Ferien trotz Corona Ist mein Urlaubsland ein Corona-Hotspot?

Ab Donnerstag (30. Juli) haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland für eine Weile gleichzeitig Ferien. Das bedeutet: Sachen packen und ab in den Urlaub also! Oder nicht? Einige neue Hotspots, wie z.B. St. Wolfgang in Österreich, machen deutlich, dass es Besonderheiten in den einzelnen Urlaubsländern zu beachten gibt. Welche, sehen Sie hier in der Übersicht.

Urlauber entspannen sich am Plaja-de-Muro-Strand auf Mallorca
Corona-bedingt gilt es, im Urlaub einiges zu beachten. (Archiv) Bildrechte: dpa

Ende Juli ist eigentlich die beste Urlaubszeit - wäre da nicht die Corona-Pandemie. Viele außereuropäische Reiseziele fallen bei den Urlaubsplanungen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen ohnehin weg. Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich - mit einigen Besonderheiten, die es hier in der Übersicht aufgelistet gibt.

Belgien

Touristen aus Deutschland können problemlos einreisen, Grenzkontrollen oder Quarantäneregeln gelten für sie nicht. Wegen steigender Fallzahlen verschärft Belgien aber seit Samstag (25.7.) die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus wieder. Es gilt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Einkaufsmeilen und an anderen Orten mit viel Publikumsverkehr. Örtliche Behörden können die Regel ausweiten. In Bussen und Bahnen ist Mund-Nasen-Schutz ohnehin Pflicht. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen Kontaktdaten hinterlassen.

Bulgarien

Für Feriengäste aus allen EU-Staaten gibt es seit Mitte Juli keine Quarantänepflicht. Bislang ist die Zahl der Gäste aber noch recht niedrig: An den Sandstränden und Promenaden ist es für Juli merkwürdig ruhig. Viele große Hotels in den Badeorten am Schwarzen Meer haben noch geschlossen, weil es ungewiss ist, mit wie vielen Gästen sie rechnen können. Die bereits geöffneten Hotels haben sich auf Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt - wie größere Distanz zwischen Tischen und Stühlen. Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen sind Mund-Nasen-Masken in gemeinschaftlich genutzten geschlossenen Räumen wieder Pflicht.

Dänemark

Nachdem die Dänen als eines der ersten Länder Europas am 14. März ihre Grenzen für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund dichtgemacht hatten, können Deutsche mittlerweile wieder einreisen. Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Ausnahmen gelten etwa für Deutsche, die ein dänisches Sommerhaus besitzen, ihre Partner im Land besuchen wollen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. In Dänemark ist die Zahl der Neuinfektionen gering. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

Finnland

Deutsche und viele andere Europäer dürfen seit Mitte Juli wieder in das Land einreisen. Auch die vom Auswärtigen Amt verhängte Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie wurde am 13. Juli aufgehoben, womit für deutsche Reisende keinerlei Beschränkungen oder Quarantänevorschriften im Falle eines Finnland-Urlaubs mehr gelten.

Frankreich

Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen, spezielle Unterlagen sind nicht nötig. Sie müssen dort nicht in Quarantäne. Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden riefen zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Sie müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants in Paris haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

Griechenland

Die Einreise aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie fast allen EU Staaten ist frei. Es besteht keine Quarantänepflicht. Reisende müssen sich aber mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Maskenpflicht besteht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Museen und archäologischen Stätten. Wenn in Bars und Restaurants mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten wird, muss keine Maske getragen werden. Griechenland ist weiter eines der Länder der EU mit den niedrigsten Infektionszahlen.

Großbritannien

Reisende aus Deutschland können wieder ohne Einschränkungen einreisen. Vor der Einreise muss ein Formular mit Kontaktdaten ausgefüllt werden. Bei der Maskenpflicht gibt es Unterschiede in den einzelnen Ländern. Während in England und Schottland Masken sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in Läden getragen werden müssen, gilt die Maskenpflicht in Wales und Nordirland nicht beim Einkauf.

