Bordelle öffnen wieder Prostitution trotz Corona - in diesen Bundesländern wieder erlaubt

Ein halbes Jahr lang durften Prostituierte fast deutschlandweit ihren Job nicht ausüben. Der Schutz vor einer Corona-Infektion ging vor. Doch in einigen Bundesländern kommt in den Bordellen jetzt wieder Leben in die Bude. Wo darf die bezahlte Liebe wieder gelebt werden? Und welche teilweise skurrilen Auflagen gelten dabei?

Sexarbeiterin mit Mundschutz im Dominastudio
Auch im Dominastudio gilt jetzt Maskenpflicht. Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Das älteste Gewerbe der Welt leidet unter Corona. Bordelle und sogenannte Prostitutionsstätten sind in vielen Bundesländern nach wie vor geschlossen. Ob in der Hamburger Herbertstraße auf St. Pauli oder an der Frauentormauer in Nürnberg: Bordellbetreiber und Sexarbeiterinnen haben seit Monaten keine Einnahmen mehr, die Kosten laufen aber weiter.

Denn in einem Bordell gehen nicht nur Freier ein und aus, dort arbeiten auch Hausmeister und Reinigungskräfte. Sexarbeiterinnen sehen sich in ihrer Existenz bedroht und haben gegen das ihnen auferlegte "Berufsverbot" mehrfach protestiert. Wer legal arbeitet, kann immerhin auf Unterstützung vom Staat hoffen. Sie gelten als Solo-Selbstständige.

Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Sex work is real work" (dt. "Sexarbeit ist echte Arbeit") in der Hand
Vielen Frauen brach das Einkommen weg. Bildrechte: dpa

Der Norden Deutschlands macht's vor

Nach Fitnessstudios, Tätowierläden oder Massage-Salons macht auch die Rotlicht-Branche langsam wieder auf - vor allem im Norden Deutschlands. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, muss ein Hygienekonzept vorliegen.

Auflagen sind:

  • Handtücher, Laken und Bettwäsche müssen nach jedem Kunden gewechselt und gewaschen werden. Ist das nicht möglich, müssen Einweglaken her
  • Regelmäßiges Desinfizieren von Flächen und Sexspielzeugen
  • Handdesinfektion
  • ausreichende Belüftung
  • kein Alkohol
  • Für den Kunden wichtig: Nur mit vorheriger Terminvereinbarung
  • Aufnahme von Kundenkontaktdaten
  • Nur jeweils ein Kunde darf mit nur einer Sexarbeiterin Kontakt haben, weitere Personen dürfen sich nicht im Raum befinden
  • Maskenpflicht während des Aktes

Schwimmbecken, Saunas, Dampfbäder oder Whirlpools dürfen genutzt werden. Sex im Auto und Prostitutionsveranstaltungen bleiben aber weiterhin verboten.

Und eigentlich selbstverständlich: Der Schutz mit Kondomen vor Geschlechtskrankheiten ist obligatorisch.

Prostitution - Was gilt in welchem Bundesland?
Bundesland Prostitution (z.B. Hotel) Prostitutionsstätten/Bordell
Bayern erlaubt geschlossen
Berlin erlaubt mit Schutz- und Hygienekonzept erlaubt
Brandenburg verboten geschlossen
Bremen erlaubt mit Schutz- und Hygienekonzept erlaubt
Baden-Württemberg verboten geschlossen
Hamburg erlaubt mit Schutz- und Hygienekonzept erlaubt
Hessen verboten geschlossen
Mecklenburg-Vorpommern verboten geschlossen
Niedersachsen erlaubt mit Schutz- und Hygienekonzept erlaubt
Nordrhein-Westfalen verboten geschlossen
Rheinland-Pfalz verboten geschlossen
Saarland erlaubt geöffnet, wenn Hygienekonzept genehmigt
Sachsen erlaubt, ohne Geschlechtsverkehr geöffnet, ohne Geschlechtsverkehr
Sachsen-Anhalt erlaubt geöffnet
Schleswig-Holstein erlaubt mit Schutz- und Hygienekonzept erlaubt
Thüringen verboten geschlossen

Stand: 15.09.2020

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. September 2020 | 17:35 Uhr

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