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Intensivpflegerin Lilly Koppelkamm kümmert sich um einen Patienten während eines heiklen medizinischen Eingriffs.  Bildrechte: rbb/DOCDAYS/Carl Gierstorfer,

TV und Mediathek

"Charité intensiv - Station 43": Doku über Leben und Tod in Corona-Zeiten

Stand: 20. April 2021, 11:09 Uhr

Ein Dokumentarfilmer begleitete drei Monate lang das Personal auf der Intensivstation 43 der Charité Berlin. Der aufwühlende Vierteiler ist schon jetzt in der Mediathek zu sehen.

Kein Mensch könne sich vorstellen, wie es bei ihnen auf der Station momentan zugehe, sagt eine Intensivmedizinerin. Nach über einem Jahr Corona will die Doku-Reihe "Charité intensiv - Station 43" daran etwas ändern.

Regisseur Carl Gierstorfer und Co-Autorin Mareike Müller stellten sich der Herausforderung, Leben und Sterben ganz nah zu begleiten.

Ab dem 14. April strahlt der rbb den aufwühlenden Vierteiler aus:

14.04.21, 21:00 Uhr - Folge 1: Sterben
21.04.21, 21:00 Uhr - Folge 2: Kämpfen
28.04.21 (Doppelfolge): 21:00 Uhr - Folge 3: Hoffen, 21.30 Uhr - Folge 4: Glauben

In der ARD-Mediathek sind alle Folgen schon jetzt zu sehen.

Intensivmediziner der Station 43 Bildrechte: picture alliance/dpa/DOCDAYS/rbb | Carl Gierstorfer

Intensivstation für schwere Verläufe

Station 43 ist nicht irgendeine Station. Hier werden Corona-Patienten mit sogenanntem schwerem Verlauf betreut. Regisseur Gierstorfer zeigt ihr Schicksal auf unaufgeregte Weise. In langen Kameraeinstellungen und ohne Kommentar. Die Szenen von Station 43 sprechen für sich.

Was ich jeden Tag gesehen habe, waren Momente großer Menschlichkeit. Das war eigentlich mein Hauptmotiv, was mich geleitet hat, den Film zu machen.

Carl Gierstorfer | rbb24

Covid-19 greift den ganzen Körper an

In "Charité intensiv - Station 43" bekommt der Zuschauer eine Ahnung davon, wie schwer diese völlig neue Erkrankung namens Covid-19 verlaufen kann. Sie greift den ganzen Körper an, schädigt Nerven, zerstört die Lunge. Bekannte Therapien gibt es nicht.

Betroffene, die Covid-19 überstanden haben, kommen ebenso zu Wort wie Ärzte und Pfleger, die nach einem Jahr am Rand der Erschöpfung stehen. Dennoch jammert in dieser Serie niemand. Pflegekräfte und Ärzte nicht, auch Patienten und Angehörige von Verstorbenen nicht.

Sarah Kamel ist Intensivmedizinerin in der Station 43 der Charité. Bildrechte: rbb/DOCDAYS/Carl Gierstorfer,

Demut zeigen

Gierstorfer sagte im Interview mit rbb24/Inforadio, dass er während der Dreharbeiten das Wort "Demut" ganz neu kennengelernt habe. Demut vor dem Leben, vor dem Tod, vor der Leistung der Medizin und der Hilflosigkeit angesichts der Situation.

Eine Ärztin sagte mir, jeder denkt darüber nach, ob eine dritte Welle kommt und ob jeder das nochmal so durchstehen kann, wie in der zweiten Welle.

Carl Gierstorfer | rbb24

"Charité intensiv: Station 43" ist im Winter 2020/2021 entstanden, auf dem Höhepunkt der zweiten Welle. Derzeit sind wir in der dritten.

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 18. April 2021 | 17:00 Uhr