Lockdown-Zwischenbilanz Aktuelle Corona-Maßnahmen: Kontakte auf ein Mindestmaß reduzieren

In einer Videoschalte haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am Montag ein Zwischenfazit des seit dem 2. November geltenden Teil-Lockdowns gezogen. Eine Lockerung der bestehenden Corona-Maßnahmen gibt es erst einmal nicht. Bund und Länder drängen darauf, private Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren. Entsprechende Gesetze sollen in der kommenden Woche folgen.

FOTOMONTAGE, Wegweiser mit der Aufschrift Kontaktbeschränkungen und Corona-Symbolen
Über weitgehende Kontaktbeschränkungen wollen Bund und Länder die Zahl der Corona-Neuinfektionen eindämmen. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Seit dem 2. November gilt in Deutschland ein sogenannter Lockdown light. Was haben die bisherigen Maßnahmen, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen, gebracht? Dazu haben heute (16. November) Bund und Länder in einer Videokonferenz eine gemeinsame Zwischenbilanz gezogen.

Zu einer Verschärfung der aktuellen Corona-Maßnahmen ist es vorerst nicht gekommen. Dafür zu einem Appell an alle Bundesbürger, u.a. persönliche Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren. Lockerungen sind bereits im Vorfeld der Konferenz ausgeschlossen worden.

Kontakte sollen wieder nachverfolgbar werden

Hintergrund des Appells von Bund und Ländern ist, die Nachverfolgbarkeit von Kontakten wieder möglich zu machen und die Gesundheitsämter zu entlasten. Zwar sei das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus zunächst gestoppt worden, dennoch befände sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach wie vor auf einem deutlich zu hohen Niveau. Ziel sei eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Kontaktbeschränkungen auf ein Mindestmaß reduzieren

Private Haushalte und Kontakte gelten als eine der Hauptinfektionsquellen für Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus. Deshalb sollen persönliche Kontakte künftig weiter eingeschränkt werden. Private Zusammenkünfte mit Bekannten oder Freunden sollen demnach "auf einen festen weiteren Hausstand" begrenzt werden. Auf private Feiern soll bis Weihnachten komplett verzichtet werden.

Auch der Aufenthalt in der Öffentlichkeit soll künftig nur noch mit dem eigenen und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstands stattfinden. An diese Regelung sollen sich auch Kinder und Jugendliche halten.

Zu den empfohlenen Kontaktbeschränkungen zählt auch, auf nicht notwendige Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr, Freizeitaktivitäten jeglicher Art sowie auf touristische Reisen gänzlich zu verzichten.

Bei Erkältungssymptomen sofort in Quarantäne

Darüber hinaus forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel alle Menschen dazu auf, sich bei Erkältungssymptomen zu isolieren und einen Arzt wegen eines Corona-Tests zu Rate zu ziehen.

Vor Besuchen bei älteren Verwandten oder Risikopersonen wird dazu geraten, sich bereits eine Woche im Vorfeld an strikte Hygieneregeln zu halten. Bei Erkältungssymptomen sollte der Besuch in jedem Fall abgesagt werden.

Masken für Risikogruppen

Risikogruppen sollen außerdem beim Kauf besonders sicherer Masken, die sie vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen, finanziell unterstützt werden. Diese Maßnahme soll ab Dezember umgesetzt werden.

Maskenpflicht und halbierte Klassen an Schulen?

Aktuell sollen 18.298 Schüler mit dem Coronavirus infiziert sein, 198.156 Schüler sich in Quarantäne befinden. Nicht viel besser sieht es bei den Lehrern aus: Derzeit gelten 3.798 Lehrkräfte als infiziert, 13.101 seien von Quarantänemaßnahmen betroffen.

Oberstes Ziel ist es, Schulen und Kitas weiter offen zu halten. Welche Maßnahmen geeignet sind, um das zu erreichen, darüber wollen sich Bund und Länder in der kommenden Woche, am 25. November, final einigen.

Quelle: AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. November 2020 | 17:15 Uhr

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