Touristenbus überschlägt sich Busunglück auf Madeira: Deutsche Touristen unter den Todesopfern

BRISANT | 18.04.2019 | 17:15 Uhr

Bei dem Busunglück am Mittwochabend auf der „Blumeninsel“ Madeira sind 29 Menschen ums Leben gekommen. 27 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern sollen auch viele Deutsche sein.

Der Reisebus mit Osterurlaubern ist in Canico, einem Ort in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal, gegen 18:30 Uhr in einer Kurve von der Straße abgekommen und einen Abhang hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. Der Bus habe sich dabei mehrmals überschlagen. 29 Menschen kamen nach portugiesischen Angaben dabei ums Leben. Darunter wohl auch viele deutsche Urlauber. Das Auswärtige Amt in Berlin hat aus diesem Grund eine Hotline für Angehörige von Madeira-Urlaubern eingerichtet:

Telefon: 030-5000-3000 Hotline des Auswärtigen Amtes

Mechanisches Problem als Unfallursache?

Die Urlauber waren auf dem Weg zu einem typisch madeirischen Abendessen in der Hauptstadt, als das Unglück passierte. Insgesamt 57 Menschen sollen an Bord gewesen sein. Bei den Toten handele es sich um 12 Männer und 17 Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Sie wurden in eine eigens eingerichtete Leichenhalle am Flughafen von Funchal gebracht. Um die Identität der Opfer zu klären, stehe die deutsche Botschaft in engem Kontakt mit den protugiesischen Behörden auf Madeira. Die Identifizierung soll bis Samstag abgeschlossen sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sind unter den Toten wahrscheinlich 27 deutsche Staatsangehörige. Die gebirgige "Blumeninsel" gilt als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen in Portugal.

Drei Tage Staatstrauer

Wie der Unfall passieren konnte, ist noch unklar. Medienberichten zufolge könnte ein mechanisches Problem der Grund für das Unglück gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Zudem stellten die portugiesischen Streitkräfte drei Militärflugzeuge zur Verfügung, um Betroffene notfalls schnell auf das Festland transportieren zu können. Von der portugiesischen Regierung wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Ein Überblick der Busunglücke der vergangenen fünf Jahre:

Februar 2019

Mazedonien: Ein Bus gerät von der Autobahn ab, durchschlägt die Leitplanken und überschlägt sich. 14 Insassen sterben

August 2018

Bulgarien: Mit einheimischen Touristen kommt ein Bus bei heftigem Regen auf einer kurvenreichen Straße vom Weg ab und stürzt in ein Flussbett. 17 Menschen sterben.

Juli 2018

Ukraine: Ein Bus fährt auf einen am Straßenrand geparkten Lastwagen. Zehn Menschen kommen dabei ums Leben.

Juli 2017

Deutschland: Ein Reisebus fährt am Stauende auf einen Sattelschlepper auf und brennt komplett aus. 18 der Insassen kommen ums Leben.

Januar 2017

Italien: Ungarische Schüler verunglücken mit einem Reisebus auf einer Autobahnabfahrt. 16 Menschen sterben.

Oktober 2015

Frankreich: 43 Menschen kommen bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Reisebus ums Leben.

Juli 2014

Deutschland: Nach einem Auffahrunfall auf der Autobahn nahe Dresden verliert der Fahrer eines polnischen Reisebusses die Kontrolle über das Fahrzeug und kollidiert mit einem Kleinbus. 11 Menschen kommen ums Leben.

Januar 2014

Türkei: In der türkischen Provinz Kayseri kommt ein Reisebus von der Autobahn ab. 21 Menschen sterben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Brisant | 18. April 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 16:14 Uhr

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