Tabletten gegen Covid-19 Erste Pille gegen Covid-19: Corona-Medikament Molnupiravir

Impfstoffe gegen das Corona-Virus gibt es bereits einige. Mit dem Präparat Molnupiravir folgt nun ein Medikament in Pillen-Form zur Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hat bei der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung dafür beantragt, die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat die Tablette bereits zugelassen. Sie ist das weltweit erste zugelassene antivirale Mittel zur oralen Einnahme gegen Covid-19.

Molnupiravir, neues antivirales Corona-Medikament von Merck & Co.
Die EMA prüft derzeit die Zulassung des Corona-Medikaments Molnupiravir. (Archiv) Bildrechte: dpa

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat das Medikament Molnupiravir bereits zugelassen, in Europa ist die EMA ist noch dabei, die Zulassung des Corona-Präparats des US-Pharmakonzerns Merck & Co. zu prüfen. Molnupiravir ist ein antivirales Medikament in Pillenform, das von Merck & Co. zusammen mit Ridgeback Biotherapeutics entwickelt wurde.

Vielversprechende Studienergebnisse

Vor zwei Wochen hatte Merck & Co. bereits eine Notfallzulassung in den USA beantragt. Anfang Oktober hatten das Unternehmen und sein Partner Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, nach der Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufes halbiert.

Demnach wurden während einer klinischen Phase-3-Studie 7,3 Prozent der 385 Patienten mit leichten oder mittleren Covid-19-Symptomen, die das antivirale Medikament erhielten, ins Krankenhaus eingeliefert. Einen Todesfall gab es nicht. In der Versuchsgruppe mit 377 Patienten, die ein Placebo erhielten, kam es in 14,1 Prozent der Fälle zu einer Krankenhauseinlieferung oder einem tödlichen Verlauf. Acht Patienten starben.

Wie wirkt Molnupiravir?

Das Präparat Molnupiravir stört die Vermehrung des Coronavirus und halbiert so das Risiko schwerer Krankheitsverläufe.

Max-Planck-Direktor Patrick Cramer erklärt im "Ärzteblatt" die Wirkung des Mediakaments in zwei Phasen: "Molnupiravir wird nach oraler Einnahme erst durch die Verstoffwechselung im Körper aktiviert. Körperzellen wandeln es in RNA-ähnliche Bausteine um." In der ersten Phase werden die Bausteine in das Virus-RNA-Erbgut eingeschleust. In der zweiten Phase verbinden sich die RNA-ähnlichen Bausteine mit denen des viralen Erbguts. So können sich die Erreger nicht mehr vermehren.

Merck - Firmenschild
Molnupiravir ist ein antivirales Medikament in Pillenform, das von Merck & Co. zusammen mit Ridgeback Biotherapeutics entwickelt wurde. Bildrechte: imago images/Pacific Press Agency

Wann sollte Molnupiravir eingenommen werden?

Molnupiravir soll bei Covid-Patienten mit milden und mittelschweren Verläufen eingesetzt werden. Klinischen Studien zufolge ist das Medikament am wirksamsten, wenn es so bald wie möglich nach einem positiven Test und spätestens innerhalb von fünf Tagen nach dem Auftreten von Symptomen eingenommen wird. Auch eine präventive Behandlung mit Molnupiravir soll denkbar sein.

Medikament in Pillen-Form

Eine Reihe von Pharmakonzernen arbeitet derzeit an antiviralen Medikamenten gegen Covid-19. Die Medikamente sollen verhindern, dass Viren in Körperzellen eindringen oder sich dort vermehren.

Molnupiravir gilt als besonders vielversprechendes Mittel, da es als Pille eingenommen werden kann und nicht intravenös verabreicht werden muss, wie etwa das bereits von der EMA zugelassene antivirale Medikament Remdesivir.

Wann ist Molnupiravir in Europa erhältlich?

Ein fortlaufendes Prüfverfahren, das sogenannte Rolling-Review-Verfahren, ermöglicht es der EMA, Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten oder Impfstoffen zu prüfen, sobald diese verfügbar sind und noch bevor der Hersteller einen vollständigen Zulassungsantrag stellt. Damit soll die Prüfung eines später eingereichten Antrags beschleunigt werden. Die Bewilligung kann dennoch mehrere Monate in Anspruch nehmen.

BRISANT/afp/dpa/aerzteblatt.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. November 2021 | 17:15 Uhr

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