Berchtesgadener Land Bundeswehr kämpft gegen Schneemassen

BRISANT | 11.01.2019 | 17:15 Uhr

Wegen der anhaltenden Schneefälle wurde der Katastrophenfall in vier bayerischen Landkreisen ausgerufen. Um der weißen Masse Herr zu werden, ist jetzt auch die Bundeswehr im Einsatz.

Ein Kettenfahrzeug der Bundeswehr
Ein Hägglund-Kettenfahrzeug der Bundeswehr Bildrechte: dpa

Kleine Schneefahrzeuge der Bundeswehr rattern über den Schnee, der seit Tagen vor allem im Süden Bayerns gefallen ist. Seit Donnerstag (10.01.) sind Soldaten im Einsatz gegen die weiße Masse. Bei Berchtesgaden sitzen rund 350 Menschen fest. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf Weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land. Mit gepanzerten "Hägglunds" erreichen Bundeswehr-Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichhall den Ort noch, bringen Lebensmittel und Getränke. "Dass die Fahrzeuge gepanzert sind, ist wichtig", erklärt der Sprecher der Bundeswehr in Bayern, Oberstleutnant Carsten Spiering und ergänzt: "So können umstürzende Bäume niemanden im Fahrzeug in Lebensgefahr bringen." Die Bundeswehr führe außerdem Versorgungsfahrten durch, damit bspw. das Krankenhaus weiter offen bleiben und Schulunterricht weiter stattfinden kann.

400 Soldaten im Einsatz - Auftrag: Dächer räumen

Major Lars Kauven steht vor einem "Hägglund" in Berchtesgaden, wo inzwischen auch der Bahnhof gesperrt ist. Er und 100 Kameraden räumen gerade Dächer öffentlicher Einrichtungen, so zum Beispiel vom Schwimmbad und vom Gymnasium in Berchtesgaden. "Weitere 100 Soldaten sollen Gefahr für Leib und Leben von der Bevölkerung abwenden", sagt Kauven. Dächer räumen – heute also die Hauptaufgabe der Soldaten. „Aktuell sind in Summe im Süden Bayerns 400 Soldaten im Einsatz“, erklärt Bundeswehr-Sprecher Spiering: "Wir haben aber noch zusätzliche Truppen in Bereitschaft versetzt: Pioniere zum Sprengen von Lawinen, die Luftwaffe, Sanitäter und Feldjäger - die Militärpolizei."

Katastrophenfall in vier bayerischen Landkreisen

Aufgrund der anhaltenden Schneefälle ist außer im Landkreis Berchtesgadener Land in drei weiteren bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall ausgerufen: in Miesbach, Traunstein und Bad Tölz. "Das ist die Grundlage dafür, dass die Bundeswehr dort zum Einsatz kommen kann", erklärt Spiering. Major Lars Kauven stellt sich und seine Soldaten auf einen mehrere Tage dauernden Einsatz ein: „Nasser Schnee ist die große Gefahr, auch wenn es aktuell nicht schneit.“ Der ist für den Beginn des Wochenendes vorhergesagt. Für Sonntag und Montag lautet die Prognose dann wieder: starker Schneefall im Süden Bayerns.

Stephan Witschas

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2019, 09:05 Uhr

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