Vergleich Diese Corona-Impfstoffe gibt es und so wirksam sind sie

Derzeit sind vier Corona-Impfstoffe in Deutschland auf dem Markt, Ende Februar folgt der Protein-Impfstoff Novavax. Wie wirksam sind die einzelnen Vakzine und für welche Altersstufe empfielt die Stiko sie?

Originale Impfstoff-Phiolen.
Fünf Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen, vier werden verimpft - wie gut wirken sie? Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

mRNA-Impfstoffe

Biontech/Pfizer

Der Impfstoff "Comirnaty" aus deutsch-amerikanischer Kooperation basiert auf der mRNA-Technologie: einem künstlich hergestellten Bauplan für das Spike-Protein des Coronavirus (die charakteristische stachelige Außenhülle), der "Boten-RNA". Der Körper produziert dann gezielt Antikörper gegen das Coronavirus.

Die Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Erkrankungen liegt nach zwei Impfungen bei 90 Prozent - bezogen auf die Delta-Variante.

Das Vakzin von Biontech/Pfizer wird für Menschen ab 12 Jahren empfohlen. Darüber hinaus empfiehlt die Stiko die Impfung mit dem angepassten Impfstoff für 5- bis 11-jährige Kinder mit Vorerkrankungen, nach Rücksprache mit den Eltern auch für Kinder ohne Vorerkrankungen.

Der Mediziner und Biontech-Gründer Ugur Sahin bei der Ehrung durch die Stadt Köln im Rathaus.
Biontech-Gründer Ugur Sahin - ein Vakzin aus deutscher Produktion. Bildrechte: dpa

Moderna

Der Impfstoff "Spikevax" des US-Unternehmens Moderna basiert ebenfalls auf der mRNA-Technologie.

Die Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Erkrankungen liegt nach zwei Impfungen bei 90 Prozent - bezogen auf die Delta-Variante.

Das Vakzin wird für Menschen ab 30 Jahren empfohlen, Schwangere sind ausgenommen.

Vektorimpfstoffe

Astrazeneca

Das Vakzin "Vaxzevria" des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca ist ein Vektorimpfstoff. Er schleust über harmlose Schnupfenviren (den Vektor) die DNA für das Spike-Protein in die menschlichen Körperzellen.

Die Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Erkrankungen liegt nach zwei Impfungen bei 90 Prozent - bezogen auf die Delta-Variante.  

Die Stiko empfiehlt, die zweite Impfung mit einem mRNA-Wirkstoff durchzuführen, um die Schutzwirkung vor schweren Corvid-19-Verläufen zu erhöhen.

Das Vakzin wird für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, kommt seit dem 1. Dezember 2021 in Deutschland aber nicht mehr zum Einsatz. Vereinzelt wurden Fälle von seltenen Hirnvenenthrombosen, Blutgerinnseln und dem Kapillarlecksyndrom beobachtet.

Johnson & Johnson

Der Impfstoff "Janssen" des US-Unternehmens Johnson & Johnson ist ein Vektor-Impfstoff und basiert auf derselben Technologie wie das Vakzin von Astrazeneca. Johnson & Johnson wird nur einmal verimpft - doch genau da besteht ein großes Problem.

Die Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Erkrankungen liegt nach einer Impfungen bei 70 Prozent - bezogen auf die Delta-Variante. Das Vakzin ist für Menschen über 60 Jahren empfohlen.

Wer mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, gilt nicht mehr als vollständig geimpft. Dafür ist eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nötig. Studien zufolge erhöht eine Impfung mit verschiedenen Vakzinen die Schutzwirkung vor schwerem Verlauf.

Proteinbasierter Impfstoff

Novavax

Irrtümlich als "Totimpfstoff" beichnet, basiert "Nuvaxovid" auf gentechnischen Methoden. Der US-Hersteller Novavax verwendet für sein Vakzin das Spike-Protein des Coronavirus und reproduziert dieses massenhaft in Insektenzellen.

Die Wirksamkeit gegen schwere Covid-19-Erkrankungen liegt nach zwei Impfungen bei 90 Prozent. Das Vakzin ist für Menschen ab 18 Jahren empfohlen. Es wird ab Ende Februar in Deutschland verimpft.

Für die Zulassung von Corona-Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent gefordert. 

Quelle: Brisant/BZgA/zusammengegencorona

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Februar 2022 | 17:15 Uhr

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