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Möglicherweise sorgen Impfpflaster in Zukunft für Entspannung bei Spritzen-Angst. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / MiS

Impfen ohne SchmerzenAlternative zur Spritze? Corona-Impfpflaster mit vielversprechenden Ergebnissen

Stand: 05. August 2022, 16:28 Uhr

Für Menschen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, aber panische Angst vor Spritzen haben, könnte es schon bald die Rettung geben. Mehrere Forscher-Teams sind dabei, die Wirksamkeit sogenannter Impfpflaster zu testen und haben nun erste Ergebnisse präsentiert - und die sind vielversprechend.

Menschen, die Angst vor Spritzen haben, sind momentan in der Corona-Pandemie nicht zu beneiden. Überall sind Bilder von Nadeln zu sehen. Doch es könnte bald eine Alternative zur unangenehmen Injektion geben: sogenannte Impfpflaster. Ihre Wirksamkeit wird derzeit an mehreren Forschungsinstituten untersucht - unter anderem von Wissenschaftlern der Universität Queensland in Australien. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden nun veröffentlicht - und die haben es in sich.

Wie funktionieren die Impfpflaster?

Dem Forscherteam rundum Studienautor Christopher McMillan zufolge könnten die Impfpflaster nicht nur eine Alternative für herkömmliche Injektionen sein, sie stellen diese mit einer höheren Wirksamkeit möglicherweise sogar in den Schatten. Und das liegt nicht nur an der Wirksamkeit, sondern auch an der Funktionsweise. Die Pflaster sind mit tausenden Mikronädelchen beschichtet, die so winzig sind, dass man sie nicht spürt. Diese Nädelchen werden mit Impfstoff benetzt, das Impfpflaster auf die Haut gedrückt und dann wieder entfernt. So gelangt der Impfstoff völlig schmerzfrei in den Körper.

Viele Menschen haben panische Angst vor Spritzen. (Symboldbild) Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Elfmal höhere Wirksamkeit gegen Omikron

Bei der sogenannten HD-MAP-Technologie (high-density microarray patch) könne der Impfstoff "präzise in die Hautschichten eindringen, die reich an Immunzellen sind", so McMillan im Wissenschaftsmagazin "Sciencedaily" und auf der Website der Universität von Queensland. Das erklärt die eindrucksvollen Ergebnisse der Studie, die an Mäusen durchgeführt wurde. "Wir haben festgestellt, dass die Impfung über ein Pflaster etwa elfmal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante war als mit dem gleichen Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde." Und das, obwohl auf den Pflastern deutlich weniger Impfstoff verwendet werde als in Spritzen.

Die auf diese Weise immunisierten Tiere zeigten eine starke Neutralisierung gegen alle getesteten Corona-Varianten, einschließlich Delta und Omikron, schreiben die Fachleute weiter.

Bildrechte: dpa

Wie geht es mit den Pflastern weiter?

Sowohl die Forschenden als auch der Hersteller der Pflaster, Vaxxas, streben eigenen Angaben zufolge groß angelegte klinische Studien zum Impfpflaster an. Aktuell werde zudem eine Produktionsanlage in Brisbane gebaut, um die Kommerzialisierung des Produkts voranzutreiben.


(BRISANT)

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 05. August 2022 | 17:15 Uhr