Bund-Länder-Schalte am Montag Corona - Keine Hoffnung auf rasche Lockerungen

Wenn sich Kanzlerin Merkel am Montag zur Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns mit den Ministerpräsidenten trifft, dürfte es darum gehen, in welchen Bereichen die Beschränkungen weiter verschärft werden müssen. Lockerungen sind nicht in Sicht, da die Infektionswelle noch nicht gebrochen scheint.

Kanzlerin Merkel,  Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin nehmen für Pressekonferenz Platz. Alle drei Tragen Masken
Kanzlerin Merkel wird auch am Montag wieder mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Corona-Maßnahmen beraten. (Archiv) Bildrechte: Stefanie Loos/AFP POOL/dpa

Die Menschen in Deutschland können vorerst nicht mit Lockerungen des bis Ende November geltenden Teil-Lockdowns in der Corona-Krise rechnen. Kanzlerin Angela Merkel stimmte die Bürgerinnen und Bürger vor der geplanten Zwischenbilanz mit den Ministerpräsidenten erneut auf schwierige Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. "Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können."

Seibert: Keine Möglichkeiten für Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schloss weder eine Verlängerung des bis Ende des Monats befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Ähnlich äußerte sich Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans. Merkel will an diesem Montag (16.11.20) mit den Regierungschefs der Länder erörtern, ob die Kontaktbeschränkungen nachgeschärft werden müssen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits betont, man sehe noch keine Möglichkeiten für Lockerungen.

Die aktuellen Corona-Zahlen

Innerhalb eines Tages hatten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag (15.11.20) in Deutschland 16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 5.514 Fälle weniger als am Tag zuvor. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen.

Inzidenz von 50 als Ziel

Die Samstagszahlen (22.461) waren erstmals seit Monaten im Vergleich zu einem Samstag der Vorwoche gesunken. Schon vor Samstag war die Geschwindigkeit des Zuwachses der Neuinfektionen gesunken. Auch die 7-Tage-Inzidenz stieg zuletzt nicht mehr so schnell wie Anfang November und lag am Freitag bei 140,4 Fällen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, an eine Inzidenz von 50 heranzukommen. Erst dann sei es wieder möglich, dass einzelne Kontakte von Infizierten nachvollzogen werden könnten.

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. November 2020 | 17:00 Uhr

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