Inzidenz, R-Wert und Co. Überblick - Das bedeuten die Corona-Kennziffern

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus steigt in Deutschland stark an. Doch was bedeutet das konkret? Und was sagen andere Kennziffern über das Infektionsgeschehen? Hier finden Sie einen Überblick.

Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich.
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Neuinfektionsszahl

Die Gesundheitsämter melden an das Robert Koch-Institut (RKI), wie viele Menschen sich neu mit dem Coronavirus infizieren. Aktuell sind es 11.287 Corona-Neuinfektionen (Stand vom 22.10.). Diese tägliche Fallzahl spiegelt somit ein Stück weit das aktuelle Infektionsgeschehen wider. Allerdings unterliegt die Zahl starken Schwankungen, etwa weil es am Wochenende in der Regel einen Meldeverzug gibt. Außerdem gibt es eine hohe Dunkelziffer.

Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage

Indem die Neuinfektionen einer Woche zusammengezählt werden, werden die Schwankungen der täglichen Neuinfektionszahlen weitgehend ausgeglichen. Das RKI gibt diese auf die vergangenen sieben Tage summierten Fallzahlen in seinem Lagebericht an. Auf diese Weise lassen sich Trends besser erkennen.

Sieben-Tage-Inzidenz

Diese Inzidenz (Anzahl der neu auftretenden Ansteckungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums) zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100.000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt. Bei 50 Fällen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner sollen sofort wieder Beschränkungskonzepte umgesetzt werden. Der aktuelle Wert vom 22.10. lautet 51,3 im bundesdeutschen Durchschnitt.

R-Wert

Die sogenannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Liegt diese Zahl unter 1, deutet es darauf hin, dass die Epidemie abflaut. Denn dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als eine weitere Person an. Der R-Wert, der vom RKI berechnet wird, lässt also Rückschlüsse auf die Epidemie-Entwicklung zu. Allerdings ist zu beachten, dass der R-Wert meist das Infektionsgeschehen von Tagen oder Wochen zuvor abbildet und auch von Tag zu Tag schwankt. Der aktuelle R-Wert in Deutschland beträgt nach RKI-Angaben 1,17 (Stand vom 21.10.). Das bedeutet, dass zehn Infizierte insgesamt etwa elf Menschen anstecken.

Aktive Fälle

Die Zahl, wie viele Menschen an Covid-19 erkrankt sind, lässt sich wie folgt berechnen: Von allen nachgewiesenen Infektionen werden die Todesfälle und die Genesenen abgezogen. Diese aktiven Fälle sind ein wichtiger Indikator für das Gesundheitssystem. In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aktuelle 76.044 aktive Fälle (Stand vom 22.10.). Allerdings ist dieser Wert nur eine Näherung, denn es gibt etwa keine Meldepflicht für Genesene. Ihre Zahl wird vom RKI nur geschätzt, so dass es auch keine exakte Zahl der aktiven Fälle gibt.

Intensivbetten-Auslastung

Ob es genug Behandlungskapazitäten für schwerkranke Corona-Patienten gibt, hängt vom Platz der Intensivstationen in den Kliniken ab. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gibt in einem Register an, wie viele Intensivbetten gerade frei sind. Am 22. Oktober waren es 8.184 freie Betten. Die Gesamtzahl der Intensivbetten beträgt nach DIVI-Angaben 29.657 (Stand vom 22.10.).

Auf das aktuelle Infektionsgeschehen lässt diese Zahl aber kaum Rückschlüsse zu, denn laut DIVI dauert es meistens bis zu 14 Tage, bis ein Infizierter so schwer erkrankt, dass er auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Im DIVI-Register wird neben der Betten-Auslastung auch die Kapazität an Geräten und Personal erfasst.

Testrate

Umso mehr getestet wird, desto genauer lässt sich die Zahl der tatsächlichen Infektionen mit dem Coronavirus bestimmen. Die Testrate gibt an, wie viele Corona-Tests pro Woche in Deutschland durchgeführt werden. In der Woche vom 12. bis 18. Oktober waren es beispielsweise mehr als 1,1 Millionen Testungen insgesamt. Das RKI weist allerdings darauf hin, dass sich die Werte im Zuge von Nachmeldungen noch verändern können. Zudem können Mehrfachtestungen einzelner Menschen enthalten sein.

Positivrate

Das ist der Anteil der positiven Tests gemessen an der Gesamtzahl aller Corona-Testungen in einer Woche. Laut RKI lag sie in der Woche vom 12. bis 18. Oktober bei 3,62 Prozent. Das bedeutet, dass von den 1,19 Millionen Tests mehr als 43.000 positiv waren.

Letalität

Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der tatsächlich erkrankten Fälle. Mit Stand vom 22.10. sind das nach RKI-Angaben 9.905 Fälle in Deutschland.

ten/rki/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Oktober 2020 | 17:15 Uhr

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