Impfgipfel Deutsche Impfkampagne: Wie geht es weiter mit der Corona-Schutzimpfung?

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder haben in einer gut vierstündigen Telefonkonferenz über den weiteren Fortgang der deutschen Impfkampagne gegen das Coronavirus beraten. Beschlossen wurde, dass nach Ostern auch in Hausarztpraxen geimpft werden darf. Zudem werden an Corona-Hotspots grenzende Bundesländer mit zusätzlichem Impfstoff versorgt.

Krankenschwester Susanne Kugel bereitet eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca vor.
Wie kann die deutsche Impfkampagne beschleunigt werden? Darüber haben Bund und Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Bildrechte: dpa

Ganze vier Stunden haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder darüber konferiert, wie es in Sachen Corona-Schutzimpfung weitergehen soll. An ihrem Ziel, "im Sommer allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot (zu) machen", wollen Bund und Länder festhalten. Sollten die zugesagten Impfstoff-Lieferungen eintreffen, sei das durchaus realistisch.

Corona-Schutzimpfung nach Ostern auch beim Hausarzt

Durch das Einbinden der Hausärzte soll die Impfkampagne künftig beschleunigt werden. Unmittelbar nach Ostern sollen die Hausarztpraxen routinemäßig in die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus einsteigen.

Wegen der zunächst noch geringen Mengen an verfügbarem Impfstoff wird das jedoch ein eher langsamer Start mit zunächst nur einem Impftermin pro Woche und 20 Impfdosen pro Praxis. Erst ab der letzten Aprilwoche sollen den Hausarztpraxen deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen.

Die Berliner Ärztin Natascha Kempkes impft Beatrix Mengen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca.
Wegen noch geringer Mengen an verfügbarem Impfstoff wird das Impfen in den Hausarztpraxen eher langsam starten. Bildrechte: dpa

Flexible Anwendung der Impf-Priorisierung

Auch Ärztinnen und Ärzte mit eigenen Praxen müssen die Priorisierung aus der Impfverordnung einhalten, dürfen diese aber flexibel anwenden.

Bei steigenden Impfstoffmengen sollen auch die Fach- und Betriebsärzte einbezogen werden.

Nicht alle Länder müssen an Impfung in Arztpraxen teilnehmen

Eine "Opt-out"-Klausel ermöglicht es den Bundesländern, bis zum 22. März gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium zu erklären, dass sie nicht am Hausarztprogramm teilnehmen wollen.

Zusätzlicher Impfstoff für das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen und Thüringen

Ein großer Teil der zusätzlichen Impfdosen von Biontech/Pizer geht an Bundesländer, die vom Infektionsgeschehen in Frankreich und Tschechien besonders betroffen sind. Das sind das Saarland und Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen und Thüringen.

Spritzen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff (l-r), Comirnaty von Biontech/Pfizer und von Moderna liegen für die Impfung gegen Corona, vorbereitet in Schalen.
Die vom Infektionsgeschehen in Frankreich und Tschechien besonders betroffenen Bundesländer werden mit zusätzlichem Impfstoff versorgt. Bildrechte: dpa

Die Aussicht: Notbremse statt Lockerungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte abschließend an, dass es bei den Beratungen von Bund und Ländern am kommenden Montag (22. März) darum gehen wird, angesichts der steigenden Infektionszahlen die Lockerungen der vergangenen Tage wieder zurückzunehmen. Sprich: Notbremse statt weiterer Lockerungen.

dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. März 2021 | 17:10 Uhr

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