahlung in den angrenzenden Gebieten der Region Kiew im Normbereich sei, sieht das Jegor Firsow, geschäftsführender Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes in Kiew, anders. Ihm zufolge würden auch außerhalb der Sperrzone insgesamt 100 Hektar Wald in Flammen stehen. Via Facebook berichtet er am Sonntag von erhöhten Radioaktivitätswerten.

Es gibt schlechte Neuigkeiten: Im Zentrum des Brandes ist die Radioaktivität überdurchschnittlich hoch.

Geigerzähler
Uneinigkeit der ukrainischen Behörden über erhöhte Radioaktivität (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Volker Preußer

Dazu veröffentlichte er ein Video, in dem ein Geigerzähler das 16-Fache des Normalwertes anzeigte. Am Samstag hatten auch die ukrainischen Rettungsdienste von "Schwierigkeiten" bei der Feuerbekämpfung wegen der erhöhten Radioaktivität in einigen Gebieten gesprochen. Umliegende Ortschaften sollen allerdings nicht gefährdet gewesen sein.

Die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als Serie "Chernobyl" bei Streaming-Diensten

Im vergangenen Jahr hatte die fünfteilige US-amerikanisch-britische Miniserie "Chernobyl" für große Aufmerksamkeit gesorgt, indem sie den bislang schwersten nuklearen Unfall der Geschichte thematisierte. Die Serie zeigt die Folgen der Nuklearkatastrophe und stützt sich dabei weitgehend auf reale Gegebenheiten. Zentrale Figur ist ein Wissenschaftler, dem von der Regierung die Verantwortung für die Reaktion auf das Unglück übertragen wird.

Im deutschsprachigen Raum wurde "Tschernobyl" ab Mitte Mai 2019 über den Sender Sky Atlantic HD ausgestrahlt. Mittlerweile ist die Serie bei verschiedenen Streamingdienste wie z.B. Amazon oder Maxdome und als DVD bzw. Blue-Ray verfügbar. Bei den Golden Globes 2020 ist "Chernobyl" als "Beste Miniserie oder Fernsehfilm" ausgezeichnet worden.

Filmbild aus Serie Tschernobyl
Szene aus der US-amerikanisch-britischen Miniserie "Tschernobyl" Bildrechte: imago images / Prod.DB

Quellen: AFP, dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. April 2020 | 17:15 Uhr

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