Corona-Maßnahmen Osterruhe gekippt, Gottesdienste gerettet: Das sind die geltenden Corona-Regeln

Lockerungen waren beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern nicht zu erwarten. Doch von ihren Knallhart-Maßnahmen ist die Bundesregierung mittlerweile wieder abgerückt. Osterruhe und (nur) virtuelle Ostergottesdienste sind mittlerweile Geschichte. BRISANT.de erklärt die aktuell geltenden Corona-Regeln.

Lockdown mit Ostereiern
Der Lockdown wurde vorerst bis zum 18. April verlängert. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Dritte Welle muss gebrochen werden

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird bis mindestens 18. April verlängert. Darauf haben sich Bund und Länder verständigt. Grund dafür sind die erneut stark ansteigenden Infektionszahlen sowie die rasante Ausbreitung der deutlich ansteckenderen und zu einer höheren Sterblichkeit führenden Virusmutante B.1.1.7. Ohne einschränkende Maßnahmen sei eine Überlastung des Gesundheitswesens bereits im April wahrscheinlich.

Osterruhe aufgehoben, Kirchen geöffnet

Die ursprünglich von Bund und Ländern beschlossene "Osterruhe" ist dennoch Geschichte. Über die Osterfeiertage gelten die gleichen Kontaktbeschränkungen wie an allen anderen Tagen - und die sind abhängig von der jeweiligen Inzidenz einer Stadt oder eines Kreises.

Auch der Wunsch, auf einen Ostergottesdienst in der Kirche zu verzichten, ist wieder vom Tisch. Ursprünglich sollten Bund und Länder auf die Religionsgemeinschaften zugehen und sie bitten, religiöse Versammlungen nur virtuell abzuhalten. Doch nach heftigem Protest der Kirchen sollen Ostergottesdienste nun doch ganz normal stattfinden dürfen.

Kontaktbeschränkungen werden verschärft

Private Treffen bleiben bis einschließlich 18. April auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten grundsätzlich als ein Haushalt. Kleinere Familienfeiern zu Ostern sind somit möglich.

Keine Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kitas bleiben offen

Vom Tisch sind allerdings generelle nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Auch Schulen und Kitas bleiben vorerst weiter geöffnet. Schüler, Lehrkräfte und ErzieherInnen sollen zweimal pro Woche einen Corona-Test machen.

"Notbremse" ab Inzidenz von 100

Für Städte und Kreise ab einer Inzidenz von 100 Neuninfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten die Anfang März beschlossenen strengeren Regeln. Dann wird zum Beispiel der Einzelhandel wieder geschlossen. Diese Marke wurde in zahlreichen Ländern und Regionen bereits gebrochen, auch bundesweit liegt die Inzidenz über diesem Wert.

Bund und Länder vereinbarten zudem, dass in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen weitergehende Schritte notwendig sind. Dazu können unter anderem die Vorgabe einer Maskenpflicht für Mitfahrer im Auto oder Ausgangsbeschränkungen zählen.

Ortsschild mit der durchgestrichenen Aufschrift Osterurlaub und Schild mit Coronavirus-Symbol
Das Reisen im In- und Ausland soll auch über Ostern möglichst vermieden werden. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Reisen: Kein Osterurlaub 2021 im eigenen Land

Es wird weiter von nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und ins Ausland abgeraten - auch zu Ostern. Touristische Unterkünfte - auch Ferienwohnungen und Campingplätze - bleiben in Deutschland geschlossen.

PCR-Test vor Rückreise nach Deutschland Pflicht

Möglich bleiben aber Reisen ins Ausland. Doch egal, ob das Reiseland ein Corona-Risikogebiet ist oder nicht - bevor man ins Flugzeug steigt ist ein PCR-Test Pflicht. Die Kosten dafür haben der Reisende oder die Fluggesellschaft zu tragen.

Fällt der Corona-Test negativ aus, besteht nach Einreise nach Deutschland keine Quarantänepflicht, wenn das Reiseland kein Risikogebiet war. Fällt er positiv aus, darf das Urlaubsland gar nicht erst verlassen werden. Die Kosten für die weitere Unterbringung hat der Urlauber selbst zu tragen.

Mehrere Ostereier hängen an einem Baum, der an einem Autobahnzubringer steht
Campingurlaub in Deutschland wird auch über Ostern noch nicht möglich sein. Bildrechte: imago images/Daniel Schäfer

Beschleunigung der Impfkampagne

Um die Corona-Schutzimpfungen zu beschleunigen, sollen nach Ostern auch Hausärzte routinemäßig mitmachen, vorerst mit kleinen Mengen von etwa 20 Dosen pro Woche und Praxis. Darauf haben sich Bund und Länder bereits bei einem Impfgipfel am Freitagabend (19. März) geeinigt.

Wann kommt die Rückkehr zur Normalität?

Am 12. April wollen Bund und Länder erneut zusammenkommen, um über weitere Maßnahmen bzw. mögliche Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu beraten.

dpa/reuters

(Aktualisiert am 25.03., 18:00 Uhr)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. März 2021 | 17:15 Uhr

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