Irland

Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Ankunft in Irland zwei Wochen in Isolation gehen. Bei der Einreise müssen zudem Kontaktdaten hinterlassen werden. Innerhalb des Landes sind Reisen wieder erlaubt, auch auf die Inseln. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen müssen Masken getragen werden.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik führte Mitte Juni die Möglichkeit für Urlauber ein, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit wurde internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft gegeben. Für deutsche Island-Abenteurer fällt diese Maßgabe weg, weshalb sie sich nun ebenso wie Reisende aus Dänemark, Norwegen und Finnland auch ohne Corona-Test auf die Suche nach Gletschern und Geysiren machen können. Bedingung ist nur, dass man in den 14 Tagen vor Einreise nicht in einem Risikogebiet war.

Italien

Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen seit Juni ohne Beschränkungen einreisen. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt bis mindestens 31. Juli Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss.

Kroatien

Kroatien erlaubt Deutschen seit Anfang Juni die Einreise ohne Nachweis bestimmter Gründe. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit dem 13. Juli wieder Maskenpflicht.

Luxemburg - REISEWARNUNG!

Das Auswärtige Amt warnt wegen der hohen Infektionszahlen aktuell vor "nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen" nach Luxemburg. An den Grenzen zum Großherzogtum gibt es keine Kontrollen und keine Einreisebeschränkungen. Maskenpflicht gibt es unter anderem im öffentlichen Nahverkehr. In Geschäften und öffentlichen Einrichtungen muss zudem ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.

Malta

Nach Malta dürfen Bürger aus Deutschland in der Regel wieder ohne Beschränkungen einreisen. Allerdings dürfen sie in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb der als sicher geltenden Länder gewesen sein. Nach Angaben des Auswärtigen Amts messen die Malteser bei der Ankunft die Körpertemperatur. Liegt sie bei 37,2 Grad Celsius oder höher, wird ein Corona-Test durchgeführt.

Niederlande

Für Deutsche ist der Holland-Urlaub weiter möglich. Amsterdam hat aber dazu aufgerufen, freiwillig auf Besuche am Wochenende zu verzichten - aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle. Tagesgäste sollten ihren Besuch lieber auf Montag bis Donnerstag verschieben, so die Stadt. Touristen, die bereits in der Stadt sind, werden in den sozialen Medien aufgerufen, die Corona-Regeln zu beachten und Gedränge in der Stadt zu meiden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Touristen sollen aber Bus, Bahn oder Metro möglichst nicht zu Stoßzeiten nutzen.

Norwegen

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für Norwegen aufgehoben. Seit Mitte Juli dürfen deutsche Urlauber wieder quarantänefrei einreisen, seitdem schießen die Touristenzahlen im Land in die Höhe. Die Pflicht zur zehntägigen Quarantäne nach der Ein- oder Rückreise nach Norwegen gilt aktuell nicht mehr.

Österreich - HOTSPOT!

Reisende aus Deutschland haben wieder freie Fahrt nach und durch Österreich. An den Grenzen zu Ungarn oder Slowenien wird aber kontrolliert. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen, wie auch im bei Deutschen beliebten St. Wolfgang, ist das öffentliche Leben in Österreich nicht mehr ganz so unbeschwert wie zuletzt. Seit Freitag gilt wieder landesweit eine Maskenpflicht unter anderem in Lebensmittelgeschäften, bei der Post oder in der Bank.

Polen

Seit dem 13. Juni hat das Land seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern geöffnet. Einreisende EU-Ausländer und Polen müssen nicht in Quarantäne und können sich innerhalb des Landes ungehindert bewegen. Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr und - wenn ein Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann - in öffentlichen Räumen. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind geöffnet. Die Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen wurden Ende Juni wieder aufgenommen. Seit 1. Juli fliegt die Fluglinie Lot wieder Ziele im Ausland an.

Portugal

Für Deutsche gibt es keine Einreisebeschränkungen. Besucher müssen aber Angaben unter anderem zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Lande machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Portugal galt lange als eines der Länder Europas, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren. Seit einigen Wochen wird aber eine besorgniserregende Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. In mehreren (von Touristen weniger besuchten) Vororten der Hauptstadt galt daher seit Ende Juni ein Lockdown.

