Bund und Länder Ende der kostenlosen Bürgertests? Diese Corona-Maßnahmen sind für den Herbst geplant

Dass spätestens mit dem Ende des Sommers die Corona-Zahlen erneut ansteigen werden, davon kann man ausgehen. Um in diesem Jahr besser dagegen gewappnet zu sein als in der Vergangenheit, diskutieren Bund und Länder mögliche Maßnahmen für eine Corona-Welle im Herbst. Auch der Expertenrat der Bundesregierung hat Empfehlungen ausgesprochen. Was ist aktuell geplant?

Corona-Virus-Modell
Steigen die Corona-Zahlen im Herbst an, müssen neue Maßnahmen ergriffen werden. Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Das aktuell geltende Infektionsschutzgesetz läuft zum 23. September aus - und damit die Rechtsgrundlage für die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Doch dass die gerade im Herbst wieder nötig werden könnten, liegt auf der Hand. Wie man sich in diesem Jahr dagegen wappnen möchte, könnte am 1. Juli bekannt gegeben werden. An diesem Tag soll auch der Bericht des Sachverständigenausschusses zur Beurteilung bisheriger Pandemie-Maßnahmen vorgelegt werden. Was ist aktuell geplant?

Ende der kostenfreien Bürgertests?

Laut geltendem Infektionsschutzgesetz enden die kostenfreien Corona-Bürgertests zum 30. Juni. Gesundheitsminister Karl Lauterbach zufolge sollen die Tests künftig auf die Bereiche konzentriert werden, "wo sie den größten Nutzen haben." Dies betreffe Menschen, die in Krankenhäuser gehen oder in Pflegeheime, Menschen mit dem Verdacht auf eine Infektion oder schon Krankheitssymptomen, aber auch "diejenigen, die zu großen Veranstaltungen gehen, wo sich viele infizieren können".

Der Grund für diesen Kurs: Die Kosten für die Tests liegen zeitweise bei bis zu einer Milliarde Euro pro Monat. Deshalb sollen die "Tests ohne Anlass" eingeschränkt werden.

Ein Corona-Selbsttest ist positiv.
Eigentlich soll es die kostenlosen Bürgertests nur noch bis zum 30. Juni geben. Jetzt haben die Länder um eine Verlängerung der Maßnahme gebeten. Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Impfkampagne für Herbst und Winter: Impfstoffe für alle Varianten

Eine vollständige Impfung ist der beste Schutz, um nicht schwer an Covid-19 zu erkranken. Deshalb soll im Herbst erneut eine "umfassende" Impfkampagne mit "niedrigschwelligen Impfangeboten und Impfzentren vor Ort" starten. Der Bund will für ein ausreichendes Angebot an Impfstoffen sorgen.

Außerdem sehe das Impfkonzept vor, dass es für alle Virus-Varianten, die kommen könnten, den richtigen Impfstoff gibt.

Originale Impfstoff-Phiolen.
Bis zum Herbst oder Winter sollen ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen, die auf die Virus-Varianten angepasst sind. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Corona-Medikamente einsetzen

Außerdem forderte Lauterbach einen gezielteren Einsatz von Medikamenten für Coronainfizierte. Die Medikamente seien geeignet, die Sterblichkeit um 70 Prozent zu senken.

Bund will Schließung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen verhindern

Auch wenn die Coronazahlen stark ansteigen sollten, zu flächendeckenden Schließungen von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen soll es nicht noch einmal kommen. Damit das klappt, müssen schon jetzt die Rahmenbedingungen für einen guten Betrieb in Kitas und Schulen geschaffen werden.

Pflegeheime: Vulnerable Gruppen schützen

Auch ein "Ausbruchsgeschehen" in Pflegeeinrichtungen soll verhindert werden. Wie das möglich sein soll, dazu gibt es bislang allerdings nur Fragezeichen.

2G, 3G, Maskenpflicht und kostenlose Schnelltests

2G, 3G, Maskenpflicht - diese Instrumente hätten viele Bundesländer, Städte und Gemeinden gerne zur Verfügung. Bislang hat die Bundesregierung dazu noch keine einheitliche Linie gefunden.

Weltärztebund-Vositzender Frank Ulrich Montgomery: Lockdown als letztes Mittel

Der Ratsvorsitzende des Weltärztebundes spricht ein Thema an, von dem niemand mehr betroffen sein möchte: einem Lockdown. Der sollte, so der Mediziner, als eine letzte Möglichkeit im Infektionsschutzgesetz verankert sein. "Es wäre fahrlässig, diese Instrumente nicht in den Werkzeugkasten zu legen. Auch die Pflicht zum Maskentragen im öffentlichen Raum, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen wären Möglichkeiten."

BRISANT/dpa/bundesregierung.de/wdr.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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