Normales-Leben-Pass Rückkehr zum normalen Leben durch Corona-Impfung?

Endlich wieder ein normales Leben führen - danach sehnen sich nach monatelangen Corona-Beschränkungen viele Menschen. Die Corona-Schutzimpfungen sollen die ersehnte Normalität zurückbringen - und das voraussichtlich schon bald. Wird dann zwischen geimpften und nicht-geimpften Menschen unterschieden - und wie sieht es in Deutschland mit einem "Normales-Leben-Pass" aus?

Utensilien für eine Impfung auf einem Tisch
Bekommen wir durch die Corona-Schutzimpfung unser gewohntes Leben zurück? Bildrechte: imago images/Political-Moments

Mit den Impfstoff-Kandidaten der Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna haben zwei erfolgversprechende Präparate ihre Zulassung in der EU beantragt. Bis Ende des Monats will die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüfen, ob der neu entwickelte Biontech-Impfstoff in Europa angewendet werden darf, bis Mitte Januar soll die Expertise für das Moderna-Vakzin folgen.

Großbritannien plant "Normales-Leben-Pass"

Großbritannien hat das Vakzin der Unternehmen Biontech/Pfizer durchgewinkt - und will in der kommenden Woche mit den Impfungen starten. Premierminister Boris Johnson denkt bereits über einen sogenannten "Normales-Leben-Pass" (freedom pass) nach. Der soll den Geimpften oder Menschen, die Covid-19 bereits überstanden haben, einen Alltag ohne Beschränkungen ermöglichen: zum Beispiel uneingeschränkte Familientreffen oder den Verzicht auf einen Mund-Nasen-Schutz.

Schützt Corona-Impfung gegen Weitergabe des Virus?

Auch in Deutschland hofft man auf eine baldige Zulassung der Corona-Impfstoffe. Doch einen "Normales-Leben-Pass", den wird es vorerst wohl nicht geben. Und das aus gutem Grund: Zwar soll der Biontech/Pfizer-Impfstoff einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bieten, doch inwiefern er auch vor einer Infektion und einer möglichen Weitergabe des neuartigen Coronavirus schützt, ist bislang unklar.

Eine Frau vor einem Corona-Impfzentrum
Etwa die Hälfte aller Deutschen wollen sich gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Keine Unterschiede zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften in Deutschland

Gesundheitsminister Jens Spahn versichert zwar, dass von staatlicher Seite künftig KEINE Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften gemacht werden, schließt jedoch nicht aus, dass andere Länder, Veranstalter oder auch Privatpersonen das anders handhaben werden.

Die australische Airline Quantas hat bereits angekündigt, künftig nur noch gegen das Coronavirus geimpfte Passagiere nach Australien einfliegen zu wollen. Ebenso steht es Kinos, Clubs, Restaurants und Bars offen, ihre Gäste und Besucher um einen "Immunitätsnachweis" zu bitten. Gleiches gilt selbstverständlich für Privatleute.

Impfpass liegt auf dem Tisch mit zwei Spritzen
Von staatlicher Seite soll es keine unterschiedlichen Rechte für geimpfte und nicht-geimpfte Menschen geben. Bildrechte: imago images/MiS

Wer wird zuerst geimpft?

Das Problem: Nicht alle Impfwilligen werden - auch wenn die Corona-Impfstoffe zugelassen sind - umgehend geimpft werden können. Deutschland hat eine Impf-Reihenfolge geplant, die vorsieht, besonders gefährdete Menschen sowie in Pflegeberufen Tätige zuerst zu schützen. Dürften die sich dann anders verhalten als diejenigen, die noch abwarten müssen, wäre das doppelt ungerecht.

Andererseits: Ebenso fragwürdig ist es, Menschen in ihren Grundrechten zu beschneiden, obgleich sie andere Menschen nachweislich nicht gefährden können. Höchste Zeit also zu klären, ob auch Geimpfte das Virus weitertragen können.

Quellen: Deutschlandfunk, dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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