Corona-Gipfel Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Feiern: Diese Corona-Regeln haben Bund und Länder beschlossen

Weltweit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus, über eine Million Menschen sind bislang daran gestorben. Auch in Deutschland ist bei den Corona-Fallzahlen ein stetiger Aufwärtstrend zu beobachten. Um dem Einhalt zu gebieten, haben Bundesregierung und Länder-Chefs über ein weiteres gemeinsames Vorgehen in der Corona-Krise verhandelt. Die Ergebnisse.

Im Bild ist eine Einwegmaske auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude zu sehen.
Bund und Länder beraten über einheitliche Maßnahmen, um die steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen in den Griff zu bekommen. Bildrechte: imago images/Christian Spicker

Die Wirtschaft am Laufen sowie Kitas und Schulen offen zu halten, das soll bei künftigen Maßnahmen zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Priorität haben. Dabei helfen sollen u.a. neue Obergrenzen für private Feiern, begrenzter Alkoholausschank und ein deutschlandweites Frühwarnsystem.

Insgesamt propagiert der Bund - angepasst an die jeweilige Entwicklung der Corona-Zahlen - ein regional abgestuftes Vorgehen. Ein deutschlandweiter Shutdown soll möglichst verhindert werden.

Kitas und Schulen nicht komplett schließen

Gleiches gilt für Schulen und Kitas. Die von den einzelnen Ländern aufgelegten Hygienekonzepte sollen ermöglichen, einzelne Klassen oder Jahrgangsstufen in Quarantäne zu schicken, wenn es zu einem Corona-Fall kommt. Ganze Schulen sollen nach Möglichkeit nicht geschlossen werden.

Das soll u.a. durch Schnell-Tests möglich gemacht werden, die rasche Auskunft über ein tatsächliches Infektionsgeschehen geben können.

Private Feiern und Grenzwerte bei Neuinfektionen

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen wird für Feiern in öffentlichen und privaten Räumen künftig eine Obergrenze gelten. Kommen auf 100.000 Einwohner 35 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen, liegt diese in privaten Räumen bei 25 Teilnehmern, in öffentlichen bei 50. Liegt die Infektionshäufigkeit bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, gilt eine Obergrenze von 25 Personen in öffentlichen und zehn Teilnehmern in privaten Räumen.

Eine Gruppe Menschen prosten sich zu
Für private Feiern soll in geschlossenen Räumen künftig eine Obergrenze von 25 Teilnehmern gelten. Bildrechte: Colourbox.de

Mindestens 50 Euro Bußgeld bei Falschangaben in Restaurants

Mickey Mouse, Hulk und Max Mustermann auf Restaurant-Gästelisten sind künftig strafbar. Um eine korrekte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sollen Ordnungsbehörden Verstöße bei falschen persönlichen Angaben in Restaurants mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro ahnden. Bund und Länder appellieren an die Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Diese sollten bei Bar-, Restaurant- und Veranstaltungsbesuchen "durch Angabe richtiger und vollständiger Personendaten und Kontaktinformationen ein schnelles Erkennen und Eindämmen von Corona-Ausbrüchen" unterstützen.

In besonders betroffenen Regionen will der Bund unter bestimmten Bedingungen auch den Alkoholausschank begrenzen lassen.

Ein Zettel für die Gäste-Regstrierung liegt in einem Restaurant auf einem Tisch
Wer im Restaurant falsche Kontaktangaben macht, soll künftig dafür bestraft werden. Bildrechte: dpa

AHA-Formel soll durch "L" für Lüften ergänzt werden

Mindestabstand, Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie die geltenden Hygiene-Ektiketten gelten weiterhin. Ergänzt werden soll die sogenannte "AHA"-Formel durch den Buchstaben "L" für Lüften. Denn regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen kann die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern, so die Begründung der Bundeskanzlerin.

Ergänzend sollen die Belüftungsanlagen in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden überarbeitet bzw. erneuert werden. Dafür ist in diesem Jahr ein neues Förderprogramm aufgelegt worden.

Eine Frau öffnet ein Fenster zum Lüften der Wohnung.
Regelmäßiges Stoßlüften kann die Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus erheblich verringern. Bildrechte: imago images / blickwinkel

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. September 2020 | 17:15 Uhr

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