Rumänien

EU-Bürger dürfen frei nach Rumänien einreisen. Allerdings könnten diese nachher Probleme bei der Aus- oder Weiterreise bekommen, weil wegen stark ansteigender Infektionszahlen Reisende aus Rumänien in mehreren EU-Ländern mit Hindernissen rechnen müssen. So werden sie etwa im Nachbarland Ungarn automatisch unter Quarantäne gestellt. In den letzten Wochen ist die Zahl der Infektionen explodiert, die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg. Eine prinzipielle Quarantänepflicht für Einreisende gibt es nicht. In geschlossenen öffentlichen Räumen gilt Maskenpflicht, Distanzpflicht in Gastronomie, auf den Stränden und bei Veranstaltungen im Freien

Schweden

Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen.

Schweiz

Einreisen aus den Schengenstaat ist möglich, wer aber vorher in einem von inzwischen 42 Risikoländern war, muss erst einmal zehn Tage in die Quarantäne. Deutschland gehört nicht dazu. Restaurants, Bars und Clubs sind wieder geöffnet, aber immer mehr Kantone führen neue Bestimmungen ein: eine Beschränkung auf 100 Gäste etwa und Besucher müssen Kontaktdaten hinterlassen. Maskenpflicht besteht schweizweit nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, darunter Seilbahnen.

Slowakei

Deutsche können ohne Einschränkungen einreisen. Nur für Transitreisen aus Risikostaaten gibt es Quarantänevorschriften, deren Nichteinhaltung bestraft wird. Das Land war vom Coronavirus kaum betroffen und hat deshalb die meisten anfangs sehr strengen Corona-Schutzmaßnahmen wieder gelockert. Weiter ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Inneren von Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, in Lokalen nur beim Rein- und Rausgehen. In Warteschlangen etwa an Kassen ist ein 2-Meter-Abstand empfohlen.

Spanien - HOTSPOT!

Urlauber aus der EU und den Schengenstaaten dürfen seit dem 21. Juni unbegrenzt einreisen. Spanien-Besucher müssen aber bedenken, dass wegen steigender Infektionszahlen im ganzen Land weiter strenge Corona-Regeln wie Maskenpflicht fast überall auch im Freien sowie das Abstandsgebot gelten, auch auf Mallorca und den restlichen Balearen. Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen weiter am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport. In Barcelona sind die Menschen allerdings aufgerufen, das Haus nur wegen dringender Erledigungen wie etwa für Einkäufe oder Arztbesuche zu verlassen.

Auch das Nachtleben mit Clubs und Bars ist vielerorts eingeschränkt worden. In Barcelona sind Discos geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur die Hälfte der Plätze besetzen. Die Pandemie gilt jedoch immer noch als unter Kontrolle. Wichtig für Spanien-Besucher: Man muss ein Online-Formular ausfüllen und erhält dann einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Bei der Einreise wird auch Temperatur gemessen.

Tschechien

Die Einreise ist für Deutsche seit Anfang Juni wieder möglich. Eine Quarantäne oder ein negativer Corona-Test sind nicht erforderlich. Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in der Prager U-Bahn sowie in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien.

Türkei - REISEWARNUNG für Teile aufgehoben!

Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis 31. August. Allerdings sind vier Provinzen seit dem 4. August aufgehoben: Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Vor der Rückkehr nach Deutschland muss jeder Reisende einen Corona-Pflichttest machen - auf eigene Kosten! Der Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, kostet 15 Euro. Am Flughafen kostet er 30 Euro.

Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt.

Ungarn

Deutsche Urlauber können ohne Einschränkungen einreisen, wenn sie ihre Reise in einem Land antreten, das als sicher in Hinblick auf die Pandemie eingestuft ist. Deutschland und die meisten EU-Staaten gelten als sicher. Der Transit durch Ungarn ist in jedem Fall möglich, diese Reisenden dürfen aber von bestimmten Transitkorridoren nicht abweichen und müssen das Land in maximal 24 Stunden verlassen. In Ungarn haben die meisten Hotels, Restaurants und Bars wieder geöffnet. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Zudem sind Abstandsregeln zu beachten.

Zypern

Wer nach Zypern fährt, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. Wird ein Mensch positiv getestet, muss er 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser.

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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