Angst vor Spritzen Impfen ohne Piks? Studie testet das Anti-Covid-Pflaster

Für Menschen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, aber panische Angst vor Spritzen haben, könnte es schon bald die Rettung geben. In einer Studie in der Schweiz wird das Anti-Corona-Pflaster getestet.

Hand in Abwehrhaltung gegen eine Spritze oder Impfung.
Spritzen lösen bei vielen Menschen panische Ängste aus. (Archiv) Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Menschen, die Angst vor Spritzen haben, sind momentan nicht zu beneiden. Überall sind Bilder von Nadeln zu sehen. Doch es könnte bald eine Alternative zur Injektion geben. Das sogenannte Impf-Pflaster. Die Anwendung wird derzeit in der Schweiz in einer Studie des medizinischen Forschungszentrums Unisanté in Lausanne in Zusammenarbeit mit dem Lausanner Krankenhaus CHUV durchgeführt.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, haben Freiwillige bereits die erste Dosis per Pflaster bekommen. Sechs Monate sollen die Beobachtungen dem Bericht zufolge dauern.

Pflaster mit Mikronadeln

Das neu entwickelte Pflaster ist mit kleinsten Mikronadeln beschichtet. Die sind so winzig, dass man sie nicht spürt. Diese Mikronädelchen werden mit dem Impfstoff benetzt. Das Impfpflaster wird dann auf die Haut gepresst und wieder entfernt. So gelangt der Impfstoff schmerzfrei in den Körper.

Frühere Studien bei Mäusen haben gezeigt, dass Impfungen mit solchen Pflastern eine ähnlich starke Immunantwort erzeugen können wie Injektionen. Und das, obwohl deutlich weniger Impfstoff verwendet wird.

Vakzin regt T-Zellen an

Das potenzielle Corona-Vakzin PepGNP auf den Pflastern kommt vom britischen Hersteller Emergex. Es regt nicht, wie andere Impfstoffe, die Produktion von Antikörpern an, sondern wirkt auf die sogenannten T-Zellen des Körpers. Diese Zellen sollen infizierte Zellen finden und entfernen und so die Verbreitung des Virus stoppen.

Die Hoffnung der Wissenschaftler ist zudem, dass die Immunantwort bei PepGNP länger anhält als bei derzeitigen Impfstoffen. Die Schutzdauer könnte zwischen einem und drei Jahren liegen und so Auffrischungsimpfungen überflüssig machen.

T-Zellen-Impfstoff als Ergänzung

Verfügbar wäre ein solcher Impfstoff nach Angaben von Experten erst in einigen Jahren - die entsprechende Zulassung vorausgesetzt. Ohnehin gibt es Zweifel, ob ein T-Zellen-Impfstoff für Impfungen allein reichen würde. Nach Angaben von Danny Altmann, Professor für Immunologie am Imperial College London, im "Guardian" könnte ein solcher Impfstoff jedoch eine ergänzende Rolle spielen, bei dem verschiedene Impfstoffe für die erste, zweite und dritte Dosis verabreicht würden. So könnte man durch einen mRNA-Impfstoff eine Antikörperreaktion erzeugen und durch ein T-Zellen-Vakzin die Anregung der T-Zellen.

(BRISANT/swr wissen)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Januar 2022 | 17:15 Uhr

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