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Die Stiko hat entschieden: Vorerst wird die Corona-Schutzimpfung nur Kindern mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Bildrechte: dpa

Vorerst keine generelle ImpfempfehlungStiko empfiehlt Corona-Impfung nur für jüngere Kinder mit Vorerkrankungen

Stand: 09. Dezember 2021, 16:34 Uhr

Eine Entscheidung, die mit Spannung erwartet worden ist. Die Ständige Impfkommission (Stiko) möchte für Kinder zwischen fünf und elf Jahren vorerst keine generelle Impfempfehlung gegen das Coronavirus aussprechen. Vorerkrankte Kinder sollen dagegen durch eine Impfung vor dem Coronavirus geschützt werden. Auch der Wunsch der Eltern soll berücksichtigt werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Covid-19-Impfempfehlung für Kinder aktualisiert. Aktuell will das Gremium keine generelle Impfempfehlung für Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren aussprechen.

Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor, der nun an die Bundesländer und die beteiligten Fachkreise weitergeleitet wurde.

Impfempfehlung für vorerkrankte Kinder

Empfohlen wird die Impfung gegen Covid-19 allerdings für Kinder mit verschiedenen Vorerkrankungen. Ebenso für Kinder, die Kontaktpersonen von Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf sind, die nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können.

Wunsch der Eltern soll berücksichtigt werden

Zudem ergänzt die Kommission in ihrer Empfehlung: "Bei individuellem Wunsch könnten auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden" - nach entsprechender ärztlicher Aufklärung.

Wünschen es die Eltern, sollen auch Kinder ohne Vorerkrankungen gegen das Coronavirus geimpft werden können. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Press

Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Kinder

Empfohlen wird eine Impfung mit zwei Impfdosen des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer im Abstand von drei bis sechs Wochen.

Geringes Risiko für Fünf- bis Elfjährige

Die Stiko begründet ihre Empfehlung damit, dass die 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen zwar sehr hoch sei, aber für Kinder ohne Vorerkrankungen nur ein geringes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung, Hospitalisierung und Intensivbehandlung bestehe.

Risiko seltener Nebenwirkungen noch nicht einschätzbar

Hinzu komme, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage derzeit nicht eingeschätzt werden könne.

Sobald weitere Daten zur Sicherheit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe oder andere relevante Erkenntnisse vorliegen, werde die Kommission diese "umgehend prüfen und die Empfehlung gegebenenfalls anpassen".

Auch bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zunächst keine generelle Impfempfehlung

Bei der EU-Zulassung des Impfstoffs ab zwölf Jahren im Mai hatte die Stiko zunächst ebenfalls nur Impfungen von Jugendlichen mit Vorerkrankungen empfohlen.

Erst im August hatte sie diese dann allen ab zwölf empfohlen und auf eine breitere Datengrundlage verwiesen.

Corona-Impfstoff für Kinder von EMA bereits zugelassen

Auf die Entscheidung des unabhängigen Expertengremiums war mit Spannung gewartet worden, weil sich Ärzte in Deutschland in aller Regel an deren Beschlüssen orientieren und nur auf Basis seiner Empfehlungen impfen.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wurde von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA bereits vor rund zwei Wochen zugelassen und ist damit zur Anwendung frei. Politik und Behörden hatten bereits mit der Organisation von Impfangeboten für Kinder begonnen.

AFP/Reuters/BRISANT

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 09. Dezember 2021 | 17:15 Uhr