Corona-Regeln Bundes-Notbremse: Was bleibt offen, was wird geschlossen?

Die Bundes-Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist beschlossen - und sorgt für Verwirrung. Denn nicht alle Geschäfte und Einrichtungen, die bislang trotz hoher Inzidenzen geöffnet hatten, bleiben das auch weiterhin. Was gilt im Einzelnen? Ein Überblick.

In einem Einkaufswagen befindet sich ein Coronamodell.
Ab einer Inzidenz von 100 müssen zahlreiche Geschäfte, Dienstleister und Einrichtungen schließen. Was gilt für wen? Bildrechte: IMAGO / Steinach

Bundesweit einheitliche Corona-Regeln ab Inzidenz von 100

Die Corona-Notbremse ist beschlossen. Ab dem 24. April, 00:00 Uhr tritt das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft. Dann ist bundeseinheitlich festgelegt, welche Regeln in Landkreisen und kreisfreien Städten ab dem übernächsten Tag gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 steigt.

Gelockert werden kann die Corona-Notbremse nur, wenn die betroffene Stadt bzw. der betroffene Kreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 bzw. 150 unterschreiten. Dann dürfen die Geschäfte ab dem übernächsten Tag wieder öffnen bzw. Click & Meet anbieten.

Geschäfte bei Inzidenz unter 100 geöffnet

In Kreisen und Städten, in denen die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche stabil unter 100 liegt, greift die Corona-Notbremse nicht. Dort dürfen Geschäfte grundsätzlich öffnen.

Weiterhin gilt, dass Kunden eine medizinische Maske tragen müssen und die Läden - je nach Verkaufsfläche - nur eine bestimmte Anzahl an Kunden einlassen dürfen.

ALLERDINGS: Die Corona-Notbremse ist eine Minimalforderung. Beschließt ein Bundesland in seiner Corona-Schutzverordnung strengere Maßnahmen, dann gelten diese. Sprich: Unter Umständen müssen Geschäfte auch bei einer Inzidenz unter 100 regional geschlossen bleiben.

FOTOMONTAGE, Schilder vor Deutschlandfahne mit Coronaviren
Für Städte und Kreise mit einer Inzidenz über 100 gelten jetzt bundesweit die gleichen Corona-Regeln. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Click and Meet bei Inzidenzen zwischen 100 und 150

Liegt die Corona-Inzidenz einer Stadt oder eines Kreises zwischen 100 und 150, dürfen Geschäfte nur noch Click & Meet anbieten. Die Kunden sind dazu verpflichtet, einen verifizierten, negativen Corona-Test vorzulegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Ein zu Hause durchgeführter Selbsttest ist nicht ausreichend.

Wer vor Ort einkaufen möchte, vereinbart vorab einen Termin und kann dann innerhalb eines verabredeten Zeit-Slots vor Ort einkaufen. Kommen darf man nur allein oder mit Angehörigen des gleichen Haushalts - und vor allem nur dann, wenn man keine Symptome hat. Eingelassen wird maximal ein Kunde pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Außerdem müssen medizinische Masken getragen und der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Und sollte doch etwas schief gehen, hat der Händler die Adressen seiner Kundschaft zur Kontaktnachverfolgung registriert.

Drive-in-Teststation an der Lanxess-Arena
Bei Click & Meet sind die Kunden dazu verpflichtet, einen verifizierten, negativen Corona-Test vorzulegen. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Click & Collect bei Inzidenz über 150

Liegt die Inzidenz einer Stadt oder eines Kreises an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 150, ist ab dem übernächsten Tag kein Terminshopping mehr erlaubt. Allerdings darf weiterhin vorab bestellte Ware vor Ort abgeholt werden - egal, wie hoch die Inzidenz steigt.

Was bleibt bei einer Inzidenz über 100 geöffnet, wer muss schließen?

Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, einzelne Gewerbe und einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens dürfen - unabhängig von der lokalen Inzidenz - in jedem Fall geöffnet bleiben. Andere dürfen nur noch Click & Meet (ab einer Inzidenz von 100) bzw. Click & Collect (ab einer Inzidenz von 150) anbieten. Was bleibt in jedem Fall geöffnet?

Gewerbe geöffnet geschlossen bzw. Click & Collect/Click & Meet Bemerkung
Apotheken x    
Autohäuser   x  
Auto-Waschanlagen x    
Autowerkstätten x    
Babyfachmärkte x    
Bäckereien x    
Banken, Geldautomaten, Sparkassen x    
Baumärkte   x Ausnahmen gelten für Handwerker und Gewerbetreibende
Bestatter x    
Blumenläden x   Ausnahme: Bayern
Botanische Gärten x   ABER: nur die Außenbereiche!
Brennstoffhandel  x    
Buchhandlungen x   Ausnahme: Bayern
Computerservice und -reparatur x   ABER: Beratung und Verkauf nur über Click & Meet bzw. Click & Collect!
  • Diabetesfachgeschäft
x    
Drogerien x    
Fahrradwerkstätten x   ABER: Beratung und Verkauf nur über Click & Meet bzw. Click & Collect!
Fahrschulen x    
Friseure x   Greift die Notbremse, muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden.
Fußpflege x    
Futtermittelmärkte x    
Gartencenter, Gärtnereien x   Ausnahme: Bayern
Gaststätten, Restaurants   x Abgabe von Speisen zum Mitnehmen gestattet
Getränkemärkte x    
Heilpraktiker x    
Hörgeräteakustiker x    
Hotels, Pensionen   x Sind unabhängig von der Inzidenz für touristisch Reisende geschlossen.
Körpernahe Dienstleistungen   x Ausnahme: medizinische Notwendigkeit
Konditoreien x    
Lebensmittelhandel  x    
Museen, Galerien, Denkmale, Gedenkstätten   x Ab einer Inzidenz von 100 geschlossen
Optiker x    
Postfilialen x    
Prostitutionsstätten   x Spätestens ab einer Inzidenz von 100 geschlossen
Reformhäuser x    
Reinigungen, Waschsalons x    
Sanitätshäuser x    
Schlüsseldienste x    
Tankstellen x    
Tierbedarfsmärkte x    
Wertstoffhöfe x    
Wochenmärkte x   Nur für Lebensmittel!
Zeitungsverkauf x    
Zoos, Tierparks x   ABER: nur die Außenbereiche!

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. April 2021 | 17:15 Uhr

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