Corona-Ostern Lockern, Testen, Impfen, Einschränkungen: Mit diesen Corona-Maßnahmen müssen wir in den Osterferien rechnen

Ostern steht vor der Tür und Intensivmediziner fürchten, dass es schon bald zur Überlastung des Gesundheitssystems durch das Coronavirus kommen könnte. Daher müssten Bund und Länder sofort handeln und harte Schritte einleiten. Kanzlerin Angela Merkel appelliert unterdessen an die Länder und droht mit bundeseinheitlichen Maßnahmen.

Zwei Schoko-Osterhasen mit Mundschutz
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Die Infektionszahlen steigen und die Bundesländer, so scheint es, machen was sie wollen. In Nordrhein-Westfalen wird es keine landesweite Notbremse geben und das Saarland hat bereits in der vergangenen Woche angekündigt, den Lockdown trotz der steigenden Infektionszahlen nach den Osterfeiertagen zu beenden. Kanzlerin Merkel und Deutschlands Intensivmediziner stehen dem kritisch gegenüber.

Ärzte fordern "harten Lockdown"

"Wir rennen sehenden Auges ins Verderben", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Gernot Marx. Gerade jetzt müsste es das Ziel von Bund und Ländern sein, die Infektionen aufzuhalten. Seine Forderung sei ein zwei- oder dreiwöchiger "harter Lockdown", der sich besonders über die Osterferien gut realisieren lasse.

Das wird zahlreiche Leben retten und noch viel mehr Menschen vor lebenslangen Langzeitfolgen durch COVID bewahren.

Bundesländer müssen härter durchgreifen

Auch Kanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts steigender Infektionszahlen am Sonntagabend (28. März) im Gespräch mit Anne Will kritisch gegenüber der Umsetzung der aktuellen Corona-Maßnahmen in den Bundesländern geäußert. Einige Länder seien sich offenbar der großen Ernsthaftigkeit der Lage nicht bewusst. Corona-Tests seien zwar wichtig, aber das Testen alleine werde nicht helfen.

Angela Merkel
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Wir haben im Grunde eine neue Pandemie. (...) Wir haben ein neues Virus, das ist aggressiver, infektiöser und tödlicher.

Aus diesem Grund sieht die Kanzlerin vor allem die Bundesländer in der Pflicht, die gemeinsamen Beschlüsse effektiv und schnell umzusetzen. Zentrale Maßnahmen gegen die Pandemie seien Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, mehr Arbeit im Homeoffice und eine umfassende Teststrategie, insbesondere für Schulen und Unternehmen.

Wir müssen die dritte Welle brechen.

Sollten die Länder nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen, deutete die Kanzlerin an, dass sich das auch bundeseinheitlich regeln lasse.

Mehr Flexibilität beim Impfen

In punkto Impfen müsse sich ebenfalls etwas ändern, sagt Angela Merkel im Gespräch mit Anne Will. Die Flexibilität, die das Infektionsschutzgesetz vorsehe, müsse man auch anwenden. In Deutschland sei man manchmal zu perfektionistisch.

Wenn drei Dosen abends übrig bleiben, müssen sie verimpft werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich am Montag zur Impf-Kampagne über die Osterfeiertage. Er warnt vor einer Unterbrechung des Impfens und fordert, dass besonders die über 70-Jährigen jetzt geimpft werden sollten.

Die Impfverordnung ist sehr flexibel. Die über 70-Jährigen kann man jetzt einfach alle impfen. Das rettet Menschenleben.

Allein in den nächsten sieben bis acht Tagen kämen mehr als drei Millionen Dosen bei den Ländern an.

Neue Impfstrategie durch Tierärzte?

Auch im Hinblick auf Nachbarländer wie Polen und Frankreich, in denen die Infektionszahlen bereits bedrohlich hoch sind, wird der Ruf nach einer neuen Impfstrategie in Deutschland laut. So fordern deutsche Tierärzte die Bundesregierung auf, sie in die Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie einzubinden.

Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten, allerdings wird das Hilfsangebot bis heute ignoriert.  

Weiterhin kritisiert der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, dass "diese Ignoranz" der Bundesregierung angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften grob fahrlässig sei. Dabei könnten die rund 10.000 Tierarztpraxen in Deutschland allein bei nur 50 Impfungen pro Woche und Praxis in einem Monat ohne weiteres zwei Millionen Menschen mit dem Vakzin versorgen, so der Verbandsvorsitzende.

Quelle: dpa

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. März 2021 | 17:15 Uhr

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