Hoffnung auf Medikament Tübinger Forscher entdecken Schwachstelle des Coronavirus

Deutsche Forscher haben eine Schwachstelle im Coronavirus entdeckt. Dringt es in eine Körperzelle ein, braucht es ein bestimmtes Enzym, um wachsen zu können. Genau hier könnte ein Medikament ansetzen.

Ärztin, die einen Impfstoff für einen Patienten vorbereitet
Ist ein Medikament gegen Corona nur eine Frage der Zeit? Bildrechte: imago images / Westend61

Bioinformatiker der Universität Tübingen haben Abwehrzellen der menschlichen Lunge dem Coronavirus ausgesetzt. Zwar nur in einem Computermodell, doch da Corona die Lunge befällt, lag dieser Ansatz nahe.

Ist das Virus erst einmal in die Körperzelle eingedrungen, "zwingt" es sie, bestimmte Stoffe herzustellen und sie dem Virus zu überlassen. Nur auf diese Weise kann sich ein Virus im menschlichen Körper entwickeln und vervielfältigen.

Das Enzym mit dem komplizierten Namen Guanylatkinase 1 - kurz: GK1 - ist bei der Vermehrung von SARS-CoV-2 besonders wichtig. Am Computer konnten die Tübinger Forscher es ausschalten - und das Coronavirus verhungerte!

Medikament nur Frage der Zeit?

Dieser Ansatz ist bei der Entwicklung eines wirksamen Medikaments entscheidend. Denn der Mensch ist auf GK1 nicht unmittelbar angewiesen. Das Enzym kann also - vielleicht auch nur auf Zeit - ausgeschaltet werden. Das Fraunhofer-Institut in Hamburg soll nun vorrätige Wirkstoffe testen und denjenigen finden, der am besten geeignet ist. Das Gute: All diese Wirkstoffe sind bereits zugelassen.

Doch bis ein Medikament auf den Markt kommt, wird es dauern. Die Forscher rechnen frühestens Ende des Jahres damit, vermutlich aber erst kommendes Jahr.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Januar 2021 | 17:00 Uhr

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