Positive Seite der Krise? Deutsche sparen seit Corona so viel wie nie

Die Corona-Krise hat viele hart getroffen. Dennoch konnten die Deutschen auch viel sparen. Geschäfte zu, Urlaube gestrichen - das Privatvermögen stieg 2020 auf einen Rekordwert.

Geld
Trotz Corona haben die Deutschen ordentlich gespart. Bildrechte: imago images / Panthermedia

7,1 Billionen Euro - auf diesen Rekordwert ist das Geldvermögen der privaten Haushalte 2020 gestiegen. Insgesamt 393 Milliarden Euro haben die Deutschen im Corona-Jahr gespart. Das hat die DZ Bank berechnet. Der Grund dafür ist wahrscheinlich die Krise.

Michael Stappel, Ökonom der DZ Bank vermutet, dass viele aus Sorge vor Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit ihr Geld zusammengehalten haben. Dass durch die Lockdowns auch lange die Geschäfte geschlossen waren, hat wahrscheinlich auch dazu beigetragen, dass wir weniger Geld ausgegeben haben.

Die Berechnungen zeigen außerdem, dass wir pro 100 Euro verfügbarem Einkommen 16 beziehungsweise 17 Euro auf die hohe Kante gelegt haben.

Zwar stiegen auch die Aktienkäufe an, zum angehäuften Vermögen der Deutschen hat das wahrscheinlich nicht beigetragen. Der größte Teil bliebe nämlich einfach auf Girokonten oder Tagesgeldkonto, wo man im Ernstfall auch wieder auf das Geld zugreifen kann, so Stappel.

Arbeitslosenzahlen steigen

Dennoch wurden viele hart von der Krise getroffen: Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit stürzten viele in finanzielle Nöte. Im November 2020 waren beispielsweis rund 2,7 Millionen Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum Jahr davor stiegen die Arbeitslosenzahlen damit um 1,1 Prozentpunkte - rund 520.000 Menschen.

Besonders deutlich stieg die Zahl der Kurzarbeiter an. Während 2019 insgesamt nur rund 145.000 Arbeiter in Kurzarbeit mussten, lag der Wert allein im Januar 2020 bei über 380.000, im April wurde ein Höchststand von über sechs Millionen erreicht.

Trotzdem rechnete der Volkswirtschaftsprofessor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg damit, dass sich der Arbeitsmarkt robust verhalten wird. Er schätzte die Auswirkungen des zweiten Lockdowns als nicht so gravierend wie im Frühjahr ein. Dazu trügen auch die Hilfen für Unternehmen bei.

Allerdings ist noch nicht klar, ob der bundesweite Lockdown nur bis zum 10. Januar andauert. Bund und Länder wollen am Dienstag, 5. Januar, über weitere Maßnahmen beraten.

Mit Material von dpa.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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