Corona-Vakzine Biontech, Moderna, Astrazeneca, Johnson & Johnson: Die Corona-Impfstoffe im Vergleich

Vier Corona-Impfstoffe werden derzeit in Deutschland verimpft: das Vakzin von Biontech/Pfizer, der Impfstoff von Moderna und die von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Wie unterscheiden sich die Impfstoffe?

Fläschchen mit Corona-Impfstoffen
Drei Hersteller - drei Impfstoffe Bildrechte: dpa

Moderna-Impfstoff seit Januar in Deutschland zugelassen

Anfang Januar hat die Europäische Arzneimittelagentur grünes Licht für den Corona-Impfstoff von Moderna gegeben. Die Amsterdamer Behörde teilte am mit, dass sie die Zulassung des Vakzins empfiehlt. Dieser Empfehlung ist die EU-Kommission in Brüssel gefolgt und hat den Impfstoff kurz darauf zugelassen.

Das Präparat des US-Unternehmens Moderna ist damit der zweite Corona-Impfstoff, der für die EU zugelassen wurde. Zweieinhalb Wochen davor hatte die Agentur den Weg frei gemacht für den Comirnaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Er kommt seit dem 27. Dezember in der EU zum Einsatz. Der Impfstoff mRNA-1273 von Moderna zählt ebenfalls zu den mRNA-Impfstoffen und ist in seinem Wirkprinzip mit dem bereits zugelassenen Impfstoff von Biontech/Pfizer nahezu identisch.

So funktioniert der Impfstoff von Moderna

Wie das erste Vakzin ist das Präparat von Moderna ein Boten-RNA-Impfstoff (mRNA-Impfstoff). Dabei wird nach Darstellung des Paul-Ehrlich-Instituts genetische Information für den Bau eines ungefährlichen Erregerbestandteils mittels Injektion in den Muskel verabreicht. Körperzellen nutzen die genetische Information der RNA zum Bau des Erregerbestandteils. Anschließend erkennt das menschliche Immunsystem den fremden Erregerbestandteil und baut eine schützende Immunantwort auf.

Ähnliche Wirksamkeit von Pfizer/Biontech- und Moderna-Impfstoff

Auch in ihrer Wirksamkeit unterscheiden sich die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer nicht. Beide weisen eine 94 bis 96 prozentige Effektivität nach zweifacher Impfung auf und sind damit unter allen Impfstoffkandidaten nach aktueller Studienlage die wirkungsvollsten. Zudem sind sie sich in den eventuellen Nebenwirkungen sehr ähnlich, weil sie nach dem gleichen Wirkprinzip arbeiten. Schwere Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.

Darin unterscheiden sich die Impfstoffe: Lagerung und Preis

Kleine Unterschiede der beiden Impfstoffe gibt es aber trotzdem. So zum Beispiel wird die zweite Impfung des Moderna-Impfstoffes erst nach 28 Tagen empfohlen, bei Biontech/Pfizer sind es 21 Tage.

Der wahrscheinlich bedeutendste Unterschied liegt allerdings in der Lagertemperatur. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei einer Temperatur von minus 70 Grad Celsius gelagert werden, um stabil zu bleiben. Der Impfstoff von Moderna kann auch bei minus 20 Grad Celsius langfristig gelagert und transportiert werden. Bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad Celsius bleibt er bis zu einem Monat haltbar. Auch bei den Kosten unterscheiden sich die beiden Vakzine leicht. Der von Biontech/Pfizer kostet etwa 12 Euro pro Dosis, der von Moderna 14,70 Euro.

Eine junge Freau wird geimpft
Beim Moderna-Impfstoff wird die zweite Impfung nach 28 Tagen verabreicht. (Archiv) Bildrechte: dpa

Was ist mit dem Impfstoff von Astrazeneca?

Der dritte Impfstoff, der in der EU und Deutschland zugelassen wurde, ist von Astrazeneca aus Großbritannien. AZD1222 weist zwar "nur" eine Wirksamkeit von 76 Prozent gegen das Coronavirus auf, ist im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna jedoch verhältnismäßig leicht zu handhaben.

Statt bei minus 70 bzw. minus 20 Grad kann der Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen (2 bis 8 Grad) gelagert werden und ist zudem deutlich günstiger in der Herstellung. Der Impfstoff soll pro Dosis nur 1,78 Euro kosten. Damit ist er bisher der günstigste, was wichtig für die Verteilung in ärmeren Ländern ist.

Darin unterscheidet sich der Astrazeneca-Impfstoff

Während Comirnaty (Biontech/Pfizer) und der Wirkstoff mRNA-1273 aus dem Hause Moderna auf die mRNA-Technologie setzen, ist AZD1222 ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Er enthält harmlose Schimpansen-Viren, deren Oberfläche so verändert wurde, dass sie ebenfalls den Bauplan für ein bestimmtes Eiweiß des SARS-CoV-2-Virus enthalten. Die volle Schutzwirkung entfaltet sich binnen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Auch hier muss also zweimal geimpft werden.

Der Vierte im Bunde: Johnson & Johnson

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde als vierter zugelassen. Genau wie bei Astrazeneca handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Der größte Unterschied zu den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca ist, dass bei Janssen von Johnsen und Johnson nur eine Dosis nötig ist. Die Wirksamkeit soll zwei Wochen nach der Impfung bereits bei 67 Prozent liegen, nach vier Wochen sind es 85 Prozent.

AstraZeneca Impfdosen
Astrazeneca ist deutlich günstiger als die beiden anderen Impfstoffe, aber auch nicht so wirksam. (Archiv) Bildrechte: imago images / Sven Simon

Welchen Impfstoff bekomme ich?

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird es auf absehbare Zeit nicht möglich sein, sich den Impfstoff auszusuchen. Welches Medikament verimpft werde, richte sich vielmehr nach der Verfügbarkeit und einer möglichen Priorisierung. Bei Astrazeneca und Johnson & Johnson wurde die Priorisierung allerdings aufgehoben. Nach ärztlicher Beratung kann sich also jeder Erwachsene einen Impftermin mit diesen Vakzinen buchen.

BRISANT/dpa/afp/mdr

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. April 2021 | 17:15 Uhr

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