Britische Studie Hoffnung gegen Corona? Neues Antikörper-Medikament im Test

Britische Forscher testen derzeit in einer Studie ein neues Medikament, das einen sofortigen Schutz vor Covid-19 bieten soll. Das berichten britische Medien. Wie wirkt das Mittel und wann wird es zugelassen? BRISANT hakt nach.

Forschung im Labor
Sofort immun gegen Corona nach nur einer Spritze? Bildrechte: imago images/Cavan Images

Das Medikament AZD7442 besteht aus zwei verschiedenen Antikörpern, die im Labor gezüchtet wurden. Es wurde zusammen vom Arzneimittelhersteller Astrazeneca und dem University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH) entwickelt.

Diese spezielle Antikörper-Kombination könnte Menschen, die dem Coronavirus direkt ausgesetzt waren, davor schützen, die Krankheit Covid-19 zu entwickeln. Die britischen Forscher sind bereits in Phase 3 ihrer Studie, die sie Storm Chaser (deutsch: Sturmjäger) getauft haben. 1.000 Studienteilnehmer:innen wird das Medikament injiziert. Zuvor werden sie dem Coronavirus ausgesetzt. Dann wird geprüft, ob sie Krankheitssymptome aufweisen.

Astrazeneca ist keine Unbekannte in der internationalen Forschungslandschaft. Das Pharmaunternehmen hat bereits gemeinsam mit der Oxford-Universität den Corona-Impfstoff AZD1222 entwickelt. Eine Zulassung hat er zwar noch nicht, jedoch rechnet Großbritannien noch im Januar damit.

AstraZeneca Impfdosen
Der noch nicht zugelassene Impfstoff von Astrazeneca. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Sofort immun gegen Covid-19?

Ein Medikament, das sofort wirkt, hätte gegenüber einer Impfung Vorteile, denn die braucht einige Wochen, bis ein vollständiger Schutz aufgebaut ist. In Deutschland wird innerhalb von drei Wochen zweimal geimpft. Bis dahin ist eine Infektion mit dem Coronavirus jederzeit möglich, weshalb weiterhin die AHA-Regeln gelten.

Wer aber nachweislich dem Virus ausgesetzt war, beispielsweise bei einer nahen Begegnung mit einem Infizierten, für den kommt eine Impfung zu spät. Und genau dort soll das Medikament greifen. Es soll innerhalb von acht Tagen nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus helfen. Laut Hersteller soll der Schutz bis zu einem Jahr halten.

Alternative für Menschen ohne Impfung

Sollte die Studie vielversprechend verlaufen, könnte das Mittel bereits im Frühjahr als Notfall-Medikament zugelassen werden, hoffen die Forscher. Die britische Zeitung "Guardian" nennt als Beispiele Patienten in Krankenhäusern, Bewohner von Pflegeheimen oder in großen Familien, die zusammen in einem Haus leben. Zum Beispiel, wenn ein Mitglied Corona-positiv getestet wurde, aber die Großmutter geschützt werden soll.

Die UCLH untersucht in einer weiteren Studie, ob das neue Medikament auch für Patienten geeignet sein könnte, für die aufgrund von Krebs oder anderen immunschwächenden Krankheiten eine Impfung nicht infrage kommt.

Übrigens ist das Verfahren nicht neu. Auch bei Tollwut-Verdacht werden fertige Antikörper verabreicht, die das Virus bekämpfen.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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