Coronavirus Biontech, Moderna, Astrazeneca - Welcher Impfstoff hilft auch bei Virusmutation?

Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus - auch in Deutschland. Und das ist nicht verwunderlich. Denn Wissenschaftlern zufolge sollen sie deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus sein. Die große Frage: Helfen die entwickelten Impfstoffe auch gegen die Virusmutationen - und welche Unterschiede gibt es zwischen den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca?

Corona-Impfstoffe
Helfen die in Deutschland bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie das von Astrazeneca entwickelte Vakzin auch gegen Mutationen des Coronavirus? Bildrechte: dpa

Der Corona-Impfstoff von Biontech ist nach Angaben des Mainzer Unternehmens gegen die Virus-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika wirksam. Erste Ergebnisse von In-Vitro-Tests sollen darauf hinweisen, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten nicht notwendig ist, haben Biontech und sein US-Partner Pfizer mitgeteilt.

Symbolbild, Coronavirus mit 3D-Rendering nachgestellt
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Biontech/Pfizer: Wirkung bei Mutationen geringfügig niedriger

Biontech und Pfizer haben nach eigenen Angaben verschiedene Coronavirus-Varianten auf Grundlage der erstmals in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Mutationen untersucht. Dabei sei die Neutralisierung bei drei Mutanten der südafrikanischen Variante "geringfügig niedriger" ausgefallen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dies "zu einer signifikanten Verringerung der Wirksamkeit" des Impfstoffs führe, betonten die Unternehmen.

Biontech und Pfizer erklärten, dass es sich dabei zunächst um erste Tests zu den neuen Mutationen handelte. Diese sollen nun fortgesetzt und weitere mögliche neue Virus-Varianten auf mögliche Resistenzen gegen den Impfstoff beobachtet werden. Sollte es notwendig sein, könnte der Impfstoff angepasst werden.

Auch Moderna-Impfstoff gegen Virus-Varianten wirksam

Zuvor hatte bereits der US-Hersteller Moderna erklärt, dass sein Impfstoff gegen die britische und die südafrikanische Variante wirkt. Die Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna sind derzeit die einzigen beiden in Deutschland zugelassenen Vakzine gegen das Coronavirus.

Dass sie auch bei den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Mutationen des Coronavirus wirken, bestätigen auch zwei sogenannte Neutralisationsstudien des nationalen US-Gesundheitsinstituts in Washington (NIH) und der Universität von Texas.

Biontech/Pfizer und Moderna arbeiten mit einer sogenannten Plattformstrategie - und können auf die vorhandenen Plattformen der mRNA-Technologie zügig neue Impfmodelle aufsetzen. Damit sind die Vakzine im Falle einer Virus-Mutation vergleichsweise schnell anpassbar.

Astrazeneca: Bislang keine Studien zu Wirksamkeit bei Virusmutationen

Das ist beim Vakzin des Herstellers Astrazeneca anders. Inwiefern und mit welcher Wirksamkeit der vom britisch-schwedischen Pharmakonzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Vektorimpfstoff bei den Virus-Mutationen greift, ist bislang nicht erforscht. Wissenschaftler gehen allerdings nicht davon aus, dass der Impfstoff gar nicht mehr wirken könnte.

In Großbritannien ist das Astrazeneca-Vakzin bereits seit Ende Dezember zugelassen. Über eine Zulassung in der EU will die europäische Arzneimittelbehörde EMA am 29. Januar entscheiden.

Beispiel Israel bestätigt hohe Impfstoffwirkung von Biontech/Pfizer-Vakzin

Wie hoch die Wirkung der mRNA-Impfstoffe bei dem nicht mutierten Coronavirus, ist zeigt ein Blick nach Israel. Dort sind mittlerweile knapp 50 Prozent der Bevölkerung geimpft worden. Die Wirksamkeit des in Mainz entwickelten Biontech-Impfstoffs soll nach der zweiten Impfung bei mehr als 99 Prozent liegen.

Quellen: AFP, tagesschau.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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